Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Chappaqua Chappaqua
  • 9.02.2012
    die naTo
  • 12.02.2012
    die naTo
  • 13.02.2012
    die naTo

ChappaquaChappaqua

Filmklassiker

USA/F 1966, OmU, 82 min, Regie: Conrad Rooks
mit Jean-Louis Barrault, Conrad Rooks, William S. Burroughs, Allen Ginsberg, Moondog

Conrad Rooks' semibiografischer Debütfilm CHAPPAQUA ist ein Kultfilm, der 1966 entstand und mitten in die kulturelle Aufbruchstimmung und verrückte Sinnsuche jener wilden Jahre führt, was sich filmisch in einer heute zwar geläufigen, aber darum nicht minder faszinierenden Mischung aus psychedelischen Trips, collageartigen Erzählrhythmen und assoziativ verschachtelten Raum- und Zeitebenen in Farbe und Schwarzweiß niederschlägt.

Erzählerischer Leitfaden des Pop-Art-Labyrinths ist der Aufenthalt des jungen Amerikaners Russell Harwick (Conrad Rooks) in Dr. Benoits (Frankreichs Theater- und Filmlegende Jean-Louis Barrault aus DIE KINDER DES OLYMP) Pariser Klinik, wo er sich einer Schlaftherapie unterzieht, um von seinen Drogen Alkohol und Peyote loszukommen und in Kindheits-Erinnerungen in Chappaqua, New York, zu schwelgen. Dabei wird er, samt zeitweiliger Flucht aus der Klinik, wiederholt von drogengeprägten Visionen, Halluzinationen und Alpträumen heimgesucht. Als er, scheinbar geheilt, im Hubschrauber wegfliegt, sieht er sich selber auf den Turm der Klinik klettern.

Zusammen mit der elektrischen Musik aus Ravi Shankars Ragas und Ornette Colemans Jazz unternimmt man eine spannende Zeitreise in die 1960er Jahre. Damals gab es LSD, um mehr Farbe ins Leben zu bringen und es gab den Schriftsteller William S. Burroughs, um mehr Farbe in die Literatur zu bringen. Und weil Burroughs LSD schluckte, war er die ideale Besetzung als Opium Jones in diesem Film von Conrad Rooks. Außerdem legen Moondog, Ornette Coleman, The Fugs, Allen Ginsberg und Swami Satchidananda kleine und längere Auftritte hin.
Als Zeitdokument per se sehenswert, ist Rooks' etwas anderer Paristrip von Interesse, weil er die Wurzeln der zersplitterten Erzählformen der Gegenwart und ihre Verbindung zur literarischen Montagetechnik der Avantgarde, die heute wiederentdeckt wird, aufzeigt und spielerisch auflöst. Sehenswert ist der Film außerdem dank seiner qualitativ außergewöhnlichen Fotografie für die Robert Frank, Etienne Becker und Eugen Schüfftan an der Kamera verantwortlich zeichneten.

Wir zeigen den Film erstmals seit 1998 in der naTo in einer 35mm-Kinokopie mit deutschen Untertiteln.

Lief zuletzt im Februar 2012