Warum die Wunde offen bleibt in der Cinémathèque Leipzig

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Programm September

Programm Oktober

Kurzfilme im September

01.09.-13.09.
OFF THE COURSE
Adam Gault

USA 2009
2:15 min

14.09.-26.09.
CAT CITY
Victoria Vincent

USA 2017
3:00 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Kurzfilme im Oktober

01.10.-13.10.
ANGRY KID - HORROR
Darren Walsh

GB 2000
1:32 min

14.10.-29.10.
GRAVEYARD SHIFT
Carlos Schvepper

CAN 2016
2:36 min

vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Die Cinémathèque Leipzig präsentiert alle Filme (soweit möglich) im Original mit Untertiteln


All films are shown in Original Version with subtitles (if possible)

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Warum die Wunde offen bleibt Warum die Wunde offen bleibt

Warum die Wunde offen bleibt

Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen - Weiterdenken zeigt

Österreich 2016, OF, Dok, 80 min, Regie: Marika Schmiedt

Sprache: Deutsch mit englischen Untertiteln
Language: German with english subtitles

Warum die Wunde offen bleibt“ beschäftigt sich mit der Aufarbeitung des Holocausts an Roma und Sinti durch die sogenannte „2.“ und „3. Generation“.

Im Mittelpunkt des Films stehen Interviews bzw. Gespräche mit drei beeindruckenden Frauen: Anna Gleirscher-Entner arbeitet seit vielen Jahren als psychosoziale Beraterin und hat ein Sachbuch mit dem Titel „Das Unaussprechliche in der psychosozialen Beratung von Sinti und Roma“ verfasst. Ihre wissenschaftliche Arbeit ist von ihrer Biografie – sie ist als elftes Kind in einer Sinti-Familie aufgewachsen – nicht trennbar. Die Erfahrungen, das Schweigen über den Holocaust, die Vertreibung und Ermordung von Familienmitgliedern, führten sie schlussendlich zu dem „Tabubruch“, öffentlich über kollektive und individuelle Traumata zu reden, zu publizieren. Elisabeth Brainin, Psychiaterin und Psychoanalytikerin, berichtet über psychologische Hintergründe der sogenannten Mehrheitsgesellschaft, die den Nationalsozialismus und seine Implikationen gerne als Schlussstrichthema betrachtet. Das Nicht-Anerkennen und das fehlende Bewusstsein über Roma und Sinti als Opfergruppe des NS-Regimes führen zu einer erneuten Viktimisierung.

Genau diesen Mechanismen gilt es aber zu entkommen, vielleicht auch um (kämpferische, künstlerische, politische) Allianzen innerhalb einer heterogenen Gesellschaft auf gleichwertiger Ebene eingehen zu können. Im Gespräch mit der Schriftstellerin und Aktivistin Simone Schönett erfahren wir vom Verdecken, Verstecken und von Assimilation. Die Schriftstellerin schreibt dagegen an, fühlt sich aber oft alleine mit ihrer Einstellung, dass man „die Hand, die füttert, auch beißen darf“. Auf die von diversen Klischees geprägten Romabilder fallen nämlich auch die offiziellen VertreterInnen herein, sie würden als „Vorzeigeroma“ mit diesen Klischees agieren und so eine fundierte und effiziente Romapolitik, die die Gesamtgesellschaft erreichen muss, verunmöglichen. Marika Schmiedt macht die „offene Wunde“ auch als ihre persönliche begreifbar: Mit dem Beispiel der Ablehnung und Bekämpfung ihrer künstlerischen Interventionen gegen romafeindliche Politik.

Im Anschluss Gespräch mit der Filmemacherin und Künstlerin Marika Schmiedt. Moderation: Kathrin Krahl.

Im Rahmen von GZA HEM DIK// Geh und Sieh
Film- und Veranstaltungsprogramm zu Vergangenheit und Gegenwart von Roma und Sinti

Eine Kooperation zwischen RomaRespekt, Romano Sumnal und der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig.
Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.