Cinémathèque Leipzig - Verein

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Film Klassik 1991

Dejavu 1993

Programm 1996

Greenaway

Programm 1996

2011

Die letzte Programmkarte

Japan

Newman

Grassi

Iran 2009

Solo 2009

 

Leitbild Cinémathèque Leipzig e.V.

Die Cinémathèque Leipzig (gegründet 1991) versteht sich als Ort kultureller und gesellschaftlicher Auseinandersetzung mit und über Film – kunstformübergreifend. Als kollektiv und vernetzend arbeitende Plattform streben wir partizipative, emanzipatorische Kooperationen und kritische Sichtweisen an.

Wichtig ist uns ein weitgehend repressions- und barrierefreier Zugang zu den Veranstaltungen für Gäste und Mitarbeiter*innen, unabhängig von deren möglichen Einschränkungen, sozialer und ökonomischer Situation oder zwischenmenschlicher Präferenz.

Nationalitäten und kulturelle Hintergründe begreifen wir als Konstrukte, die es in Frage zu stellen gilt. Programmatisch und inhaltlich orientieren wir unter anderem auf künstlerische, politische und utopische Selbstermächtigung.

Die Cinémathèque zeigt ausgewählte internationale Filme in (neuen) thematisch-künstlerischen Kontexten und entwickelt kooperierend Filmreihen, Festivals, Projekte und Diskussionsveranstaltungen. Alle Filme werden (soweit möglich) grundsätzlich im Original mit Untertiteln präsentiert. Wir bieten anderen Akteur*innen, Institutionen und Einzelpersonen die Möglichkeit, mit uns gemeinsam themenzentriert zu arbeiten und Filmprojekte zu kuratieren.

Die Cinémathèque Leipzig ist Mitglied im Bundesverband Kommunale Filmarbeit.

 

The Mission - Mitglied werden

Mitglied werden

Aktives Vereinsmitglied: Der Jahresbeitrag beträgt 30 € und beinhaltet ehrenamtliches Engagement in unserem Verein. Die Mitgliedschaft berechtigt zu freiem Eintritt zu allen regulären Filmveranstaltungen der Cinémathèque Leipzig.

Clubmitglieder zahlen jährlich 60 € Mitgliedsbeitrag. Die Mitgliedschaft berechtigt zum ermäßigten Eintritt von 3 € für alle regulären Filmveranstaltungen der Cinèmathèque Leipzig.

Fördermitglied werden

Die Höhe einer Fördermitgliedschaft legen Sie selber fest, der Mindestbetrag jedoch beträgt 80 € jährlich.

Die Beitrittserklärung bitte unterschrieben an:

Cinémathèque Leipzig e.V. / Karl Liebknecht Straße 48 / 04275 Leipzig
oder per Fax an: 0341 – 3039135
oder abends unserem Kassendienst geben

Satzung des Vereins

 

Getting any? - Spende

Liegt Ihnen unser Programmkino am Herzen? Ist Ihnen der Fortbestand eines Filmkunsthauses in Leipzig wichtig, so unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende:

Bankverbindung: Cinémathèque Leipzig e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE66 8602 0500 0003 5075 00
BIC: BFSWDE33LPZ

Eine Spendenbescheinigung kann selbstverständlich ausgestellt werden, teilen Sie uns hierfür Ihre Adresse per Email mit.

