Der zweite Anschlag in der Cinémathèque Leipzig

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Liebe Freund*innen der Cinémathèque,

offiziell dürfen die Kinos in Sachsen wieder öffnen. Doch bevor es losgehen kann, braucht es ein gutes Konzept, damit sich der Kinobesuch für euch und unser Team so sicher wie möglich gestaltet. Auch ein Programm braucht ein paar Tage Vorlauf. Und dass es wirtschaftlich für viele kleine Kinos alles andere als optimal ist, wenn wegen (natürlich wichtiger) Abstandsregelungen nur mehr eine Handvoll Gäste in den Saal passt, ist auch klar. Wir geben unser Bestes, um Lösungen zu finden und so schnell wie möglich wieder für euch da zu sein. Habt bitte noch etwas Geduld mit uns.

Wenn ihr uns unterstützen möchtet, könnt ihr Kinogutscheine (6,50€ pro Stück + einmalig Porto) bei uns bestellen. Schreibt dazu eine Mail an info@cinematheque-leipzig.de.

Wir danken euch von Herzen für all eure Unterstützung und freuen uns, euch so bald wie möglich wiederzusehen!

Bleibt gesund, munter, solidarisch und cinephil!

Eure Cinémathèque Embarassed


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Der zweite Anschlag Der zweite Anschlag
  • 19.06.2019
    die naTo

Der zweite Anschlag

BRD 2018, Dok, 62 min, Regie: Mala Reinhardt

Sprache: Deutsch,Türkisch mit englischen Untertiteln
Language: German,Turkish with english subtitles

+++English version below+++

Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen lädt zur Filmvorführung und einem anschließenden Publikumsgespräch und einer Diskussion mit der Filmemacherin Mala Reinhardt ein. Dabei wird es insbesondere um die Perspektive der Betroffenen von rassistischer Gewalt und die gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus gehen.

„Das Boot ist voll!“, „Ausländer raus!“, „Deutschland den Deutschen“. Die Parolen der Rechten sind mittlerweile unüberhörbar geworden. Genauso die Gewalt, die sich gegen jene Menschen richtet, die als „fremd“ wahrgenommen werden. Mit erschreckender Kontinuität wiederholen sich seit Jahrzehnten rassistisch motivierte Ausschreitungen, Angriffe und Morde in der Bundesrepublik Deutschland. DER ZWEITE ANSCHLAG dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenen dieser Gewalt und stellt sie in den Mittelpunkt. In tiefgehenden Interviews entwickelt der Film ein präzises Bild der teils traumatischen Erlebnisse, welche die Protagonist*innen des Films durchlebt haben. Osman Taköprü erzählt von dem Mord an seinem Bruder Süleyman, den der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) 2001 in Hamburg beging. Ibrahim Arslan schildert seine Erinnerungen an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992, den er selbst nur knapp überlebte und Mai Phương Kollath wohnte selbst in Rostock-Lichtenhagen, als dort unter dem Beifall hunderter Schaulustiger das Sonnenblumenhaus von Neonazis in Brand gesteckt wurde. Doch es bleibt nicht dabei. Angesichts von anhaltenden rassistischen Ausschreitungen, der unzureichenden Aufklärung des NSU-Komplexes und dem Einzug der AfD in die politische Landschaft der BRD haben Mai Phương, Ibrahim und Osman eine Entscheidung getroffen: Sie werden nicht länger schweigen. Dabei verweben sich ihre Geschichten. Und während sie für eine lückenlose Aufklärung und ein Ende der Gewalt eintreten, entsteht ein Netzwerk aus Menschen, die ähnliches erlebt haben.

As a child Ibrahim Arslan survived the arson attack on his parents’ home in Mölln in which three members of his family were killed. Today he says that his family suffered not just one, but two attacks. After the Molotov cocktails had burnt out, the Arslan family became a target of attacks again, this time coming from the media, politics and society. These attacks were worse than the incendiary devices because they could have been avoided, Arslan says.
In her film, Mala Reinhardt asks why even today many victims of radical right-wing violence are forced to live through the same experience of being treated with hostility and criminalised. The victims, who have formed a network, analyse with impressive clarity which conditions make racism still socially acceptable in our country. The essential thing now is to listen to them. (Luc-Carolin Ziemann)

special screening followed by a Q&A with director Maja Reinhardt.


Eine Veranstaltung des Antidiskriminierungsbüro Sachsen mit Mala Reinhardt.

Weitere Informationen zu Der zweite Anschlag

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