We Live in Silence & Soleil Ô in der Cinémathèque Leipzig

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ProgrammSeptember2019

INTERIM

Wir haben jetzt eine zweite Veranstaltungsstätte!

INTERIM der Cinémathèque Leipzig

Das aktuelle Programm findet ihr hier.

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MUSIC IN MOTION

Kurzfilm im September

Secret For The Mad
Hannah Jacobs
2018
3:49 min


vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)


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    We Live in Silence & Soleil Ô

    134 min

    WE LIVE IN SILENCE
    Simbabwe 2017, 37 min, Regie: Kudzanai Chiurai, engl. OF

    SOLEIL Ô
    Mauritanien, Frankreich 1969, 98 min, Regie: Med Hondo, OmeU
    mit Robert Liensol, Théo Légitimus, Gabriel Glissant, Mabousso Lo
    Sprache: Französisch und Arabisch mit englischen UT

    SOLEIL Ô erzählt die Geschichte eines mauretanischen Migranten, der sich in Paris auf die Suche nach seinen "gallischen Vorfahren" macht. Dieses filmische Manifest versucht, die neuzeitliche Form der Sklaverei gegen Einwohner „zweiter Klasse“ aufzuzeigen: Mit dokumentarischen Sektionen, kleinen Animationen oder rituellen Aufführungen werden die wirtschaftliche wie kulturelle Ausbeutung, Lebensbedingungen, Entfremdung und allgegenwärtiger Rasissmus angeprangert. Mit seinem 1970 in Cannes uraufgeführten und in Locarno mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichneten Debüt SILEIL Ô wurde Med Hondo schlagartig berühmt.
    „The original idea was to show tourist spots packed with blacks only. All of a sudden you would see Sacré-Cœur, and you would see only blacks. It would have had a powerful cinematographic impact. But the idea remained on paper and wasn’t translated into images." Med Hondo, “Jeune Cinéma”, Juni/Juli 1970

    Chiurai nimmt Hondos Film wiederum als Ausgangspunkt, um mit counter-memories dominierende koloniale Narrative anzugehen. Insbesondere bezieht er sich auf die koloniolale Denkweise einer Aussage in SOLEIL Ô: „Es ist unabdingbar, Individuen auszuwählen, die in der Lage sind zu sprechen wie wir, zu denken wie wir, Wörter zu behalten, aufzunehmen, ja aufzunehmen wie wir und vor allem, ihnen dieselbe Bedeutung zu geben wie wir. So wird es Millionen weißgewaschener Schwarzer geben, weißgewaschen und ökonomisch versklavt.“ In sieben aufwendig inszenierten Tableaus verschiebt Chiurai den Punkt, von dem aus SOLEIL Ô betrachtet wird – nicht nur durch eine mehrdeutige Umsetzung Hondos oben stehender eigener Aussage.