Platz der Träume

17.4.1991 Gründung der AG Kommunales Kino Leipzig e.V.

Im Frühjahr 1991 fand sich eine Gruppe Film- und Kinointeressierter, allesamt begeisterte Casinogänger, zur Gründung der AG Kommunales Kino Leipzig e.V. zusammen. Das damals anvisierte Profil eines Kinos orientierte sich stark am ursprünglichen Modell kommunaler bzw. nichtgewerblicher Filmarbeit, wie es seit den 70er Jahren im Westen der BRD gewachsen war. „Die kulturelle Bedeutung der Kommunalen Kinos liegt darin, dass sie Filme anbieten, die in kommerziellen Kinos nicht zu sehen sind. Sie präsentieren Filmformen wie Experimental-, Kurz- oder Dokumentarfilm, sie reaktivieren mit musikalischer Begleitung Stummfilme, pflegen die Auseinandersetzung mit dem Medium Film durch Diskussionen z.B. mit Regisseuren, entdecken unbekannte Filmregionen, stellen Filme zu Reihen und Retrospektiven zusammen ... In Zeiten, in denen ein Film mitunter schon nach wenigen Tagen verschwindet oder in bestimmten Städten im 'großen Kino' nie auftaucht, wenn er nicht die nötigen Besucherzahlen bringt oder erwarten lässt, bewahren die Kommunalen Kinos ... die über hundertjährige Geschichte des Films." (epd-film 1/97) Die Arbeit und das Lernen begannen. Es galt, die eigenen Interessen und Erfahrungen auf ein potentielles Publikum abzustimmen, sich im neuen Nach-Wende-Recht und auf dem Filmmarkt zurechtzufinden, und den Verein auf einen förderfähigen Weg zu bringen. Erstmals hieß es, ABM-Stellen und Projektfördermittel zu beantragen sowie das Anliegen öffentlich zu machen.

Opening Night

Herbst 1991 Beginn der Filmvorführungen

Die ersten Filme wurden im Herbst 1991 zur Aufführung gebracht. Um die 100 Gäste besuchten die einmal wöchentlich im Polnischen Institut (Am Brühl) stattfindenden Vorführungen, in denen zunächst abwechselnd polnische und französische Klassiker zur Aufführung kamen.

Existenz

Ab Mai 1992 Kino in der naTo und im Kulturbundhaus

Seit 1992 bespielte die AG Kommunales Kino e.V. auch das Veranstaltungshaus die naTo (Karl-Liebknecht-Straße). Jeden Dienstag ab 21 Uhr hieß es dort "Film ab!" und über die Jahre sollte sich der Saal zur Hauptspielstätte des Vereins entwickeln.

Eine weitere Spielstätte fanden die Mitglieder des Vereins im Kulturbundhaus (Elsterstraße). Legendär sind solche Vorstellungen geworden, bei denen hinter einer Schiebetür gleichzeitig ein Ikebana-Verein tagte oder sich Briefmarkensammler trafen.

Mit der "Filmklappe" wurde hier im Februar 1993 die erste schwule Filmreihe in Leipzig zur Aufführung gebracht und bis Mitte der 90er fanden regelmäßig Vorstellungen für Kinder und Senioren statt.

Kein Science Fiction

Bis Mitte der 90er Schwerpunkt Filmgeschichte

Die Fördertöpfe waren noch voll, der cineastische Nachholbedarf groß und in Zusammenarbeit mit engagierten Partnern und Förderern wie der Stiftung Kulturfonds, dem Europa-Haus, dem Amerika-Haus, dem British Council und dem Französischen Institut konnten zahlreiche Filmreihen ("Schätze Europäischer Filmkunst", "Schwarze Serie"), Regieporträts (Claude Chabrol, Ingmar Bergmann, Ettore Scola, Claude Miller, Zhang Yimou, Pedro Almodóvar, Derek Jarman) und Retrospektiven gezeigt werden.

In ausverkauften Sälen entdeckte das Leipziger Publikum das westdeutsche Autorenkino (Peter Handke, Volker Schlöndorff, Alexander Kluge, Rainer Werner Fassbinder), die Neorealisten (Vittorio De Sica, Federico Fellini), internationales Repertoire ("Avantgarde - Filme der 20er", "Der Amerikanische Independent Film der 50er bis 90er Jahre", "Independent Film Night From London") und die DEFA ("Filmwoche UFA los", "UFA-Streiflichter") neu.
Erste länderspezifische Filmreihen, wie "Mythos Afrika" im Januar 1994, luden die Zuschauer auf cineastische Entdeckungsreisen ein.
In der naTo, der durch die Arbeit des Partners naTo e.V. ein vor allem musikinteressiertes Publikum gewachsen war, wurden anfänglich überwiegend Musikfilme zur Aufführung gebracht und gemeinsam kreierten beide Vereine die erfolgreiche Reihe "Stummfilm Live" ("Nosferatu – Eine Sinfonie des Grauens").

Im September 1993 erschien die erste Ausgabe einer eigenen Monatszeitschrift der AG Kommunales Kino – "Déjavu Nr. 1", endlich war es möglich, das umfangreiche Programm angemessen zu beleuchten und zu bewerben.

