Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 heute morgen 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Arabische Kurzfilmnacht 1 Arabische Kurzfilmnacht 1
  • Fr 25.04. 19:00
    die naTo

Arabische Kurzfilmnacht 1

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

International 2011-2013, OmeU, Kurzfilme, 100 min, Regie: diverse

Beyond Memory
Sudan 2012, OmeU, Regie: Abdallah Mohamad, 8 min
Eine junge Frau sitzt allein in ihrem Zimmer, wehmütig und sehnsüchtig nach Omar. Wohin er ist und wie lange schon, bleibt vage. Traum und Wirklichkeit sind undefiniert und die Grenzen verschwimmen. Schwarz-weißer Expertimentalfilm.

Condom Lead
Palästina, Jordanien 2013, OmeU, Regie: Ahmad Abou Nasser, Mohammed Abou Nasser
In Zeiten von Krieg, Terror und Brutalität ist das erste Ziel des Menschen das Überleben. Er sucht nach Nahrung, Wärme, Licht und versucht dabei nicht getötet zu werden. Im Herzen des Krieges, ist dort Platz für Liebe? „Condom Lead“ erzählt die Geschichte eines Paares im Gaza-Streifen, das durch die allgegenwärtigen Angst vor dem Fall der nächsten Bombe keinen Raum für körperliche Nähe finden kann. Eine Geschichte über sexuelle Frustration. Ein Traum der Hoffnung für Intimität und Liebe in einer brutalen, gespaltenen Welt.

Feeding 500
VAE 2013, OmeU, Regie: Rafed Al Harthi
Was würdest du tun, um anderen zu helfen? Welches Opfer wärest du bereit zu bringen?
„Feeding 500“ begleitet Sediq, der es sich seit 15 Jahren zur Aufgabe macht, jeden Tag hunderte Straßenkatzen in Dubai zu füttern. Ein inspirierender Film, der Sediqs Leidenschaft und Entschlossenheit, aber auch Opfer, die er dafür erbringen muss, und die Reaktionen seiner Mitmenschen zeigt, die von Sympathie bis hin zu Aggression oder Gleichgültigkeit reichen.

Précipice
Tunesien 2013, Regie: Nadia Touijer
Was passiert, wenn ein Schaf die einzige Gemeinsamkeit zweier Menschen ist?
Touhami und Mongi erhalten ein Schaf, um es dem Eid Al-Adha, dem islamischen Opferfest, hinzugeben. Ohne sich zu kennen, verbindet die beiden nun eine gemeinsame Aufgabe: Das Schaf sicher über die bergigen Straßen nach Hause zu bringen. Eine spannende Reise beginnt, auf der die beiden Männer immer wieder mit dem Anderssein des jeweils Anderen konfrontiert werden. Die tunesische Filmemacherin Nadia Touijer studierte Film in Brüssel und drehte bereits zahlreiche Filme, unter anderem den preisgekrönten Kurzfilm “The Refuge”.

Limply, One Saturday Morning
Algerien 2011, Regie: Sofia Djama, 28 Min
Als Myassa eines Abends nach Hause kommt, wird sie im Treppenhaus von einem Mann überfallen, der versucht, sie zu vergewaltigen, dann allerdings keine Erektion bekommt. Als sie endlich in ihrer Wohnung ankommt, funktioniert zu allem Überfluss die Dusche nicht. Am nächsten Tag hat Myassa deshalb nur zwei Dinge vor: Anzeige zu erstatten und einen Klempner ausfindig zu machen. Schneller als sie denken kann, wird sie wieder mit dem Mann vom vorigen Abend konfrontiert. Sofia Djama ist 1979 in Oran, Algerien, geboren und studierte Literatur und Fremdsprachen in Bejala und Algier. Inzwischen schreibt sie als freie Journalistin für die Tageszeitung “Le Temps” eine wöchentlich erscheinende Kolumne.

