Dil Leyla in der Cinémathèque Leipzig

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Programm Mai

Programm Juni

Vision Filmkunsthaus

Kurzfilme im Mai

01.05.-13.05.
WO IST JUSTIN?
Jens Rosemann, Peter Bauer

BRD 2012
4:10 min

 

14.05.-31.05.
UNICORN
Grace Nayoon Rhee

USA 2012
1:26 min


vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Die Cinémathèque Leipzig präsentiert alle Filme (soweit möglich) im Original mit Untertiteln


All films are shown in Original Version with subtitles (if possible)

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Dil Leyla Dil Leyla

Dil Leyla

Türkei: Zensur und Widerstand

BRD 2016, OmU, Dok, 72 min, Regie: Aslı Özarslan

Format:DCP

Sprache: Deutsch,Kurdisch,Türkisch
Language: German,Kurdish,Turkish

Leyla Imret, aufgewachsen in Deutschland, wird mit 26 Jahren die jüngste Bürgermeisterin der Türkei. 83 Prozent stimmten bei den Wahlen in Cizre für sie, einer kurdischen Stadt an der syrisch-irakischen Grenze. Hier ist Leyla geboren. Als sie fünf Jahre alt ist, wird ihr Vater, ein PKK-Aktivist, bei einem Gefecht mit dem türkischen Militär getötet, ihre Mutter verhaftet und gefoltert. Verwandte nehmen sie mit nach Deutschland, sie wächst bei ihnen in Bremen auf.

Nach über 20 Jahren kehrt Leyla in ihre kurdische Heimatstadt zurück. Ihr Ziel ist es, die vom Bürgerkrieg zerstörte Stadt zu sanieren und zu verschönern. Sie ist beliebt unter den Bewohnern und schiebt erste Projekte an. Doch der Friede ist trügerisch. Als sich die Parlamentswahlen in der Türkei im Juni 2015 ankündigen, spitzt sich die Lage in kurzer Zeit dramatisch zu. Türkische Soldaten rücken mit schwerem Gerät auf Cizre vor. Leyla ist in Gefahr und ständig von Haft bedroht. Wird sie das gleiche Schicksal erleiden wie ihr Vater?

Mit einem Schwerpunkt zur politischen Situation der kurdischen Minderheit setzen wir die Reihe Türkei: Zensur - Widerstand fort. Gerade die Stadt Cizre ist seit 1993 Symbol für Widerstand gegen Verbote von kurdischer Sprache und Identität geworden, als mit massiver Polizeigewalt die Newrozfeiern niedergewalzt wurden. Nach wie vor ist sie der Ort, an dem immer wieder gegen die gewaltsame Politik der wechselnden Machthabenden protestiert wird. Zuletzt wurden Ende 2015 weite Teile der Stadt durch Bombardierungen zerstört. Die Verfolgung politischer Gegner*innen und massive Menschenrechtsverletzungen, Verhaftungswellen, willkürliche Erschießungen, ungeklärte Todesfälle und Folterungen in den überwiegend von Kurd*innen bewohnten Provinzen zeigen, dass sich die politischen und militärischen Maßnahmen zum wiederholten Male gegen die größte ethnische Minderheit in der Türkei richten.
Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin Aslı Özarslan.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V.