Robocop (Directors Cut) in der Cinémathèque Leipzig

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Robocop (Directors Cut) Robocop (Directors Cut)
  • 3.09.2020
    die naTo
  • 8.09.2020
    die naTo

Robocop (Directors Cut)

Cops

USA 1987, OmU, 103 min, Regie: Paul Verhoeven
mit Peter Weller, Nancy Allen

Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln
Language: English with german subtitles

mit Einführung

+++English version below+++

Englisch mit deutschen Untertiteln

Das alte Detroit hat ein Geschwür. Das Geschwür heißt Verbrechen und muss bekämpft werden. Denn bald sollen zwei Millionen Arbeiter die Stadt mit Leben füllen und für Profit sorgen. Gut, dass der Konzern OCP, der das zukünftige Detroit – Delta City – bauen will, zugleich für die Verwaltung der örtlichen Polizei verantwortlich ist. Schlecht, dass die Polizisten einen Streik planen. Die Lösung: ein Polizist, der 24 Stunden am Tag im Dienst ist, weder essen noch schlafen muss, über schnelle Reflexe und überlegene Feuerkraft verfügt. Bald heißt es: "There is a new guy in town. His name is Robocop." Seine drei offiziellen Direktiven: Diene dem Allgemeinwohl, beschütze die Unschuldigen, hüte das Gesetz. Doch es gibt eine weitere, vierte Direktive, die für die Wahrung des standesgemäßen Lebens sorgen soll ...

ROBOCOP ist eine dystopische, mit hintergründigem Humor erzählte Erlösergeschichte, die futuristische Technikgläubigkeit ebenso wie Monopolisierung und Privatisierung öffentlicher Bereiche aufs Korn nimmt.

Tickets können online gekauft oder reserviert werden: https://booking.cinetixx.de/frontend/#/eventList/2258131773
Reservierte Tickets müssen bis 20 Minuten vor Filmbeginn abgeholt werden. Besucher*innen mit Gutscheinen reservieren bitte ebenfalls online. Restkarten gibt es an der Abendkasse.



+++English version+++

Language: English with German subtitles

Detroit is on the verge of bankruptcy and overrun with crime. The multinational corporation OCP fund and run the police force. OCP plans to demolish the slums of Old Detroit and build a glamorous, modern “Delta City,” where two million people will be employed and advance profit. However, it must first address Old Detroit’s rampant crime. Morale is low on the force since it was privatized, and some officers talk of a strike. OCP has developed a enforcement cyborg, to clean up the streets.

He is programmed with three prime directives: serve the public trust, protect the innocent, and uphold the law. RoboCop makes his debut on the streets of Old Detroit by stopping a liquor store robbery, preventing the rape of a woman, and ending a hostage standoff at City Hall. RoboCop is hailed as a hero, and school kids love him.

But something went wrong...

Tickets are available online:
https://booking.cinetixx.de/frontend/#/eventList/2258131773
Reservations are also possible there. Reserved tickets must be picked up at least 20 minutes before the screening. Visitors* with vouchers should also reserve online, please. Remaining tickets are available at the box office.





Aus der Filmreihe: COPS

1667 in Paris: Unter Ludwig XIV. wird erstmals eine flächendeckende Straßenbeleuchtung staatlich organisiert, um die Gesellschaft in den Städten besser kontrollieren zu können. Damit einher geht die Schaffung einer Polizei zur "Gewährleistung eines standesgemäßen Lebens".

Die "polizey" – also das gute Benehmen – wechselt die Seiten. Hatten bisher (sozial geächtete) Nachtwächter in der Stadt und Vögte auf dem Land für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, so wandelt sich nun die Überwachung von Regelkonformität in einen militärisch geprägten Verwaltungsakt. Das Handeln von Privatpersonen und deren Gutdünken wird somit in ein steuerbares Werkzeug der Legislative transformiert. Ein Apparat beginnt zu laufen.

Einem solchen Apparat ist auch eigen, niemals nicht zu laufen. Wenn gerade kein Verbrecher zu verfolgen ist, dann bedeutet dies nur, es wird nicht gut genug gesucht – das Verbrechen ist einfach nicht entdeckt. Daraus folgt natürlich, dass intensiver, mit besserer Technik und mehr Befugnissen gesucht werden muss. "All suspects are guilty! Otherwise, they wouldn't be suspects, would they?", heißt es so schön in Kevin Rubios TROOPS (einer am Set von STAR WARS in Drehpausen heimlich umgesetzten Mockumentary, die die Realitiy-TV Serie COPS auf den Arm nimmt).

Die Filmreihe COPS geht von folgender These aus: Das Bild des Polizisten bzw. der Polizistin, das im Film gezeichnet wird, unterscheidet sich von dem öffentlich verbreiteten. Im Gegensatz zu dem von offizieller Seite vermittelten, positiven Bild des neutral und distanziert über der Lage stehenden "Ordnungshüters" ist die Filmfigur eine zerrissene. In ihr kollidiert die gesellschaftliche, historisch-strukturelle Aufgabe mit der (auch persönlichen) Lebensrealität zu konfliktbeladener Ambivalenz.

Es bleibt nicht aus, dass die Personen in dieser Ambivalenz prädestiniert sind, die Ordnung, die sie verkörpern sollen, ihrerseits nicht aufrechterhalten zu können. Polizist*innen sind ebenso korrupt, rassistisch, bündlerisch, hilfsbereit wie alle anderen Menschen.

Die Gewalt, die sie institutionell verkörpern, transformieren sie in der Praxis in ein probates Werkzeug ihres eigenen Handelns. Im Film wird ein solche eskalative "Lösung" von Konfliktsituationen immer wieder legitimiert, indem das Handeln der Polizist*innen emphatisch nachvollziehbar gemacht wird.

Das Fernsehen nimmt in der Darstellung von Polizist*innen in der Regel eine Zwischenstellung ein. In Produktionen des deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehens (TATORT) beispielsweise, aber auch in US-amerikanischen Serien (etwa CAGNEY & LACEY) wird der einzelnen Figur auf persönlicher Ebene der Ausbruch aus dem idealisierten Bild zuweilen gestattet; die strukturelle Ebene jedoch bleibt stets und im Gegensatz zum Spielfilm positiv besetzt.

Das Programm versucht die erläuterten Ambivalenzen und Konflikte zu thematisieren und eine Diskussion über ihre Ursachen und Umstände anzuregen.

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