Hausgemeinschaft (family affairs)

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Kurzfilme im Dezember

01.12.-19.12.
24 DAYS OF TORTURE
Ines Pagniez, Victoria Jardine

GB 2016
2:07 min

20.12.-30.12.
TURKEY
Harvey Benschoter

USA 2013
2:56 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Die Cinémathèque Leipzig präsentiert alle Filme (soweit möglich) im Original mit Untertiteln


All films are shown in Original Version with subtitles (if possible)

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Hausgemeinschaft (family affairs)

Das Thema „Familie“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Filmgeschichte. Von den „Heile-Welt-Familien“ des Heimatfilms, in denen dicht unter der Oberfläche oft ungeahnte Untiefen lauerten, über hochdramatische Familiengeschichten, die sich über mehrere Generationen bis in den Exzess steigern können bis zu intensiven kammerspielartigen Szenen am Abendbrottisch: Familien können einen Haufen Probleme bergen.

Gleichzeitig ist die intakte Familie eine Idealvorstellung, die bis heute nicht an Kraft verloren hat. Allerdings haben sich die Definitionen dessen, was eine „intakte Familie ausmacht“ gerade in den letzten Jahren sehr stark verändert, sind komplexer und viel differenzierter geworden. Das Stereotyp „Vater-Mutter-Kind“ reicht zur Beschreibung aktuellen Familienlebens längst nicht mehr aus. Mit der Filmreihe „Hausgemeinschaft (family affairs)“ wollen wir dieser Tatsache Rechnung tragen.

Mit dem Kurzfilmprogramm „Familienaufstellung“ begeben wir uns auf die Suche nach den typischen Mustern innerhalb familiärer Systeme, die – ob wir es wollen oder nicht – unser aller Leben bestimmen. Eine spannende Mischung als fiktionalen, dokumentarischen und experimentellen Kurzfilmen eröffnet neue, ungewohnte Perspektiven auf ein Thema, das wir alle kennen.
Mit einer Einführung durch die Kuratorin des Programms, Luc-Carolin Ziemann und einem Filmgespräch mit der Regisseurin Susanne Schulz.

Der Spielfilm „Staub auf unseren Herzen“ von Hanna Doose ist ein hochintensives Mutter-Tochter-Drama, in dem die große Susanne Lothar ihre letzte Kinorolle spielte. Ihr gegenüber agiert die junge Schauspielerin Stefanie Stremler („Die Spielwütigen“) in der Rolle der Tochter, der es auch als Erwachsene nicht leicht fällt, sich vor der Einflussnahme ihrer Mutter in Sicherheit zu bringen. Am 10.6. begrüßen wir Stephanie Stremler zum Filmgespräch. Moderation: Luc-Carolin Ziemann

Die französische Produktion „Das Leben gehört uns - La guerre est déclarée“ lässt sich schwer in herkömmliche Kategorien einordnen. Drama oder Komödie? Dieser Film ist beides, zur gleichen Zeit. Er erzählt sehr authentisch vom Super-Gau, dem größten anzunehmenden Unfall, der eine junge Familie ereilen kann: wird ein Kind todkrank, tritt alles andere dahinter zurück. Die Regisseurin Valérie Donzelli hat diese Erfahrung selbst gemacht und verarbeitet ihre Erlebnisse in diesem authentischen, aber gleichwohl absolut zauberhaften Film. Der Film wird ebenfalls mit einer Einführung der Kuratorin Luc-Carolin Ziemann gezeigt.

Auch der belgisch-niederländische Festival-Erfolg „The Broken Circle“ fokussiert sich auf die Frage, wie die Liebe dem Unglück einer Familie begegnen kann bzw. ob es sogar möglich ist, dass die Liebe zu nachhaltigen Unglück führt. Auch hier sind zwei Liebende mit der Krankheit ihres Kindes konfrontiert und es ist absolut sehenswert, mit welch unterschiedlichen Ansätzen die RegisseurInnen das Thema ins Bild setzen.

Hinweis: die Ausstellung „Hausgemeinschaft (family affairs) läuft vom 08. Juni – 29. September 2013 in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig.