Infernal Affairs in der Cinémathèque Leipzig

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Infernal Affairs Infernal Affairs
  • 2.09.2020
    Ost-Passage Theater

Infernal Affairs

Cops

HK 2002, OmU, 101 min, Regie: Andrew Lau, Alan Mak
mit Andy Lau, Tony Leung Chiu Wai, Kelly Chen

Sprache: Chinesisch mit deutschen Untertiteln
Language: Chinese with german subtitles

+++English version below+++

Wir freuen uns, dass wir mit einem Teil unserer Filmreihe COPS im Ost-Passage Theater (Konradstr. 27, 04315 Leipzig, über ALDI) zu Gast sein dürfen!
Tickets bitte direkt über das Ost-Passage Theater:
https://ost-passage-theater.de/

Chinesisch mit deutschen Untertiteln

In Hongkong tragen Polizei und Triaden einen erbitterten Kampf um die Hoheit im Stadtstaat aus. Der junge, aufstrebende Polizist Lau ermittelt gegen einen Maulwurf in den eigenen Reihen. Yan, ein abgebrühter Gangster und die rechte Hand eines Triaden-Bosses, soll einen Polizeispitzel enttarnen. Auf dieser Grundlage strickt der mit agonischer Überspannung temperierte Neo-Noir ein dichtes Vexierspiel um Gut und Böse, Richtig und Falsch. Kaleidoskopisch verfolgen wir ein permanentes Verlieren und Rekonstruieren von Identitäten. Das mehrfache Ineinanderspiegeln der Raum-Zeit-Ebenen mündet in einem verrückten Auflösungstwist. Über allem schwebt die Frage, deren Antwort – am Ende des Films, auf einem Dach hoch oben über den Straßen – tödlich sein wird: Wer bin ich?

Tickets können online gekauft oder reserviert werden: https://booking.cinetixx.de/frontend/#/eventList/2258131773
Reservierte Tickets müssen bis 20 Minuten vor Filmbeginn abgeholt werden. Besucher*innen mit Gutscheinen reservieren bitte ebenfalls online. Restkarten gibt es an der Abendkasse.



+++English version+++

Chinese with German subtitles

In Hong Kong, the police and triads are engaged in a bitter fight for sovereignty in the city-state.
Lau, a young aspiring police officer is investigating a mole in his own ranks. Yan, a hardened gangster and right hand of a triad boss is supposed to expose a police informer. On this the directors create a dense puzzle game about identities, good and evil, right and wrong. Kaleidoscopically we follow the permanent loss and new construction of identities. Above it all hovers the question whose answer – at the end of the film, on a roof high above the streets – will be fatal: Who am I?

Tickets are available online:
https://booking.cinetixx.de/frontend/#/eventList/2258131773
Reservations are also possible there. Reserved tickets must be picked up at least 20 minutes before the screening. Visitors* with vouchers should also reserve online, please. Remaining tickets are available at the box office.





Aus der Filmreihe: COPS

1667 in Paris: Unter Ludwig XIV. wird erstmals eine flächendeckende Straßenbeleuchtung staatlich organisiert, um die Gesellschaft in den Städten besser kontrollieren zu können. Damit einher geht die Schaffung einer Polizei zur "Gewährleistung eines standesgemäßen Lebens".

Die "polizey" – also das gute Benehmen – wechselt die Seiten. Hatten bisher (sozial geächtete) Nachtwächter in der Stadt und Vögte auf dem Land für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, so wandelt sich nun die Überwachung von Regelkonformität in einen militärisch geprägten Verwaltungsakt. Das Handeln von Privatpersonen und deren Gutdünken wird somit in ein steuerbares Werkzeug der Legislative transformiert. Ein Apparat beginnt zu laufen.

Einem solchen Apparat ist auch eigen, niemals nicht zu laufen. Wenn gerade kein Verbrecher zu verfolgen ist, dann bedeutet dies nur, es wird nicht gut genug gesucht – das Verbrechen ist einfach nicht entdeckt. Daraus folgt natürlich, dass intensiver, mit besserer Technik und mehr Befugnissen gesucht werden muss. "All suspects are guilty! Otherwise, they wouldn't be suspects, would they?", heißt es so schön in Kevin Rubios TROOPS (einer am Set von STAR WARS in Drehpausen heimlich umgesetzten Mockumentary, die die Realitiy-TV Serie COPS auf den Arm nimmt).

Die Filmreihe COPS geht von folgender These aus: Das Bild des Polizisten bzw. der Polizistin, das im Film gezeichnet wird, unterscheidet sich von dem öffentlich verbreiteten. Im Gegensatz zu dem von offizieller Seite vermittelten, positiven Bild des neutral und distanziert über der Lage stehenden "Ordnungshüters" ist die Filmfigur eine zerrissene. In ihr kollidiert die gesellschaftliche, historisch-strukturelle Aufgabe mit der (auch persönlichen) Lebensrealität zu konfliktbeladener Ambivalenz.

Es bleibt nicht aus, dass die Personen in dieser Ambivalenz prädestiniert sind, die Ordnung, die sie verkörpern sollen, ihrerseits nicht aufrechterhalten zu können. Polizist*innen sind ebenso korrupt, rassistisch, bündlerisch, hilfsbereit wie alle anderen Menschen.

Die Gewalt, die sie institutionell verkörpern, transformieren sie in der Praxis in ein probates Werkzeug ihres eigenen Handelns. Im Film wird ein solche eskalative "Lösung" von Konfliktsituationen immer wieder legitimiert, indem das Handeln der Polizist*innen emphatisch nachvollziehbar gemacht wird.

Das Fernsehen nimmt in der Darstellung von Polizist*innen in der Regel eine Zwischenstellung ein. In Produktionen des deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehens (TATORT) beispielsweise, aber auch in US-amerikanischen Serien (etwa CAGNEY & LACEY) wird der einzelnen Figur auf persönlicher Ebene der Ausbruch aus dem idealisierten Bild zuweilen gestattet; die strukturelle Ebene jedoch bleibt stets und im Gegensatz zum Spielfilm positiv besetzt.

Das Programm versucht die erläuterten Ambivalenzen und Konflikte zu thematisieren und eine Diskussion über ihre Ursachen und Umstände anzuregen.

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