Top Goon “Beeshu’s Nightmare” und “Who wants to kill a million”

Die Kurzfilmreihe beschreibt das Leben des Kleinen Diktators. Satire und Komödie werden dazu genutzt, den Präsidenten Bashar al-Assad und seine Gefolgschaft zu verhöhnen, aktuelle Geschehnisse werden miteinbezogen. Jeder einzelne Film verdeutlicht, wie brutal die Regierung vorgeht, um die Proteste zu unterdrücken. Um nicht identifiziert zu werden, nutzen die Künstler Fingerpuppen. “Masati Mati”, die Gruppe zehn junger Künstler, gehört damit zu einer der gewagtesten Bewegungen des Protests. Gezeigt werden die ersten beiden Kurzfilme: „Beeshu's Nightmare“ und „Who wants to kill a million“.

Arabische Kurzfilmnacht 2 Arabische Kurzfilmnacht 2
  • Fr 25.04. 21:30
    die naTo

Arabische Kurzfilmnacht 2

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

International 2009 - 2012, OmeU, Kurzfilme, 100 min, Regie: diverse

In Search of Hip-Hop
Sudan 2010, Regie: Issraa El-Kogali, 11 min
Die politische und religiöse Stimmung Sudans ist nur bedingt ein günstiges Klima für Subkultur, doch mit den ersten freien Wahlen nach 24 Jahren erfuhr alternative Kultur tatsächlich einen Aufschwung. Und so war es für die Filmemacherin Issraa El-Kogali zwar sicher kein Leichtes Mojo, DZA und MC Mo aufzuspüren, die den Kern der aufkeimenden Szene in Khartoums „Sudan Boom Box“ bilden, doch was sie letztendlich findet ist unübertroffen an ehrlichen Talenten und liebenswerten Charakteren.

Tell me Mohamed
Frankreich 2012, OmeU, Regie: Ayoub Layoussifi
Von klein auf fast blind, findet Mohamed Schutz im Singen vertrauter Lieder aus seiner Heimat. Seine Ankunft in Frankreich vor acht Jahren nahm ihm nie sein Talent oder den Wunsch, seine Leidenschaft mit Fremden zu teilen. Der Regisseur begleitet Mohamed in seinem Alltag und zeigt, wie er, trotz seiner schwierigen Lage als Illegaler, seinen Lebensunterhalt mit seiner Musik verdient: Mit dem tagtäglichen Singen von Liebesliedern und Hommagen an seine Familie für die PariserInnen der U-Bahnlinie 2.

Private Sun
Palästina 2011, OmeU, Regie: Rami Musa Alayan
Miriam, eine junge Palästinenserin, leidet aufgrund eines Vitamin D-Mangels an einer Knochenkrankheit. Von Ihrem Arzt das Sonnenbaden verschrieben, um den Vitaminmangel zu behandeln. Trotz ihrer neugierigen Nachbarn, ihrer herrischen Schwägerin und den israelischen Spionageflugzeugen versucht sie ruhige Momente in der Sonne zu finden.

Obsession
Tunesien 2009, OmeU, Regie: Amine Chiboub
“Obsession” ist ein Kurzfilm des jungen tunesischen Regisseurs Amine Chiboub. Die Komödie zeichnet sich durch ihre perfekt strukturierte Erzählung und durch zahlreiche parodistische
Referenzen zu den größten Werken der Kinogeschichte aus. Ein junger Mann entdeckt in seiner neuen Wohnung einen großen roten Knopf, dessen Funktion sich ihm nicht erschließt. “Was wird passieren, wenn ich den Knopf drücke?” Besessen von dieser Frage steigert sich der Mann in verschiedene Phantasien hinein, die zunehmend zu Wahnvorstellungen werden. Hitchcock und Kubrick lassen grüßen.

The Pillars
VAE, Ägypten 2012, OmeU, Regie: Mostafa Zakaria
In diesem allegorischen Märchen erzählt der Regisseur die Geschichte eines Ehepaars in den Vereinigten Arabischen Emiraten, das sich vor kurzem hat scheiden lassen. Auf verblüffende Weise werden die fünf Säulen des Islams dargestellt: Das Bekenntnis zu einem Gott, das Gebet, die Almosengabe, das Fasten und die Pilgerfahrt.