Alles bestens (Wir verschwinden)

Ab 1995

Ab Mitte der 90er Jahre änderte sich das Programmprofil. Die Kinobranche war in Bewegung, zahlreiche kleine Verleihfirmen hatten sich neu gegründet, der Blick weitete sich, das Programm wurde breiter, moderner und vor allem international. Beim Publikum war das Interesse an Repertoire und Filmgeschichte zurückgegangen, junges Kino aus aller Welt war gefragt. Besondere Aufmerksamkeit galt hier bald Ostasien.

Mit Regieporträts und Werkschauen warb der Verein weiterhin um die Aufmerksamkeit von Cineasten ("Ulrike Ottinger – Porträt einer Grenzgängerin", "Peter Greenaway – Werkschau") und mit dem siebenstündigen Meisterwerk "Satanstango“ von Béla Tarr lud das Kommunale Kino im Oktober 1994 zu einem filmischen Marathon, der seitdem seines Gleichen sucht.

Neben dem regulären Spielbetrieb etablierten sich allmählich thematische Blöcke und wiederkehrende Filmreihen mit Länderschwerpunkten. ("Britspotting", "Nippon Connection on Tour – Japanische Filmtage Leipzig", "Cottbus-Nachlese", "Bollywood", "Dokfestival", "Hongkong Filmpanorama").

bisherige Aufführungsorte (neben der naTo)

  • Katakombe, Sternwartenstraße "Derek Jarman"
  • Frauenkulturzentrum, (damals) Braustraße "Agnes Varda"
  • Villa, (damals) Karl-Tauchnitz-Straße und Lichtwirtschaft, Stöckartstraße "Eine-Welt-Filmwoche"
  • Hansahaus, Grimmaische Straße "Filmklappe Nr. 6 - Andy Warhol -Die frühen Filme"
  • Kosmospolitan "Bollywood-Party"
  • UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Straße "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens"
  • Lichthof der Moritzbastei (mb-Sommerkino) – Open Air-Veranstaltungen
  • Lichthof der HGB
  • Innenhof des Neuen Rathauses
  • Grassi – Innenhof "Stummfilm Live"
  • GRASSI – Vortragssaal "film im GRASSI"
  • Substanz "Sommerfilmnächte im Café Substanz"
  • Museum der Bildenden Künste

Im Juni 1996 fanden in Zusammenarbeit mit der Universität zum ersten Mal "Die Internationalen Leipziger Studentenfilmtage" statt.

Requiem for a Dream

1997 "Filmkunsthaus die naTo"

Die verschiedenen Aufführungsorte belegen es, der Verein vagabundierte mit seinem Kulturangebot. Dies hatte nicht nur Vorteile, wie den einer breiten öffentlichen Präsenz, es strapazierte ebenso die personellen Ressourcen. Außerdem war eine maximale Filmauswertung auf diese Weise nicht möglich. Die Aufrechterhaltung des Programms, dies wurde schon damals deutlich, konnte nur durch einen regulären Spielbetrieb gesichert werden. Verschiedene Pläne für eine eigene feste Spielstätte (wie die Projekte "Kulturbundhaus", "Volkshaus" und "Glashaus") aber waren immer wieder gescheitert.

Das kulturelle Angebot in der naTo war in dieser Zeit allmählich gewachsen: naTo e.V. und AG Kommunales Kino e.V. teilten sich inzwischen ein Büro und bespielten gemeinsam das Haus – an sieben Tagen in der Woche, wobei das Kino im Durchschnitt 5 von 7 Veranstaltungstagen programmierte. Der erste gemeinsame naTo-Flyer erschien – mit den Rubriken LIVE und KINO.

Der naTo e.V. selbst bemühte sich damals um einen anderen, größeren Veranstaltungsort, das Nauendörfchen, und für die AG Kommunales Kino standen die Zeichen endlich günstig. Im September 1997 sollte der langjährige Partner in sein neues Haus umziehen, das Kino aber die gewachsene Spielstätte übernehmen – das "Filmkunsthaus die naTo".

Als auch dieser Plan schlussendlich scheiterte, gestaltete sich das Weiterarbeiten zunächst schwierig. Die naTo war zu eng geworden für die Ansprüche und Notwendigkeiten beider Vereine. Doch es ging und geht weiter ...

Do It!

