Cinema Schalom - Im Rahmen der jüdischen Woche in Leipzig

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Programm Mai

Programm Juni

Vision Filmkunsthaus

Kurzfilme im Mai

01.05.-13.05.
WO IST JUSTIN?
Jens Rosemann, Peter Bauer

BRD 2012
4:10 min

 

14.05.-31.05.
UNICORN
Grace Nayoon Rhee

USA 2012
1:26 min


vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Die Cinémathèque Leipzig präsentiert alle Filme (soweit möglich) im Original mit Untertiteln


All films are shown in Original Version with subtitles (if possible)

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Cinema Schalom - Im Rahmen der jüdischen Woche in Leipzig

#uploading_holocaust #uploading_holocaust

#uploading_holocaust

Cinema Schalom - Im Rahmen der jüdischen Woche in Leipzig

Österreich/Israel/BRD 2016, OmU, Dok, 75 min, Regie: Sagi Bornstein, Udi Nir

Format:DCP

Sprache: Hebräisch mit deutschen Untertiteln
Language: Hebrew with german subtitles

Sieben Tage, vier Konzentrationslager, drei Massengräber, zwei Gettos, 14 Gedenk-Zeremonien, 200 Teenager in einem Hotel – jedes Jahr reisen rund 30.000 israelische Schüler*innen mit ihren Geschichtslehrer*innen nach Polen, um die Erinnerung an die jüdische Geschichte in Europa und den Holocaust lebendig zu halten.
Videos werden zu einem wichtigen Instrument des Erinnerns: Auf ihrer Reise filmen die Jugendlichen Zeitzeug*innen, Gaskammern und Gedenkfeiern. Sie produzieren ihre ganz eigene Version der Geschichte, laden sie auf YouTube hoch und teilen sie in den sozialen Netzwerken.
Mehr als 20.000 Clips finden sich bei YouTube unter dem Suchbegriff „Journey to Poland“. In ihren Videos teilen die Schüler*innen sehr private, emotionale Momente und versuchen in ihren unverstellten Aussagen, das Erlebte zu begreifen.
#uploading_holocaust ist der erste Dokumentarfilm, der zu 100 % aus YouTube-Material besteht und zeigt, wie sich die Erinnerung an den Holocaust im digitalen Zeitalter verändert.

Mit einem einführenden Vortrag zur Bedeutung des Holocaust für die israelische Kultur, generationenübergreifende Traumata und Vermittlungsweisen historischen Wissens von Sebastian Paul, Diplom-Pädagoge und Künstler.

Hinweis: Parallel zum Film wurde unter www.uploading-holocaust.com ein interaktives Webprojekt gestartet, das sich v.a. an deutschsprachige Jugendliche richtet und danach fragt, wie sich die 4. Generation heute den Umgang mit dem Holocaust vorstellt.

Shoah und Pin-Ups Shoah und Pin-Ups

Shoah und Pin-UpsDer NO!artist Boris Lurie

Cinema Schalom - Im Rahmen der jüdischen Woche in Leipzig

USA/BRD 2006, OmU, Dok, 90 min, Regie: Reinhild Dettmer-Finke, Matthias Reichelt

Format:MPEG 4

Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln
Language: English with german subtitles

+++English version below+++

Der 2008 verstorbene New-Yorker NO!-Artist Boris Lurie bringt in seiner Kunst zusammen, was nicht zusammen gehören darf: Die Vergasten und die Nackten, die Shoah und die Pin-ups.
Seine Collagen konfrontieren die Betrachter*innen damit, wie fragwürdig die Shoah von der Gesellschaft rezipiert wird, und sie provozieren. Lurie verbindet den Ekel gegen eine Menschheit, die zu millionenfacher Vertreibung und Massenmord fähig war, mit dem Abscheu vor einem selbstgefälligen Kunstbetrieb, der mehr am finanziellen Gewinn als an der künstlerischen Aussage interessiert ist. Seine Kunst und Literatur sind Ausdruck der am eigenen Leib erfahrenen Shoah: Kindheit in einer deutschsprachigen jüdischen Familie in Riga. Jugend im Rigaer Getto und in drei KZs. Ab 1946 New Yorker, Weltbürger und Heimatloser.
Boris Luries NO! ist Programm: NO! zu den Erwartungen des Kunstmarktes. NO! zur bürgerlichen Wohlanständigkeit! NO! zur erwarteten Opfermentalität.
Ein Film über die zeitlos aktuellen Fragen des Erinnerns und des künstlerischen Umgangs insbesondere mit der Shoah.

Mit einem einführenden Vortrag unter dem Titel "NO! pictures. Visualisierungen des Holocaust in der bildenden Kunst" und einem Büchertisch von Sebastian Paul, Diplom-Pädagoge und Künstler.

SHOAH and PIN-UPS is a film about breaking a taboo. In his art the 80-year old New York NO! Artist, Boris Lurie, brings together what doesn’t belong together: the gassed corpses and the naked, the Shoah and pin-ups. It’s not perverted art, but a comment on a perverted society, says Lurie, and he draws a line from the Shoah to the war in Iraq. And he would have so liked to have painted comfortable, comforting things, like the Impressionists did. But something kept him from doing that. And that something is what this film searches.
The search takes us via Riga and Buchenwald to the New York of the 50s and 60s, when NO! Art developed as an obstinate reaction to Pop Art. Boris Lurie’s NO! is his motto: NO! to the expectations of the art market. NO! to bourgeois decorum! NO! to victim mentality.
A film about the timeless timely questions of remembering and about coping with the extermination of the Jews through art.


