Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Meine Brüder und Schwestern im Norden Meine Brüder und Schwestern im Norden
  • 14.07.2016
    die naTo
  • Fr 15.07. 19:30
    die naTo
  • So 17.07. 19:00
    die naTo
  • Mo 18.07. 22:00
    die naTo
  • Di 19.07. 22:00
    die naTo
  • Mi 20.07. 22:00
    die naTo

Meine Brüder und Schwestern im Norden

BRD/Nordkorea 2016, OmU, Dok, 109 min, Regie: Cho Sung-hyung

Format:DCP

Sprache: Koreanisch mit deutschen Untertiteln
Language: Korean with german subtitles

Wer weiß außerhalb des Landes wirklich etwas über Nordkorea? Was wir von diesem abgeschotteten Land zu sehen und zu hören bekommen, ist immer das gleiche: Militär-Paraden mit Panzern und Raketen, Soldaten und Soldatinnen, die wie Roboter marschieren, Kriegsdrohungen, Hungersnöte, abgemagerte Kinder und nicht zuletzt die drei Generationen von scheinbar wahnsinnigen Diktatoren und die ihnen hysterisch huldigende Gefolgschaft. Sung-Hyung Cho geht diesen Fragen nach, mitten drin – in Nordkorea: MEINE BRÜDER UND SCHWESTERN IM NORDEN porträtiert die Menschen hinter den hartnäckigen Klischees und Stereotypen eine unverstandenen Landes und gibt Einblicke hinter die protzige Propagandafassade einer uns verschlossenen Lebenswelt. Die Menschen, denen Sung-Hyung Cho auf ihrer Reise durch das Land begegnet – Soldatinnen, Bauern, Maler, Näherinnen – sind keine Zufallsbekanntschaften, sondern wurden vom Regime ausgesucht. Trotzdem nähert sie sich ihren Protagonisten dabei aufrichtig interessiert, respektvoll und vor allem ohne jegliche Wertung. So kommt eine Gesellschaft zum Vorschein, deren Liebe zu „ihrem Führer“ uns mehr als einmal sonderbar erscheint.

Sung-Hyung Cho, Regisseurin der fulminanten Dokumentation "Full Metal Village" über das Metal-Festival Wacken Open Air, musste als gebürtige Südkoreanierin zuerst die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen, bevor sie in Nordkorea drehen durfte. In der Schule hatte sie selber noch gelernt, dass Nordkoreaner rote Haut und zwei Hörner am Kopf hätten. Aber nicht nur in Südkorea gilt oftmals: "Lachende Nordkoreaner passen nicht in unser Bild. Die müssen leiden und hungernd aussehen. Wer sich an einem differenzierten Bild versucht, wird sofort diffamiert. Wir brauchen einen Feind, der absolut böse ist, damit wir uns besser fühlen." Mit ihrem vierten Langfilm will Sung-Hyung Cho das gängige Nordkorea-Bild hinterfragen und mit alten Gewissheiten brechen.

Lief zuletzt im Juli 2016