Filmkunstengagement ab 1999

1999 kippte die Landesfilmförderung und 2001 hielt auch die städtische Fördermittelkürzung Einzug, die schließlich bis zum Jahre 2009 anhalten sollte.
2004 stand für die AG Kommunales Kino die Institutionelle Förderung zur Disposition, was ein Aus für das umfangreiche Programm des Vereins bedeutet hätte. Der Status schlussendlich blieb erhalten, die Förderung jedoch sank weiter.

2005 wurde auf Beschluss der Mitgliederversammlung aus der "AG Kommunales Kino Leipzig e.V." die "Cinémathèque Leipzig e.V.". Nach 14 Jahren kontinuierlichen Arbeitens für die Filmkunst und im Hinblick auf den regulären Spielbetrieb war es an der Zeit, die "Arbeitsgemeinschaft" aus dem Titel zu streichen. Der Verein trat überdies schon lange Zeit mit beiden Namen in Erscheinung. Vor allem der Kontakt zu Internationalen Verleihfirmen, die mit dem Begriff "Kommunales Kino" zumeist wenig anfangen konnten, ließ die offizielle Umbenennung zur "Cinémathèque Leipzig" sinnvoll erscheinen.

Comrades in Dreams

Im neuen Jahrtausend eins

Im Januar 2007 startete mit "FILM im GRASSI" eine neue Reihe im großen Vortragssaal des neu eröffneten Museumskomplexes am Johannisplatz, im Frühjahr des gleichen Jahres beteiligte sich die Cinémathèque mit "zerowork – work in progress" an einem bundesweiten Projekt und im Leipziger Süden fand sich ein lauschiger Platz für das "2cl-Sommerkino auf Conne Island". Die Cinémathèque wurde außerdem Partner und die naTo damit Abspielstätte neuer – von anderen Vereinen initiierter – Projekte wie der „Argentinischen Filmtage“ des sudaca e.V. und der Dokumentarfilm- und Gesprächsreihe „Musalsal“ von eurient e.V.

2008 wurde mit „Solo für Licht“ ein neues, viel beachtetes Festival ins Leben gerufen, dessen Programm die Möglichkeiten des Mediums – die Vielfalt der Filmsprache jenseits des gesprochenen Wortes – in den Blick rückt. 2009 erhielt die Cinémathèque für dieses Festival den Sonderpreis, für das Gesamtprogramm 2008 außerdem den Kinoprogrammpreis des Kinematheksverbundes. 

Bis heute bespielt die Cinémathèque Leipzig die naTo mit 4/5 Spieltagen in der Woche und zeichnet für das Kinoprogramm des Hauses verantwortlich.
Nach wie vor wird das Programm im Rahmen Institutioneller Förderung anteilig von der Stadt Leipzig finanziert und von anderen öffentlichen Trägern mit Projektmitteln gefördert.
Daneben ist der Verein bemüht, weitere Fördermöglichkeiten zu eruieren, neue Kooperationspartner, Spender und Sponsoren zu gewinnen. Dies bindet einen enormen Teil der personellen Kraft eines Kulturbetriebes, dessen Mitglieder hauptsächlich ehrenamtlich arbeiten.

Neben der Programmarbeit betreiben wir weiterhin Anstrengungen zur Ausweitung unseres Spielbetriebes, um das Angebot eines anspruchsvollen, nichtgewerblichen Programms aufrechterhalten zu können. Hauptziel ist eine eigene Spielstätte, die ein tägliches Abspiel, freie Disposition und damit die bestmögliche Auswertung einzelner Filme und Filmreihen ermöglicht.
Das letzte mit großem Aufwand voran getriebene Projekt für eine solche – eine Abspielstätte mit zwei Sälen im "Kunst- und Gewerbehof Feinkost" (2004-2006) – scheiterte.

Nach nunmehr 20 Jahren des Tätigseins für die Filmkunst, nach Zeiten der Euphorie und Phasen größter Budgetschwierigkeiten, kann allein die Einsicht als gesichert gelten, dass der Satzungszweck der Cinémathèque Leipzig in Zukunft nur zu erfüllen ist, wenn die Konzentration weiterhin auf anspruchsvollen, diskussionswürdigen, vor allem jungen internationalen Kino- und Video-Produktionen aller Genres und Länder (Schwerpunkt Original- und untertitelte Fassungen) liegt.