Pornographie und Holocaust in der Cinémathèque Leipzig

<< August 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 heute morgen 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>

Monatsübersicht August

NEW NEW NEW
FILMPROGRAMM 18./19. AUGUST !

Jetzt am Wochenende zeigen wir
die folgenden Filme
in der Cinémathèque Leipzig in der naTo:
LANDRAUSCHEN
Samstag, 18.08. | 20:30
HAMBURGER GITTER
Sonntag, 19.08. | 20:30

SINGLE SIZE
Kurzfilme im August

03.08. – 12.08.2018
COMB E
Anna Malina
2018
02:21 min

13.08. – 23.08.2018
PARADIES MIT LAUBE
Sandra Barth
2017
3:00 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

ATTENTION !
Wir zeigen den Film
THE FLORIDA PROJECT
nicht wie bislang angekündigt am Samstag, 01.09.2018.
NEW DATE: Freitag, 31.08.2018
more infos here

//////////////////////////////////////////////////

ATTENTION !
We'll screen the film
THE FLORIDA PROJECT
on a new date:
Friday, August 31
more infos here

Newsletter

Pornographie und Holocaust Pornographie und Holocaust
  • Di 26.09. 20:00
    die naTo

Pornographie und HolocaustSTALAGS

Israel 2008, OmU, Dok, 63 min, Regie: Ari Libsker

Sprache: Hebräisch mit deutschen Untertiteln
Language: Hebrew with german subtitles

Der Film beschreibt ein bizarres Phänomen der israelischen Popkultur: Sadomasochistische Holocaust-Pornographie von jüdischen AutorInnen für ein jüdisches Publikum, die zeitgleich mit dem Prozess gegen Adolf Eichmann in Israel einen enormen Erfolg feierte.

Israel, Anfang der 1960er-Jahre: Unter enormem Medieninteresse beginnt in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann, einen der Hauptorganisatoren der nationalsozialistischen Judenvernichtung. Im Verlauf des Prozesses wird detailliert und öffentlich das Leid von Juden und Jüdinnen in den Konzentrationslagern der Nazis diskutiert, die dort stattgefundenen Grausamkeiten werden Teil der öffentlichen Debatte.
Zur gleichen Zeit erlebt die Porno-Literatur im Land einen Popularitätsschub, und zwar in Form eines ganz besonderen Genres: den “Stalag”-Heftchen. Diese erotischen Groschenromane formulierten - in steigernder Explizität - sadomasochistische Fantasien um männliche Kriegsgefangene und weibliche Nazioffiziere in deutschen Lagern, mit einem stetig wiederkehrenden plot: Ein alliierter Soldat wird im 2. Weltkrieg in einem deutschen Stammlager („Stalag“ ) von Frauen der SS gefoltert und vergewaltigt – bis er sich an seinen PeinigerInnen auf ebenso grausame Weise rächt.

Der Film behandelt diesen doppelten, miteinander in Verknüpfung stehenden Tabubruch. Erstmals gibt es in der damals sehr puritanischen Gesellschaft Israels pornografische Literatur und gleichzeitig sind diese Heftchen neben dem Eichmann-Prozess die erste öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust. In Gesprächen mit VerlegerInnen, AutorInnen und JournalistInnen fragt Regisseur Ari Libsker nach den Gründen für die damalige Popularität der Stalag-Heftchen in der israelischen Gesellschaft und verwebt die mit präziser Kamera gefilmten Interviews geschickt mit Archivbildern.

Mit einer Einführung unter dem Titel "Ein Meer der blauen Nummern. Zur Wahrnehmung von Holocaust-Überlebenden in Palästina/Israel 1945-1961" von Sebastian Paul, Diplom-Pädagoge und Künstler.