Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Geschenkt wurde uns nichts Geschenkt wurde uns nichts
  • Di 26.04. 19:30
    die naTo

Geschenkt wurde uns nichtsGeschichte einer italienischen Partisanin

Jahrestag der Befreiung Italiens vom Faschismus

BRD/Italien 2014, OmU, Dok, 68 min, Regie: Eric Esser

Sprache: Italienisch mit deutschen Untertiteln
Language: Italian with german subtitles

Zehntausende Frauen kämpften aktiv in den Reihen der italienischen Resistenza. Der Film GESCHENKT WURDE UNS NICHTS erzählt die persönliche Geschichte von drei Partisaninnen, die sich in jungen Jahren in der bergigen Provinz Reggio Emilia dem Widerstand gegen den deutschen Faschismus anschlossen.

25. April 1945: der Verband italienischer PartisanInnen-Gruppen CLN (Comitato di Liberazione Nazionale) verkündet über Radio den Sieg der Resistenza über den Faschismus. Seitdem wird das Datum als der Tag der Befreiung Italiens gefeiert. Über 300.000 AntifaschistInnen beteiligten sich im Partisanenkrieg gegen die deutschen und italienischen FaschistInnen. Den Frauen in der Bewegung kam dabei eine besondere Rolle zu, da nur sie sich im besetzten Italien frei bewegen konnten. Der Historiker Ernesto Galli della Loggia spricht für die Zeit ab September 1943 daher von einem guerra femminile (weiblichen Krieg). Drei der Kämpferinnen werden in dem Film porträtiert: Annita “Laila” Malavasi, Gina „Sonia“ Moncigoli und Pierina „Iva“ Bonilauri.

Der Film von Eric Esser ist ein wichtiges Zeitmoment. Nicht nur, weil er den wichtigen Beitrag der Frauen im antifaschistischen Widerstand beleuchtet, sondern auch, weil er den alltäglichen Kampf gegen den Machismo in den eigenen Reihen thematisiert. „Der Film erzählt die Geschichte einer lebenslangen Emanzipation, die mit dem Befreiungskampf gegen den Faschismus begann.“ Und er hält die Erinnerung an die Verbrechen der deutschen Wehrmacht im besetzten Italien wach, die hierzulande zu größten Teilen vergessen und verdrängt wurde. Seine Bedeutung erlangt der Film daher vor allem dadurch, dass er ehemaligen Widerstandskämpferinnen und Überlebenden eine Stimme gibt und ihre Erfahrung von Faschismus und Widerstand bewahrt. Eine Erfahrung, die alleine aufgrund des Alters der PartisanInnen mit jedem Jahr, das vergeht, mehr zu verschütten droht. Alle drei Protagonistinnen sind im Laufe des Jahres 2011 verstorben.

„Man bekommt keine Bandiera Rossa-Romantik und keinen Militanzfetischismus geliefert. Stattdessen die Geschichten von drei Frauen, deren Entscheidungen in einem bestimmten Abschnitt ihres Lebens Respekt verlangen.“ (Marcus Hammerschmidt / telepolis)

Anschließend Gespräch mit dem Regisseur Eric Esser.

Vorfilm:
Chaja & Mimi
Dok, BRD 2013, Regie: Eric Esser, 10 min, OmU
Chaja Florentin und Mimi Frons sind seit 83 Jahren beste Freundinnen. Geboren und aufgewachsen in Berlin, mussten sie mit ihren Familien 1934 vor den Nazis nach Palästina fliehen. In einem deutschstämmigen Café in Tel Aviv, in dem sie sich täglich treffen, erzählen sie von ihrer ambivalenten Beziehung zu Berlin.

Lief zuletzt im April 2016