Weitere Informationen zu Shoah und Pin-Ups

The Return The Return

The Return

Cinema Schalom - Im Rahmen der jüdischen Woche in Leipzig

USA/Polen 2014, OmeU, Dok, 83 min, Regie: Adam Zucker

Format:DCP

Sprache: Polnisch mit englischen Untertiteln
Language: Polish with english subtitles

+++English version below+++

„Juden? Nein, hier nicht. Alte Häuser können Sie hier finden, aber keine Juden, die wohnen in Warschau.“ Sätze wie diese kann man nicht nur in der Kleinstadt Otwock, sondern überall in Polen hören. Denn in dem Land, in dem Jahrhunderte lang Juden eine Heimat fanden, haben der Zweite Weltkrieg und die deutsche NS-Vernichtungspolitik große Teile des jüdischen Lebens zum Erliegen gebracht.
Dabei ist die jüdische Kultur in Polen allgegenwärtig. Ein regelrechter Philosemitismus ließ nach 1989 an allen Ecken jüdische Kulturfestivals aus dem Boden sprießen, Restaurants servieren koscheres Essen, zahlreiche Bücher und Filme zum Thema erscheinen jedes Jahr, der Klezmer ist allgegenwärtig, die Geschichte jüdischer Gemeinden wird universitär erforscht und die alten Gotteshäuser restauriert. Aber wo sind die Juden?
Doch, es gibt sie – und sie sind jung. Sie fühlen sich wie Pioniere nach der Gründung Israels. Viele hatten gerade erst ihr „jewish coming out“, als sie jüdische Vorfahren in ihrer Familie entdeckten. Sie hören Hiphop und Reggae, sitzen im Jiddisch-Sprachkurs und lernen Speisegebote. Sie gründen Familien und überlegen, wie ihr Nachwuchs gottgefällig aufwachsen könnte. Manche pflegen einen jüdischen Lifestyle, ohne sich allzu genau an die strengen religiösen Regeln zu halten – wie soll man einen Sabbat ohne Facebook durchhalten?
Adam Zuckers Dokumentarfilm begleitet vier sehr unterschiedliche junge Frauen über einen langen Zeitraum dabei, wie sie sich darum bemühen, in einer katholisch geprägten Gesellschaft ein jüdisches Leben zu führen.

Eine Veranstaltung des Polnischen Instituts Berlin (Filiale Leipzig) in Zusammenarbeit mit dem Cinémathèque Leipzig e. V.

Mit einer Einführung von Rainer Mende, Programmreferent Polnisches Institut.

Der Eintritt ist frei.

How does one claim an identity in a vacuum? Living in Poland, the four young women in Adam Zucker’s engaging film learned of their Jewish roots after growing up Catholic. Defining themselves through their difference, they feel like pioneers in a country that was once the epicenter of the Jewish world. But as life takes them away to New York and Israel, their sense of Jewishness, and its relative importance, shifts, as do their views of the potential for a renewed Jewish community in Poland.

An event organized by the Polish Institute Berlin/Leipzig in cooperation with the Cinémathèque Leipzig e. V.

With an introduction by Rainer Mende, Polish Institute

Free entry


Weitere Informationen zu The Return

Ida Ida

Ida

Cinema Schalom - Im Rahmen der jüdischen Woche in Leipzig

Polen/Dänemark 2013, OmU, 78 min, Regie: Pawel Pawlikowski
mit Agata Kulesza, Agata Trzebuchowska, Dawid Ogrodnik
Format:DCP

Sprache: Polnisch mit deutschen Untertiteln
Language: Polish with german subtitles

Im oscarprämierten Drama Ida werden der angehenden Nonne Anna von ihrer Tante einige verblüffende Aspekte ihrer Vergangenheit enthüllt.

Polen 1962. Die 18-jährige Novizin Anna bereitet sich auf ihr Gelübde vor. Doch bevor sie dieses ablegen darf, stellt die Äbtissin die als Waise aufgewachsene Anna vor eine überraschende Aufgabe: Sie soll ihre letzte verbleibende Verwandte treffen. Anna fährt in die Stadt zu Wanda, der Schwester ihrer Mutter, der sie noch nie begegnet ist. Das Aufeinandertreffen des behütet aufgewachsenen, religiösen Mädchens und der mondänen wie parteitreuen Richterin wird das Leben beider Frauen verändern.
In eindrücklichen Schwarz-Weiß-Bildern, still und intensiv, erzählt der Regisseur Pawel Pawlikowski („Last Resort“, „My Summer of Love“) von zwei Frauen, denen das Vergessen nicht gelingt.
IDA wurde 2015 mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.

Anschließend Gespräch mit Dr. Hans-Christian Trepte, Literaturwissenschaftler, Polonist und Anglist, zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Literatur und Film der polnischen Gegenwart sowie im Besonderen zu den historisch-politischen Hintergründen des Films "Ida": zunächst staatlich gefördert und auch in Polen mit Preisen bedacht, ist er seit dem Regierungswechsel 2015 offiziell als antipolnisch und unpatriotisch geächtet und kaum mehr öffentlich sichtbar.