Personalie: Wolfgang Kohlhaase

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Kurzfilme im Dezember

01.12.-19.12.
24 DAYS OF TORTURE
Ines Pagniez, Victoria Jardine

GB 2016
2:07 min

20.12.-30.12.
TURKEY
Harvey Benschoter

USA 2013
2:56 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Die Cinémathèque Leipzig präsentiert alle Filme (soweit möglich) im Original mit Untertiteln


All films are shown in Original Version with subtitles (if possible)

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Personalie: Wolfgang Kohlhaase

In der Reihe PERSONALIE widmet sich die Cinémathèque Leipzig Persönlichkeiten des deutschen und internationalen Films, die mit ihrer vielschichtigen und herausragenden Arbeit Maßstäbe setzen. Besondere Aufmerksamkeit gilt hierbei Filmschaffenden jenseits der Kamera, die entscheidend, für das Publikum hingegen meist unsichtbar, im Vorfeld oder nach Drehschluss am Gesamtkunstwerk Film mitwirken.
Das Programm umfasst bekannte und unbekanntere Werke, Gespräche und Diskussionen. Zu den bisher in dieser Reihe Porträtierten zählen der Filmkomponist Bernard Herrmann (2013), die Cutterin Monika Schindler (2014) und der Regisseur Ulrich Seidl (Okt. 2015).

Im Frühjahr 2016 feiert der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase seinen 85. Geburtstag – für die Cinémathèque ein willkommener und längst überfälliger Anlass für einen Einblick in sein umfassendes Schaffen im Rahmen einer nächsten PERSONALIE.
Wolfgang Kohlhaase ist einer der erfolgreichsten und prägendsten Drehbuchautoren des deutschen Kinos. Seine Arbeit umfasst 60 Jahre deutsch-deutsche Filmgeschichte, angefangen 1953 mit der DEFA-Produktion „Die Störenfriede“ über den DDR-Spielfilmklassiker „Solo Sunny“ bis in die Gegenwart, in der Kohlhaase zuletzt das Drehbuch für Andreas Dresens Romanverfilmung „Als wir träumten“ verfasste, die auf der Berlinale 2015 Premiere feierte.

Wolfgang Kohlhaase zählte von Beginn an zu den bedeutenden Stimmen des ostdeutschen Films. Zusammen mit Regisseuren wie Gerhard Klein, Konrad Wolf oder Frank Beyer wollte er eine neue Filmsprache finden. Stark beeindruckt und beeinflusst durch den italienischen Neorealismus widmet er seine filmische Arbeit bis heute zum einen der Auseinandersetzung mit Faschismus und Krieg, zum anderen der jüngeren deutschen Geschichte und Gegenwart mit ihren konkreten sozialen Bezügen. Kohlhaases großes Anliegen ist, „die Wirklichkeit ins Kino zu bringen“. Hieraus sind u.a. seine charakteristischen Berlin-Filme entstanden, wie „Berlin – Ecke Schönhauser“ (1957), „Solo Sunny“ (1980) und „Sommer vorm Balkon“ (2006).
Kohlhaase schreibt nah an seinen Protagonisten und beobachtet genau. Er verzichtet auf Stilisierungen und überflüssige Szenerie und setzt stattdessen auf eine starke, verdichtete Sprache und auf authentische Charaktere. Seine Filme fangen das Lebensgefühl ihrer Zeit ein und zeigen Brüche, persönliche wie gesellschaftliche. Auf ein strikt lineares, ideologiegetreues Kino ließ sich Kohlhaase dabei niemals ein.

Aus mehr als 20 Kinofilmen zeigt die PERSONALE: WOLFGANG KOHLHAASE eine Auswahl, die die zeitliche Spannweite seiner Arbeit abbildet und dabei thematische Schwerpunkte und stilistische Besonderheiten deutlich werden lässt.

Alle Filme werden von analogem 35mm-Material gezeigt.

Am 19.2. ist Wolfgang Kohlhaase zum Filmgespräch zu Gast.

Die Cinémathèque Leipzig e.V. dankt dem Verband Deutscher Drehbuchautoren VDD e.V. für die freundliche Unterstützung.