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Leipzig-Premiere

BRD 2011, OmU, Dok, 92 min, Regie: Miriam Fassbender

Zu Beginn zeichnet Mohamed, einer der beiden Protagonisten des Films mit [einem Kohlestück] eine Landkarte, es ist eine ungewöhnliche, eine abstrakte Landkarte Afrikas, sie zeigt die Reiseroute bis Nordafrika, dort, wo so viele hoffen, in eine der spanischen Enklaven in Marokko vorzudringen oder das Meer nach Europa zu überqueren. «Europa ist das Paradies» heißt es irgendwann im Film, «nein», «Europa ist nicht das Paradies, es ist nur das Paradies für Afrika.»

Streckenweise drehen die Protagonisten, Mohamed, der aus Mali stammt, und Jerry aus Zentralafrika selbst, dadurch erhält man Einblicke in das Leben, das sonst nur in Erzählungen lebendig wird. Jerry will nach Europa, weil er es dort zumindest theoretisch schaffen kann, er ist Musiker und wohl auch Poet, mitunter sehen wir, wie er sich Notizen macht, und wir spüren es an der Art, wie er erzählt. Miriam Fassbenders Film nimmt sich Zeit. 90 Minuten, und die werden nie zu lang, im Gegenteil, am Ende wollen wir noch mehr wissen. Miriam Fassbender zeigt zwei Menschen, lässt sie sich selber zeigen. (Angela Huemer)

Die Cinémathèque zeigt den durch die Filmwerkstatt Hamburg Schleswig-Holstein geförderten Film digital auf Französisch mit deutschen Untertiteln in der naTo.

Am 27. Mai mit der Regisseurin zum Filmgespräch. Moderation: Claudia Cornelius


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Das Weiterleben der Ruth Klüger Das Weiterleben der Ruth Klüger

Das Weiterleben der Ruth Klüger

Leipzig-Premiere

Österreich 2011, teilweise OmU, Dok, 85 min, Regie: Renata Schmidtkunz

Überleben und Weiterleben: Die als Elfjährige aus dem zutiefst antisemitischen Wien vertriebene Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger ist Theresienstadt- und Ausschwitz-Überlebende. Sie will sich jedoch keineswegs nur über ihre Opferrolle definiert wissen. Anhand ihrer Biografie wird die Frage gestellt, wie sich das Leben nach der Shoah gestalten lässt und wie nachhaltig es von diesen schrecklichen Erfahrungen geprägt wird.

Der Journalistin und Filmemacherin Renata Schmidtkunz gewährt Ruth Klüger intime Einblicke in ihr privates Umfeld, sie berichtet über ihr Aufwachsen im judenfeindlichen Wien, über ihr eigenes Muttersein und ihr Verständnis von der eigenen Weiblichkeit in problematischen Zeiten. Diese sehr persönliche Annäherung an das Schicksal von Ruth Klüger ist sowohl Biografie einer bedeutenden Schriftstellerin als auch Bestandsaufnahme über das Vergessen und den Umgang unserer Gesellschaft mit der Vergangenheit.

"Renata Schmidtkunz gelingt es, Ruth Klüger nicht nur als hoch geehrte Wissenschaftlerin, viel gelesene Autorin und engagierte Feministin zu zeigen, sondern auch als private Person. Als eine Persönlichkeit, die weiß was sie sagt und dazu steht, die unsentimental und realistisch trotz ihres Alters nach vorn blickt und dennoch die Vergangenheit nicht verleugnet." (neuewelt.at)

Leipzig-Premiere. Die Cinémathèque zeigt den Film digital auf Deutsch und teilweise Englisch mit deutschen Untertiteln in der naTo.

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