Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 heute morgen 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Warum die Wunde offen bleibt Warum die Wunde offen bleibt
  • 6.10.2017
    die naTo

Warum die Wunde offen bleibt

Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen - Weiterdenken zeigt

Österreich 2016, OF, Dok, 80 min, Regie: Marika Schmiedt

Sprache: Deutsch
Language: German

Warum die Wunde offen bleibt“ beschäftigt sich mit der Aufarbeitung des Holocausts an Roma und Sinti durch die sogenannte „2.“ und „3. Generation“.

Im Mittelpunkt des Films stehen Interviews bzw. Gespräche mit drei beeindruckenden Frauen: Anna Gleirscher-Entner arbeitet seit vielen Jahren als psychosoziale Beraterin und hat ein Sachbuch mit dem Titel „Das Unaussprechliche in der psychosozialen Beratung von Sinti und Roma“ verfasst. Ihre wissenschaftliche Arbeit ist von ihrer Biografie – sie ist als elftes Kind in einer Sinti-Familie aufgewachsen – nicht trennbar. Die Erfahrungen, das Schweigen über den Holocaust, die Vertreibung und Ermordung von Familienmitgliedern, führten sie schlussendlich zu dem „Tabubruch“, öffentlich über kollektive und individuelle Traumata zu reden, zu publizieren. Elisabeth Brainin, Psychiaterin und Psychoanalytikerin, berichtet über psychologische Hintergründe der sogenannten Mehrheitsgesellschaft, die den Nationalsozialismus und seine Implikationen gerne als Schlussstrichthema betrachtet. Das Nicht-Anerkennen und das fehlende Bewusstsein über Roma und Sinti als Opfergruppe des NS-Regimes führen zu einer erneuten Viktimisierung.

Genau diesen Mechanismen gilt es aber zu entkommen, vielleicht auch um (kämpferische, künstlerische, politische) Allianzen innerhalb einer heterogenen Gesellschaft auf gleichwertiger Ebene eingehen zu können. Im Gespräch mit der Schriftstellerin und Aktivistin Simone Schönett erfahren wir vom Verdecken, Verstecken und von Assimilation. Die Schriftstellerin schreibt dagegen an, fühlt sich aber oft alleine mit ihrer Einstellung, dass man „die Hand, die füttert, auch beißen darf“. Auf die von diversen Klischees geprägten Romabilder fallen nämlich auch die offiziellen VertreterInnen herein, sie würden als „Vorzeigeroma“ mit diesen Klischees agieren und so eine fundierte und effiziente Romapolitik, die die Gesamtgesellschaft erreichen muss, verunmöglichen. Marika Schmiedt macht die „offene Wunde“ auch als ihre persönliche begreifbar: Mit dem Beispiel der Ablehnung und Bekämpfung ihrer künstlerischen Interventionen gegen romafeindliche Politik.

Im Anschluss Gespräch mit der Filmemacherin und Künstlerin Marika Schmiedt. Moderation: Kathrin Krahl.

Im Rahmen von GZA HEM DIK// Geh und Sieh
Film- und Veranstaltungsprogramm zu Vergangenheit und Gegenwart von Roma und Sinti

Eine Kooperation zwischen RomaRespekt, Romano Sumnal und der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig.
Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Lief zuletzt im Oktober 2017