Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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The Machine Which Makes Everything Disappear The Machine Which Makes Everything Disappear
  • 2.11.2017
    die naTo

The Machine Which Makes Everything Disappear

DOK Leipzig 2017

101 min

The Machine Which Makes Everything Disappear
R: Tinatin Gurchiani, Georgia/Germany 2012, Doc, 101 min, OV with English subtitles

This wonderful film about Georgia in 2012, a country caught somewhere between its communist past and the modern life out there, is based on an equally contemporary and simple idea. The director, Tinatin Gurchiani, invited young people between the ages of 15 and 25 to a casting for a film and started to discuss the film project with them. They talk about their talents, dream roles and reasons to take part in the casting, about events from their past and biographical rifts. These interviews are conducted with such intelligence, sensitivity and determination that the protagonists soon lose their initial embarrassment in front of the camera. Life stories are gradually revealed, just like the wall against which they are filmed is revealed by the peeling paint and plaster. The film follows various protagonists out of the casting situation into their reality, takes up a thought, delves into problems and routines and leaves the path for a new casting, a new story, a new thought. The result is a many-layered mosaic of the emotional world of a whole generation that gains depth and credibility – and melancholy – through the vertical cuts into individual lives. If there was a machine to erase something from your past, what would you erase? Myself, a young woman answers. The sun rarely shines in this film, it’s often raining, and the landscapes are grey and foggy. Nonetheless the director manages to keep the images light – certainly when the documentary turns into poetry and we are reminded that life can also be seen as a comedy. –

Diesem wunderbaren Film über Georgien 2012, einem Land zwischen kommunistischer Vergangenheit und dem modernen Leben irgendwo da draußen, liegt eine ebenso zeitgemäße wie simple Idee zu Grunde. Die Regisseurin Tinatin Gurchiani lädt junge Leute zwischen 15 und 25 Jahren zu einem Film-Casting ein und beginnt, mit ihnen über den geplanten Film zu sprechen. Über ihre Fähigkeiten, ihre Traumrolle und ihr Motiv an dem Casting teilzunehmen, ebenso wie über Ereignisse aus ihrer Vergangenheit oder biographische Risse. Dieses Gespräch wird so klug, einfühlsam und gleichzeitig so zielstrebig geführt, dass die anfängliche Verlegenheit der Protagonisten vor der Kamera schnell schwindet. Schicksale entblättern sich, so wie die Farbe und der Putz von den Wänden blättert, vor denen sie aufgenommen werden. Aus den Casting-Situationen heraus folgt der Film verschiedenen Protagonisten in deren Wirklichkeit, nimmt einen Gedanken auf, taucht in Probleme und Alltag ein und verlässt diesen Pfad wieder über ein neues Casting, eine neue Geschichte, einen neuen Gedanken. Wie ein Mosaik setzt sich in der Folge ein vielschichtiges Bild der Gefühlswelt einer ganzen Generation zusammen, das über die vertikalen Schnitte in das Schicksal einzelner an Tiefe und Glaubwürdigkeit gewinnt. Und an Melancholie. Wenn es eine Maschine geben würde, die etwas aus deiner Vergangenheit löschen kann, was würdest du löschen? Mich – antwortet eine junge Frau. Selten scheint die Sonne in diesem Film, es regnet viel, die Landschaften sind grau und verhangen. Trotzdem gelingt es der Regisseurin, diesem Bild die Schwere zu nehmen – spätestens wenn das Dokumentarische sich in Poesie verwandelt, und wir daran erinnert werden, dass das Leben auch als Komödie verstanden werden kann.

--- Matthias Heeder

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Lief zuletzt im November 2017