Merry Christmas Homs Syrien 2011, OmeU, Regie:Bassel Shehade
In einer Kirche wird gebetet und Kerzen brennen. Scheinbar friedlich. Doch draußen wird geschossen. Es ist Weihnachten in Syrien 2011. Mit Handkamera filmt Bassel Shehadeh die Straßen von Homs.

Gespräch mit Rafi Mshaweh, Moderation: Tarek Hassan

Cursed be the Phosphate Cursed be the Phosphate
  • Mo 28.04. 19:00
    die naTo

Cursed be the PhosphateYalan Bu El Fosfate

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

Tunesien 2012, OmeU, Dok, 80 min, Regie: Sami Tlili

Format:DCP

2008 erlebt die Region von Redeyef, im Süd-Westen von Tunesien, einen Aufstand, der als Ursprung der "Jasmin Revolution" 2011 gelten wird. Die Gewerkschaft der Stadt ruft zu einem Generalstreik auf und demonstriert gegen unsichere Arbeitsbedingungen im Bergbau, Umweltzerstörung und von der Regierung unterstützte Korruption. Die Antwort des Regimes ist brutal, das Medienbild im eigenen Land verklärt sowie propagandistisch. Die internationale Presse schenkt wenig Beachtung.

Drei Jahre nach dem Aufstand fragt Sami Tlili nach: Was ist aus den Wahlversprechen in Folge der Revolution geworden? War es den Kampf wert? Ein wichtiges und ausdrucksvolles Zeitzeugendokument zu sozialer Spannung, Repression und Solidarität, gebettet in Rezitationen arabischer Poesie. Sami
Tlii wurde 1985 in Tunesien geboren. Er promovierte an der Universität von Sousse und unterrichtete Literatur und Kunstgeschichte. Neben „Cursed be the Phosphate" drehte er vor allem Kurzfilme.

Podiumsdiskussion mit Meryem Attam (Dozentin für Arabisch und Interkulturelle Kommunikation,
Bonn) und Urte Grauwinkel (Agraringenieurin und Umweltwissenschaftlerin, BUND Leipzig), Moderation: Karin Willnauer

Free Men Free Men
  • Sa 26.04. 19:00
    die naTo

Free MenLes hommes libres

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

Frankreich 2011, OmeU, 99 min, Regie: Ismaël Ferroukhi
mit Tahar Rahim, Michael Lonsdale, Mahmud Shalaby
Format:mpeg2

Während des Zweiten Weltkrieges versucht sich Younes, ein junger algerischer Immigrant, durch Schwarzhandel über Wasser zu halten. Als er dabei von der französischen Geheimpolizei erwischt wird, kann er sich nur retten, indem er sich dazu bereit erklärt, den Mufti Si Kadour Ben der Pariser Moschee auszuspionieren. Dieser soll illegalerweise Juden in seiner Moschee verstecken und sie mit falschen Papieren ausstatten. Als Younes den algerischen Sänger Salim Halil kennenlernt, der seine jüdische Identität verbergen muss, beginnt er seine Tätigkeiten immer mehr in Frage zu stellen und schließt sich der Résistance an. Dadurch wird es erst wirklich gefährlich für Younes.

In Anwesenheit des Regisseurs Ismaël Ferroukhi
Moderation: Benjamin Nespoulous, Karin Willnauer

Jean Wejnoon – Genies and Madness Jean Wejnoon – Genies and Madness
  • So 27.04. 19:00
    die naTo

