Detroit I mit Diskussion in der Cinémathèque Leipzig

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Detroit I mit Diskussion

Cops

USA 2017, OmU, 144 min, Regie: Kathryn Bigelow
mit John Boyega, Will Poulter, Algee Smith u.a.

+++English version below+++

mit Diskussion am 2.9.: "Aktuelle Entwicklungen deutscher Polizeien zur medialen und politischen Akteurin". Veranstaltung in Kooperation mit CopWatch Leipzig.

Englisch mit deutschen Untertiteln


Detroit im Sommer 1967: Die Schwarze Bevölkerung sieht sich einer andauernden Diskriminierung ausgesetzt. Es mangelt an bezahlbarem Wohnraum, die Kriminalität steigt, rassistische Übergriffe der Polizei sind tägliche Realität. Nach einer Polizeirazzia kommt es zu einem der größten Bürger*innen-Aufstände in der Geschichte der USA, der in Gewalt eskaliert.

Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow (THE HURT LOCKER) fokussiert in ihrem Filmdrama die Geschehnisse im Algier Motel. Während der Razzia starben dort drei Schwarze Menschen. Ein afroamerikanische Sicherheitsmann war als Zeuge vor Ort und bietet seine Hilfe bei der Aufklärung des Falles an. Doch bald stellt er fest, dass die Morde gar nicht aufgeklärt werden sollen. Stattdessen gerät er selbst ins Visier der Ermittlungen.

Tickets können online gekauft oder reserviert werden: https://booking.cinetixx.de/frontend/#/eventList/2258131773
Reservierte Tickets müssen bis 20 Minuten vor Filmbeginn abgeholt werden. Besucher*innen mit Gutscheinen reservieren bitte ebenfalls online. Restkarten gibt es an der Abendkasse.



+++English version+++

English with German subtitles

Crime drama from Oscar-winning director Kathryn Bigelow (THE HURT LOCKER) set againstthe backdrop of the 1967 Detroit riots. In the summer of 1967, racial discrimination in Detroit reached a breaking point and the city erupted into one of the largest citizen uprisings in US history. Detroit zeroes in on one pivotal event during the civil unrest – the Algiers Motel Incident – a motel raid which spiralled out of control as police interrogated guests, ending in tragedy. An ensemble cast including John Boyega (STAR WARS) and Anthony Mackie (THE HURT LOCKER) portray the real-life people before,during and after this defining moment in their lives.

Followed by a discussion with CopWatch Leipzig on Sep 2nd.

Tickets are available online:
https://booking.cinetixx.de/frontend/#/eventList/2258131773
Reservations are also possible there. Reserved tickets must be picked up at least 20 minutes before the screening. Visitors* with vouchers should also reserve online, please. Remaining tickets are available at the box office.





Aus der Filmreihe: COPS

1667 in Paris: Unter Ludwig XIV. wird erstmals eine flächendeckende Straßenbeleuchtung staatlich organisiert, um die Gesellschaft in den Städten besser kontrollieren zu können. Damit einher geht die Schaffung einer Polizei zur "Gewährleistung eines standesgemäßen Lebens".

Die "polizey" – also das gute Benehmen – wechselt die Seiten. Hatten bisher (sozial geächtete) Nachtwächter in der Stadt und Vögte auf dem Land für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, so wandelt sich nun die Überwachung von Regelkonformität in einen militärisch geprägten Verwaltungsakt. Das Handeln von Privatpersonen und deren Gutdünken wird somit in ein steuerbares Werkzeug der Legislative transformiert. Ein Apparat beginnt zu laufen.

Einem solchen Apparat ist auch eigen, niemals nicht zu laufen. Wenn gerade kein Verbrecher zu verfolgen ist, dann bedeutet dies nur, es wird nicht gut genug gesucht – das Verbrechen ist einfach nicht entdeckt. Daraus folgt natürlich, dass intensiver, mit besserer Technik und mehr Befugnissen gesucht werden muss. "All suspects are guilty! Otherwise, they wouldn't be suspects, would they?", heißt es so schön in Kevin Rubios TROOPS (einer am Set von STAR WARS in Drehpausen heimlich umgesetzten Mockumentary, die die Realitiy-TV Serie COPS auf den Arm nimmt).

Die Filmreihe COPS geht von folgender These aus: Das Bild des Polizisten bzw. der Polizistin, das im Film gezeichnet wird, unterscheidet sich von dem öffentlich verbreiteten. Im Gegensatz zu dem von offizieller Seite vermittelten, positiven Bild des neutral und distanziert über der Lage stehenden "Ordnungshüters" ist die Filmfigur eine zerrissene. In ihr kollidiert die gesellschaftliche, historisch-strukturelle Aufgabe mit der (auch persönlichen) Lebensrealität zu konfliktbeladener Ambivalenz.

Es bleibt nicht aus, dass die Personen in dieser Ambivalenz prädestiniert sind, die Ordnung, die sie verkörpern sollen, ihrerseits nicht aufrechterhalten zu können. Polizist*innen sind ebenso korrupt, rassistisch, bündlerisch, hilfsbereit wie alle anderen Menschen.

Die Gewalt, die sie institutionell verkörpern, transformieren sie in der Praxis in ein probates Werkzeug ihres eigenen Handelns. Im Film wird ein solche eskalative "Lösung" von Konfliktsituationen immer wieder legitimiert, indem das Handeln der Polizist*innen emphatisch nachvollziehbar gemacht wird.

Das Fernsehen nimmt in der Darstellung von Polizist*innen in der Regel eine Zwischenstellung ein. In Produktionen des deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehens (TATORT) beispielsweise, aber auch in US-amerikanischen Serien (etwa CAGNEY & LACEY) wird der einzelnen Figur auf persönlicher Ebene der Ausbruch aus dem idealisierten Bild zuweilen gestattet; die strukturelle Ebene jedoch bleibt stets und im Gegensatz zum Spielfilm positiv besetzt.

Das Programm versucht die erläuterten Ambivalenzen und Konflikte zu thematisieren und eine Diskussion über ihre Ursachen und Umstände anzuregen.

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