Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Mouth to Mouth Mouth to Mouth
  • 12.12.2006
    die naTo
  • 13.12.2006
    die naTo
  • 15.12.2006
    die naTo

Mouth to Mouth

Jugendbilder

GB/BRD 2004, OF, 98 min, Regie: Alison Murray
mit Ellen Page, Eric Thal, August Diehl, Natasha Wightmann

Man sollte die Mund-zu-Mund-Beatmung beherrschen, wenn man Teil der Gruppe "Spark" werden will. Jederzeit droht jemandem Lebensgefahr. Die 16jährige Londonerin Sherry haut von zu Hause ab. In Berlin stößt sie auf eine kleine Gruppe Jugendlicher, die mit zwei klapprigen Kleinbussen in Richtung Portugal reisen, zum nächsten Rockfestival. Sie nennen sich SPARK (Street People armed with radical Knowledge), gabeln Straßenkids auf, ersetzten Heroin mit Methadon und bieten ihnen ein neues Gemeinschaftsgefühl an. Sherry fühlt sich vom charismatischen Gruppenhäuptling Harry angezogen und schließt sich der bunten Truppe an. Doch bald kommen ihr Zweifel an dessen Zielen: Harry erweist sich zunehmend als selbstherrlich und wird brutal. Die von ihm aufgestellten Gemeinschaftsregeln sind streng und deren Missachtung führt zu erniedrigenden Strafen. Als ein erstes Mitglied der Gruppe stirbt und kurze Zeit später ihre besorgte Mutter Rose auftaucht, wird Sherry klar, dass etwas geschehen muss.
Fachleute sind sich darüber einig, dass Methadon nicht von der Heroinsucht befreien kann. Es dürfte deshalb kein Zufall sein, dass sich Regisseurin und Drehbuchautorin Murray ausgerechnet für diese umstrittene Form der Abhängigkeitstherapie entschieden hat. Genauso fragwürdig wie die Behandlungsmethode ist in der Tat auch die portraitierte Gemeinschaft SPARK. Die Kanadierin zeichnet ein widersprüchlich-beängstigendes Bild der dubiosen Selbsthilfegruppe, mit Strukturen irgendwo zwischen Sekte und Kommune. Ihr Film fokussiert als hartes, sehr modernes Psychodrama darauf, wie schmal der Grat zwischen enthusiastischem Zusammengehörigkeitsgefühl und seelischer Manipulation sein kann. Eric Thal als Kommunardenchef und August Diehl als dessen bereitwilliger Gehilfe geben eine überzeugende Leistung ab, so wie alle übrigen Darsteller auch. Ein furioses Kinodebüt.

Lief zuletzt im Dezember 2006