Jean Wejnoon – Genies and MadnessJinn Wa’Jnoon, Shed Ve Shigaon

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

Israel 2011, OmeU, Doku-Fiktion, 87 min, Regie: Mamdooh Afdile

Format:DigiBetaPAL

“Unser Leben ist die Verschmelzung von Wirklichkeit und Einbildung. Ein Film über das Leben muss also beide Elemente beinhalten, aber wie ist das zu schaffen?” Die Suche des Regisseurs Mamdouh Afdile nach einer Antwort auf diese Frage, führt dazu, dass Geschichte und Geschichtenerzähler mit der Zeit immer mehr verschmelzen. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Für die Zuschauenden beginnt eine magische Reise ins abenteuerliche und ungewöhnliche Leben des Regisseurs. Nach schmerzhaften beruflichen Enttäuschungen kehrt Mamdouh Afdile nach Tira, in die Stadt seiner Familie zurück, in der die Menschen noch an Dämonen und Zauberei glauben. Aus purer Verzweiflung beschließt er, die geheimnisvollen Geschichten zu verfilmen und damit seinem Ziel, ein berühmter Regisseur zu werden, näher zu kommen. Sehr schnell aber laufen die Dinge aus dem Ruder und sein Traum entwickelt sich auf geheimnisvolle Weise mehr und mehr zu einem Alptraum.

Die Mockumentary Jean Wejnoon gewährt einen humorvollen und überraschenden Einblick in den Wahnsinn einer Familie und folgt dem Regisseur dabei, wie er sich den Dämonen seiner Familie stellt, sich aber auch mit seinen eigenen Wahnvorstellungen auseinanderzusetzen muss.

Vortrag von Kevin Breß (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Ethnologisches Institut, Uni Leipzig), Moderation: Anika Jungmann

Lebanese Rocket Society Lebanese Rocket Society
  • Di 29.04. 19:00
    die naTo

Lebanese Rocket Society

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

Libanon/Frankreich/Katar 2012, OmeU, Dok, 93 min, Regie: Joana Hadjithomas, Khalil Joreige
mit Hampar Karageozian, Harry Koundakjian, Manoug Manougian
Format:DCP

Am Anfang ist da eine Briefmarke, zufällig in einem Buch entdeckt, auf der eine Rakete in den Farben der libanesischen Flagge abgebildet ist: eine Waffe, ein Geschoss, ein Objekt zur Weltraumerforschung? Die Regisseure gehen der Frage nach und stoßen auf die Geschichte der libanesischen Raumfahrtgesellschaft. In den 1960er Jahren, in einer Zeit des Aufbruchs, hatten Studierende und Lehrende der Universität Haigazian in Beirut zusammen mit ihrem Professor Manoug Manougian den waghalsigen Versuch gestartet, ein eigenes Raumfahrtprogramm zu errichten. Obwohl das Projekt wissenschaftlich ausgerichtet war, erhielt es sehr schnell die Aufmerksamkeit der Politik und das - unerwünschte - Interesse des Militärs.

Gespräch mit Irit Neidhardt (Islam- und Politikwissenschaftlerin, mec film, Berlin), Moderation: Sarah Binay (freie Journalistin)

Mars at Sunrise Mars at Sunrise
  • Mi 30.04. 19:00
    die naTo

Mars at Sunrise

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

Kanada/Palästina/USA 2014, OmeU, 75 min, Regie: Jessica Habie
mit Ali Suliman, Guy Elhanan, Haale Gafori
Format:DCP

Azzadeh, eine junge jüdisch-amerikanische Poetin, reist nach Israel, um das Land und deren Menschen kennen zu lernen, über das sie bis dahin nur gehört hatte. Der Konflikt ist allgegenwärtig, und über einen kritischen Zufall enthüllt Azzadeh die Geschichte eines israelischen Soldaten und eines palästinensischen Künstlers, die die Komplexität ihrer Vergangenheit zu reflektieren versuchen: Wie kann ein kreativer Geist in einer solchen Zeit überleben und selbst unter Druck blühen? MARS AT SUNRISE skizziert den persönlichen Konflikt von Menschen beider Seiten der militärischen Grenzen und zeigt wie Kreative danach streben ein Bild vom Leben umgeben vom Konflikt zu malen.

