Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Di 24.04. 22:00
    die naTo

Georgische Kurzfilme

Nachlese Dresdner Filmfest

Georgien 1964-80, 90 min, Regie: diverse

Glanzzeit des georgischen Filmschaffens 1960-1980

Geschichten voller Witz, der immer bittere Züge trägt und zur Eigenschaft der Georgier gehört, auch in tragischen Situationen des Lebens den Humor
nicht zu verlieren. Mit Michail Kobachidse ist der in Westeuropa wohl
berühmteste georgische Regisseur mit zwei Filmen vertreten.

Kartlos Chotiwari - der Sohn des bekannten georgischen Schauspielers und
Regisseurs Lewan Chotiwari - wurde 1936 geboren. Nach dem Abitur studierte
er am Staatlichen Institut für Kinomatographie in Moskau. Nach dem Studium
arbeitete Chotiwari im neu eröffneten Grusia-Filmstudio als Regie-Assistent
und später dann im Fernsehfilmstudio, wo auch "Serenade" (1968) entstanden
ist.
"Serenade" ist eine Tragikkomödie über zwei hoffnungslos verliebte Männer,
die nach langem beiderseitigem Kampf um die Aufmerksamkeit der gleichen Frau
erkennen, dass ihr Kampf sinnlos ist. Die Frau hat an keinem der Beiden das
geringste Interesse. Diese Erkenntnis lässt sie zu Freunden werden.

Michael Kobachidse wurde am 05. April 1939 in Tblissi geboren. Er studierte
Schauspiel und Regie bei Sergej Gerassimow in Moskau. In dieser Zeit
entstand sein erster Film "Junge Liebe" (1961), für den er als Regisseur,
Schauspieler sowie Drehbuchautor fungierte. Der Film hat viel Aufmerksamkeit
erregt und ist mit dem 1. Preis für Studentenfilme ausgezeichnet worden.
Nach "Karusel" (1962) drehte Kobachidse seinen Diplomfilm "Die Hochzeit"
(1964), der zahlreiche internationale Preise erhielt, so z.B. in Oberhausen,
Sydney und Buenos Airos. Auch der Kurzfilm "Der Regenschirm" (1967) wurde im
westlichen Ausland mehrfach prämiert.
1968 begann Kobachidze seinen ersten Langfilm "Hoffnungen", der aus vier
Teilen bestehen sollte. Als er den ersten Teil beendet hatte, erteilte ihm
die sowjetische Regierung Arbeitsverbot. Kobachidse wurde vom damaligen
Minister für Kinematographie des "Formalismus" beschuldigt. Die sowjetischen
Behörden lehnten seinen lyrisch-komischen Stil ab. Kobachidse realisierte in
der damaligen UdSSR nur noch wenige Zeichentrickfilme und lebt nach
erzwungener mehrjähriger Stille seit 1996 in Paris. Dort arbeitet er derzeit
an einem Langfilm.
Die zwei vom 13. Filmfest Dresden präsentierten Kurzfilme von Michail
Kobachidse "Der Regenschirm" und "Die Hochzeit" demonstrieren den damals im
Ausland gefeierten und in der Sowjetunion durchgefallenen Versuch, in den
60er-Jahren noch einmal an die bizarren und humoresken Traditionen der
frühen Stummfilme anzuknüpfen.

Die Filme:

Die Hochzeit Michail Kobachidse, 1964, 19 min

Regenschirm Michail Kobachidse, 1967, 20 min

Serenade Kartlos Chotiwari, 1968, ca. 30min

Schicksal Goderski Tschocheli, 1980, 20 min

Lief zuletzt im April 2001