Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Mattress Men Mattress Men
  • 3.11.2016
    die naTo

Mattress Men

DOK Leipzig 2016

Irland 2016, OmeU, Dok, 82 min, Regie: Colm Quinn

Sprache: Englisch
Language: English

Unter all den Frisuren dieser Welt hat Mick in seiner Jugend ausgerechnet den Vokuhila-Schnitt gewählt – und ist dabei geblieben. Passt zu seinem Geschäft, ein Matratzen-Discount in Dublin mit dem muffigen Geruch des wirtschaftlichen Niedergangs. Der Zweite im Bund der Matratzenmänner ist der arbeitslose Paul, den Mick als modernen Tagelöhner beschäftigt. Und dann ist da Brian, der als lebende Matratze durch die Straßen zieht und Selbstgespräche führt. Aus diesem Werbegag entwickelt sich ein Guerilla-Marketing-Konzept mit Matratzen-Mick als Marke, die über Youtube und die sozialen Netzwerke aufgebaut wird. Viral gehen! Das ist pfiffig und dient dem Geschäft. Diese Seite der Geschichte ist unbestreitbar abgedreht. Aber die Komik steht nicht im Zentrum des Films. Mit sicherem Instinkt für die sozialen Bezüge seiner Protagonisten stellt der Regisseur das Verhältnis zwischen Mick, dem Besitzer, und Paul, der nichts hat außer Schulden, in den Mittelpunkt. Paul ist der Macher der Kampagne. Er dreht und schneidet die Videos mit Mick, er stellt sie online, er bedient Twitter & Co. Aber seine Arbeit wird weder finanziell noch öffentlich honoriert. Der sich hieraus entwickelnde Konflikt ist genau beobachtet, intelligent montiert und schafft eine authentische, atmosphärisch dichte Erzählung, die an die Filme von Ken Loach erinnert. Nur dass Matratzen-Mick und Paul wirkliche Menschen sind.

Alone among all the hairdressers in the world Mick chose to wear the mullet in his youth – and stuck with it. It goes well with his business, a mattress discount shop in Dublin exuding the musty smell of economic decline. The second mattress man is Paul, a jobless man employed by Mick as a modern day worker. And then there is Brian who walks the streets as a living mattress, talking to himself. This advertising gimmick is developed into a guerrilla marketing campaign featuring Mattress Mick as a brand to be built via YouTube and the social networks. Go viral! It’s smart and helps business. The shooting of this side of the story is completed. But comedy is not what this film is about. With a sure sense of the social relations between his protagonists, the director focuses on the relationship between Mick, the owner, and Paul, who has nothing but debts. Paul is the mastermind behind the campaign. He shoots and edits the videos with Mick, puts them online, feeds Twitter & Co. But his work gets neither financial nor public recognition. The conflict arising from this is precisely observed, intelligently edited and produces an authentic and atmospheric narrative evocative of the films of Ken Loach – save for the fact that Mattress Mick and Paul are real people.

Matthias Heeder

Kartenreservierung können ausschließlich über die Ticketkassen in allen DOK-Kinos und im Museum der bildenden Künste vorgenommen werden. Telefonische Reservierungen oder Reservierungen über unsere Homepage sind nicht möglich. Reservierte Tickets verfallen 1,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn automatisch.

Weitere Informationen zu Mattress Men

Lief zuletzt im November 2016