Gespräch mit Irit Neidhardt (Islam- und Politikwissenschaftlerin, mec film, Berlin), Moderation: Markus Höhne (Ethnologisches Institut, Uni Leipzig)

Stable Unstable Stable Unstable
  • Do 24.04. 21:30
    die naTo
  • Mi 30.04. 21:30
    die naTo

Stable Unstable

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

Libanon/Katar 2013, OmeU, 90 min, Regie: Mahmoud Hojeij
mit Camille Salameh, Fadi Abi Samra, Nada Abou Farhat
Format:MPEG4

Silvester in Beirut: Sieben schrullige bis exzentrische Menschen besuchen im Laufe ihrer wöchentlichen Routine den Psychiater. Jeder einzelne von ihnen klammert sich an die Hoffnung, dass Doktor Ghassan für sie doch noch den Sinn des vergangenen Jahres zu enthüllen vermag.
Der Zuschauer beobachtet heimlich, durch den Spiegel im Fahrstuhl und hinter dem Sessel des Therapeuten versteckt, wie die Patienten zu beschäftigt damit sind ihr Leid in einer schrillen Performance darzubieten, als den Rat des Doktors zu befolgen. Eher noch im Inneren des Fahrstuhls, als auf der Therapeuten-Couch sind sie ihrer Persönlichkeit am nächsten. Doch diese ehrlichen Momente sind für sie selbst nicht erkennbar, so sehr bemühen sie sich, den Schein einer stabilen Welt aufrecht zu erhalten - in einem Land, in dem Instabilität die Norm ist. Ein Drama gemischt mit bizarrer Komik.

In Anwesenheit des Schauspielers Husam Chadat, Moderation: Tarek Hassan (Eurient e.V.)

The Repentant The Repentant
  • Do 24.04. 19:00
    die naTo
  • So 27.04. 21:30
    die naTo

The RepentantEl taaib, Le repenti

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

Algerien/Frankreich 2012, OmeU, 87 min, Regie: Merzac Allouache
mit Nabil Asli, Adila Bendimerad, Khaled Benaissa
Format:DCP

Algerien nach Verabschiedung des Amnestie-Gesetzes: Rachid, ein junger Islamist, gibt seine Waffen ab, verlässt den Untergrund und kehrt in sein Heimatdorf zurück. Dort stößt er auf eine Mauer aus Schweigen, Andeutungen und offenen Anfeindungen. Eng verknüpft mit seiner Geschichte ist das Schicksal des Apothekers Lakdar und seiner Ex-Frau Djamila, deren gemeinsame Tochter entführt und getötet wurde. In der Hoffnung, das Grab ihrer Tochter zu finden, nehmen beide Kontakt zu Rachid auf. Ihre Reise wird zur Auseinandersetzung mit Versäumnissen, der eigenen Schuld und der Unmöglichkeit Vergessen zu können.

Im Kontrast zur rauen Schönheit und Stille der algerischen Berge porträtiert Merzac Allouache seine ProtagonistInnen in Nahaufnahme und isoliert sie dadurch in ihrer Einsamkeit und inneren Anspannung zwischen Hoffnung und Perspektivlosigkeit. Im Scheitern zwischenmenschlicher Beziehungen und im komplexen Innenleben der Charaktere beleuchtet Allouache die Tragödie und das Trauma Algeriens, das bis heute nachwirkt.

Mit kurzer Einführung von Karin Willnauer

The Ugly One The Ugly One
  • Di 29.04. 21:30
    die naTo

The Ugly One

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

Frankreich/Libanon 2013, OmeU, Spielfilm, 101 min, Regie: Eric Baudelaire
mit Masao Adachi, Rabih Mroué, Juliette Navis
Format:DCP

Winter in Beirut. An einem Strand, übersät mit Dosen die das Meer anspülte, treffen sich Lili und Michel. Der Moment ist intensiv bis angespannt. Bei ihren Bemühungen die Fragmente einer undefinierten Vergangenheit zusammenzufügen, kommen die Erinnerungen hoch: ein Terrorakt, eine Explosion und das Verschwinden eines Kindes namens Elena.

Verworren in diesen Fragmenten ist die Stimme eines japanischen Erzählers, der von seinem eigenen schwermütigen Beirut erzählt: 27 Jahre kämpfte er im Untergrund an der Seite von Palästinensern als ein Mitglieder der Japanischen Roten Armee. Diese Stimme aus dem Off modelliert die Geschichte von Michel und Lili. Ihr Schicksal wird von dem Mysterium dirigiert, welches sich als der legendäre japanische New Wave Filmemacher Masao Adachi entpuppt. Teils Liebesgeschichte, teils politische Erzählung, halb Doku, halb Fiktion, und ohne vorgegebenes Skript, ist dieser Film der experimentelle Versuch einer Konfrontation zweier Generationen im Hinblick auf Politik und Filmemachen, und stellt Fragen nach Extremismus und Reue.

