8, Lenin Avenue in der Cinémathèque Leipzig

<< Oktober 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 heute morgen 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>

 

Programm Oktober

Anzeige LE Animation Grusel Special

Kurzfilme im Oktober

01.10.-13.10.
ANGRY KID - HORROR
Darren Walsh

GB 2000
1:32 min

14.10.-29.10.
GRAVEYARD SHIFT
Carlos Schvepper

CAN 2016
2:36 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Die Cinémathèque Leipzig präsentiert alle Filme (soweit möglich) im Original mit Untertiteln


All films are shown in Original Version with subtitles (if possible)

Newsletter

8, Lenin Avenue

8, Lenin Avenue

DOK Leipzig 2017

101 min

8, Lenin Avenue
R: Anna Pitoun/Valérie Mitteaux, France 2017, Doc, 101 min, OV with English subtitles

Long-term observations have their own rules. They often evolve out of earlier film projects and a continued contact with the protagonists. Anna Pitoun and Valérie Mitteaux have followed their protagonist Salcuta Filan’s fate with the camera for almost 15 years, which allows them to draw a wide narrative arc and reveal developments. The first images, showing the citizens of Achères, a community to the north-east of Paris, trying to protect a Roma camp from evacuation were shot in 2003. That was when the first film about Salcuta and her two children, Denisa and Gabi, was produced, “Caravan 55”. The directors want to show that integration is possible, even for Roma, who are up against stronger prejudices than other immigrants. Right-wing populists use them as scapegoats to be made political examples of. Despite the warm-hearted helpers whose friendship with Salcuta’s family is real, everyday racism and antiziganism are clearly apparent, just like the shift to the right of the past few years which has changed the social climate in France. Nonetheless Salcuta grows from a shy, single widow to a confident matriarch who fights for her rights. In France she finds a voice she never had as a Romani in her home country of Romania.

Langzeitbeobachtungen haben ihre eigenen Regeln. Oft entwickeln sie sich aus vorherigen Filmen und dem anhaltenden Kontakt zu den Gefilmten. Anna Pitoun und Valérie Mitteaux haben das Schicksal ihrer Protagonistin Salcuta Filan über fast 15 Jahre mit der Kamera begleitet. Das erlaubt ihnen, einen großen Erzählbogen zu spannen und Entwicklungen aufzuzeigen. Die ersten Bilder, in denen die Bürger von Achères, einer Gemeinde nordöstlich von Paris, ein Roma-Lager vor der Räumung schützen wollen, wurden 2003 gedreht. Damals entstand „Caravan 55“, ein erster Film über Salcuta und ihre beiden Kinder Denisa und Gabi. Die Regisseurinnen wollen zeigen, dass Integration sehr wohl möglich ist, und zwar auch für Roma, denen größere Vorurteile als anderen Zuwanderern entgegenschlagen. Rechten Populisten dienen sie als Sündenböcke, an denen sich politische Exempel statuieren lassen. Trotz der herzlichen Helferinnen und Helfer, die Salcutas Familie in echter Freundschaft verbunden sind, werden auch alltäglicher Rassismus und Antiziganismus deutlich, ebenso der Rechtsruck der letzten Jahre, der das gesellschaftliche Klima in Frankreich veränderte. Dennoch entwickelt sich Salcuta von einer schüchternen, alleinerziehenden Witwe zu einer selbstbewussten Matriarchin, die für ihre Rechte kämpft. In Frankreich findet sie eine Stimme, die sie als Romni in ihrer Heimat Rumänien nie hatte.

---Sirkka Möller

Kartenreservierung können ausschließlich über die Ticketkassen in allen DOK-Kinos und im Museum der bildenden Künste vorgenommen werden. Telefonische Reservierungen oder Reservierungen über unsere Homepage sind nicht möglich. Reservierte Tickets verfallen 1,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn automatisch.