Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Wir weigern uns, Feinde zu sein Wir weigern uns, Feinde zu sein
  • Di 22.05. 19:30
    die naTo

Wir weigern uns, Feinde zu seinDen Nahost-Konflikt verstehen – Deutsche Jugendliche begegnen Israelis und Palästinensern

Musalsal - Dokfilme aus Nahost

BRD 2011, dtF, Dok, 90 min, Regie: Stefanie Landgraf, Johannes Gulde

Zwölf deutsche Jugendliche auf einer einzigartigen Begegnungsreise durch die Krisenregion im Nahen Osten. Im Gepäck der 16- bis 22-jährigen: das ungewöhnliche Schulbuch des Friedensforschungsinstitut PRIME „Israelis und Palästinenser - die Geschichte des anderen verstehen lernen“. Mit dabei: der HipHop-Künstler ENZ, der seine Eindrücke während der Reise mit seinen „rhythm and rhymes“ wiedergibt. Auf ihrem Weg durch Israel und das besetzte Westjordanland begegnen sie auf beiden Seiten Menschen, die Wege der Verständigung mit dem „Feind“ suchen. Daoud Nasser z.B., ein palästinensischer Bauer, der sich unter dem Motto „wir weigern uns Feinde zu sein“ allein mit juristischen Mitteln der Gewalt der jüdischen Siedler widersetzt, der Rapper Amim, der „Kunst als Waffe“ einsetzt, oder die israelische Familie Shahak, die eine Tochter durch ein palästinensisches Selbstmordattentat verloren hat und trotzdem heute mit Palästinensern zusammen arbeitet.

Begleitet wird die Gruppe von Lotty Camerman, einer Israelin, deren Eltern Überlebende des Holocaust sind, und von Ali Abuawwad, der als „Kämpfer gegen die Besatzer“ jahrelang in israelischen Gefängnissen saß. Beide arbeiten heute in einer Organisation für Frieden und Gerechtigkeit zusammen. Mit ihnen kann die Gruppe über alles sprechen: z.B. über das Leid der Juden und ihren Widerstand 1943 im Warschauer Ghetto (nach dem Besuch in einem Museum), ebenso über das Leid der Palästinenser und ihren Widerstand, den sie heute unter einer völkerrechtswidrigen Besatzung leisten. „Der Staat Israel ist ein verwirklichter Traum“, so der Holocaust-Überlebende Reuven Moskcovitz im Gespräch mit den Jugendlichen. „Tatsache aber ist, daß seine Fundamente nicht auf Liebe und Frieden gebaut sind. Ich möchte mein Leiden nicht in den Dienst einer Gewalt- und Kriegspolitik gestellt sehen, mit der die Palästinenser als Vertriebene und Heimatlose verewigt werden“.

Aufführung in Anwesenheit beider Filmemacher, Diskussion im Anschluß.
Die Cinémathèque zeigt den Film in Kooperation mit eurient e.V. in der naTo. Der Eintritt kostet 3,00 bzw. 4,00 EUR. Es handelt sich um eine digitale Projektion.
Sprachfassung: Deutsch eingesprochen.

Lief zuletzt im Mai 2012