Gespräch mit Bodo Straub (Alsharq Netzwerk), Moderation: Nina Senchan

Tinghir - Jerusalem Tinghir - Jerusalem
  • Mo 28.04. 21:30
    die naTo

Tinghir - JerusalemTinghir Jérusalem: Les échos du Mellah

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

Marokko/Italien/Frankreich 2013, OmeU, Dok, 86 min, Regie: Kamal Hachkar

Format:MPEG4

Die Macher von Tinghir-Jerusalem begeben sich auf eine Reise zu den Wurzeln von jüdischen Israelis, die in den 60er Jahren als Berber aus Marokko einwanderten. In dem marokkanischen Dorf Tinghir - Heimatdorf des in Frankreich lebenden Regisseurs - erinnert sich nur noch die ältere Generation an ihre einstigen jüdischen Nachbarn und das friedliche Zusammenleben. In einem israelischen Wohnzimmer singt eine, aus Tinghir stammende, Jüdin begeistert Lieder aus ihrer alten Heimat und erzählt bewegt von alten Zeiten. Die Tochter einer Berberin, die den Komfort der modernen, israelischen Gesellschaft zu schätzen weiß, ist weit weniger nostalgisch. Sie fühlt sich als Israelin und hat keine emotionale Verbindung zu ihren marokkanischen Vorfahren. Die lebendigen Interviews des Films erzählen von friedlicher Nachbarschaft von Juden und Muslimen, vom Zurückbesinnen auf die eigenen Wurzeln und vom Suchen und Finden der eigenen Identität.

Gespräch mit Iris Hefets (Psychotherapeutin, Berlin)
Moderation: Bernd Kellner

When Monaliza Smiled When Monaliza Smiled
  • Sa 26.04. 21:30
    die naTo

When Monaliza SmiledLamma dehket Monaliza

6. Arabische Filmwoche Leipzig 2014

Jordanien 2012, OmeU, 95 min, Regie: Fadi Haddad
mit Tahani Salim, Shady Khalaf, Haifa Al-Agha
Format:DCP

Monalisa lächelt. Oder doch nicht? Der jordanischen Monaliza ist das Lächeln vergangen, oder eigentlich hat sie noch nie gelächelt. In einer skurrilen Welt aus Bürokratie, großen Schwestern, Nähtischchen und Nachbarschaftstratsch hat Monaliza wahrhaftig wenig Grund dazu, bis sie der ägyptische Gastarbeiter Hamdi ins Kino mitnimmt und ihr Kaffee kocht.
Die Komödie von Fadi Haddad bietet einen unterhaltsamen Einblick in die heutige jordanische Gesellschaft und thematisiert bei aller Unterhaltung auch Ernstes wie die Situation der ägyptischen Gastarbeiter in Jordanien, oder das Recht von Frauen auf eigene Entscheidung in der Liebe. Dabei versetzt er seine Heldin szenenweise in einen alten, ägyptischen Schwarzweißfilm, was die nicht annähernd so romantische Realität kontrastiert.

Besonders hervorzuheben ist die jordanische Schauspielerin Haifa al-Agha, die Monalizas ältere Schwester Afaf in ihrer Verbitterung und Verzweiflung, aber auch mit großer Liebe zur kleinen Schwester, ganz hervorragend darstellt. Nach „Captain Abu Ra’ed“ ist dies der zweite Langfilm der letzten Jahre aus Jordanien, das bisher nicht als Filmland bekannt ist, ganz im Gegensatz zum oben schon erwähnten Ägypten. Nach Auszeichnungen auf Filmfestivals in Dubai und Malmö kommt er nun im Rahmen der 6. Arabischen Filmwoche auch nach Deutschland. Dabei ist eins sicher: Wenn Monaliza lächelt, wird auch das Publikum dies tun. (Franziska Zezulka)