"Eine Hochzeit ohne Klezmer war schlimmer als ein Begräbnis ohne Tränen." (Leopold Kozlowski)
Klezmer – ein Klang, der für eine Welt steht, die es so nicht mehr gibt – die Welt der europäischen Jüd*innen. Eine jahrhundertelange musikalische Tradition von Klezmorim östlich der Elbe verklang im Sturm des zweiten Weltkriegs mit der Ermordung und Verbannung ihrer Träger. Zeitweilig ein Echo, eine nostalgische Erinnerung, fand Klezmer seine Wege zurück auf die Bühne und ist heutzutage ein lebendiger Teil der modernen Weltmusik.
GEFÄSS DES LIEDES präsentiert fünf Filme, die sich mit der Geschichte von Klezmer auseinandersetzen. Wir lauschen Leopold Kozlowski, dem letzten Klezmer-Musiker, der noch aus der langen Tradition dieser Musik in Polen stammte, in THE LAST KLEZMER – LEOPOLD KOZLOWSKI: HIS LIFE AND MUSIC (1993) von Yale Strom; erleben das Klezmer-Revival, liebevoll dokumentiert durch Michal Goldman in JUMPIN' NIGHT IN THE GARDEN OF EDEN (1987); zusammen mit 14 international bekannten Musiker*innen begeben wir uns auf die musikalische Suche in die Vergangenheit im ZERBROCHENEN KLANG (2011) von Yvonne und Wolfgang Andrä; unternehmen eine Zeit- und Raumreise nach Warschau mit YIDDLE WITH HIS FIDDLE (1936) mit der amerikanisch-jüdischen Legende des jiddischen Films Molly Picon. Bei solch einer Angelegenheit darf die Musik selbst auch nicht fehlen, deshalb eröffnen wir die Reihe am 30. April mit einem Konzert von Inge Mandos und ihrem Ensemble WAKS, die Originalaufnahmen aus den 30er Jahren mit modernen Arrangements und Videoprojektionen verbinden. In der zweiten Veranstaltung am 15. Mai begrüßen wir Alicia Svigals und Donald Sosin in Leipzig, die seit Jahren das Publikum in den USA und Europa mit ihren einzigartigen und mitreißenden Violinen- und Klavierbegleitungen zu Stummfilmen, in diesem Fall OST UND WEST (1923), begeistern.
GEFÄSS DES LIEDES findet im Rahmen des „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“ mit finanzieller Unterstützung der Stadt Leipzig statt.
A wedding without klezmer was worse than a funeral without tears. (Leopold Kozlowski)
Klezmer—a sound that represents a world that no longer exists—the world of European Jews. A centuries-old musical tradition of klezmorim east of the Elbe faded away in the turmoil of World War II, with the murder and exile of its bearers. For a time, an echo, a nostalgic memory, klezmer found its way back onto the stage and is today a living part of modern world music.
GEFÄSS DES LIEDES presents five films that explore the history of klezmer. We eavesdrop on Leopold Kozlowski, the last klezmer musician still hailing from the long tradition of this music in Poland, in THE LAST KLEZMER – LEOPOLD KOZLOWSKI: HIS LIFE AND MUSIC (1993) by Yale Strom; experience the Klezmer revival, lovingly documented by Michal Goldman in JUMPIN' NIGHT IN THE GARDEN OF EDEN (1987); together with 14 internationally renowned musicians, we embark on a musical journey into the past in ZERBROCHENER KLANG (2011) by Yvonne and Wolfgang Andrä; embark on a journey through time and space to Warsaw with YIDDLE WITH HIS FIDDLE (1936), featuring American-Jewish Yiddish film legend Molly Picon.
In such a matter, the music itself must not be overlooked, which is why we are opening the program on April 30 with a concert by Inge Mandos and her ensemble WAKS, who combine original recordings from the 1930s with modern arrangements and video projections. In the second event on May 15, we welcome Alicia Svigals and Donald Sosin to Leipzig, who have been delighting audiences in the U.S. and Europe for years with their unique and captivating violin and piano accompaniments to silent films, in this case EAST AND WEST (1923).
GEFÄSS DES LIEDES takes place as part of “Tacheles. Year of Jewish Culture in Saxony 2026” with financial support from the City of Leipzig.