6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU in der Cinémathèque Leipzig

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2cl Sommerkino

 

 

Kurzfilme im Juni

06.06.-14.06.
GLITCH
Gyuri Cloe Lee

USA 2015
1:44 min

 

15.06.-30.06.
Mr Night has a day off
Ignas Meilunas

Litauen 2016
2:00 min


vor jedem Hauptfilm (ausgenommen Sonderveranstaltungen)

Die Cinémathèque Leipzig präsentiert alle Filme (soweit möglich) im Original mit Untertiteln


All films are shown in Original Version with subtitles (if possible)

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6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU 6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU
  • 21.05.2017
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  • Mi 31.05. 19:30
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6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU

BRD 2016, dt. OF, Dok, 77 min, Regie: Sobo Swobodnik

Format:DCP

Sprache: Deutsch
Language: German

Über fünf Jahre sind mittlerweile vergangenen seit der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Von wirklicher Aufklärung der rassistischen Mordserie ist bisher wenig zu sehen. Die Anklage stützt sich weiter auf die These, dass der NSU nur aus 3 Personen bestanden hätte, anstatt ihn als Teil bundesweiter Neonazi-Strukturen zu begreifen. Die Rolle des Staates und insbesondere des Verfassungsschutzes ist bis heute ungeklärt und wirft – nicht zuletzt durch umfangreiche Aktenvernichtungen – weiterhin viele Fragen auf. Auch die rassistisch geprägten Ermittlungen gegen die Betroffenen des rechten Terrors bis zum Auffliegen des NSU sind kaum Teil der Debatte, ebenso wenig der gesamtgesellschaftliche Rassismus, der es überhaupt erst möglich gemacht hat, dass eine neonazistische Terrorgruppe jahrelang MigrantInnen ermorden konnte, ohne dass dies als rassistische Gewalt erkannt wurde – obwohl die Angehörigen der Opfer schon früh darauf aufmerksam machten.

In dem Film „6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage. Die Morde des NSU“ nähert sich der Regisseur Sobo Swobodnik essayistisch in lyrischem Schwarz-weiß dieser unvergleichlichen rechtsextremistischen Mordserie ausschließlich mit Bildern der zehn Tatorte in einer visuellen kardiographischen Vermessung. Die Orte als stumme Zeugen der Anklage, der Reflexion und Erinnerung. Diese Bilder werden ergänzt von einer Textcollage, bestehend aus Zeitungsmeldungen, Ermittlungsprotokollen, Prozessaussagen, den Statements von Hinterbliebenen und Fachleuten.

Am 31.05 um 19.30 Uhr: Der NSU-Komplex, Rassismus und der Staat: Eine Gesellschaft der Vielen klagt an.
Film und Gespräch zum NSU und dem Tribunal „NSU-Komplex auflösen“

Im Rahmen der jungle.world - Filmreihe zeigt die Cinémathèque den Film „6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU“. mit einer Einführung und anschließendem Gespräch mit Jane Viola Felber, Dozentin am Zentrum für Konfliktforschung in Marburg und Mitglied der NSU-Tribunal Regionalgruppe Sachsen.

Jane Viola Felber ist Mitglied der NSU-Tribunal Regionalgruppe Sachsen und war Teil des Theatertreffens "Unentdeckte Nachbarn", welches letzten November in Chemnitz und Zwickau anlässlich 5 Jahre NSU-Selbstenttarnung stattgefunden hat und mit dem Chemnitzer Friedenspreis 2017 ausgezeichnet wurde. Zurzeit ist sie als Dozentin am Zentrum für Konfliktforschung in Marburg tätig, wo sie ein Seminar zur Aufarbeitung der NSU-Verbrechen gibt. Zuvor hat sie für das Kulturbüro Sachsen e.V. im mobilen Beratungsteam gearbeitet und sich dort mit rassistischen Mobilisierungen und dem NSU-Komplex in Sachsen auseinandergesetzt.



Hinweis:
Vom 17. bis 21. Mai 2017 findet im Schauspiel Köln das Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ statt: „An mehreren Tagen wird in unmittelbarer Nachbarschaft zur Keupstraße, einer der Tatorte des NSU, mit zahlreichen Workshops, Ausstellungen, Theater, Diskussionen, Filmen und Performance Lectures der NSU-Komplex aus einer Vielzahl von Perspektiven beleuchtet und untersucht. Es entsteht ein Forum, das die Betroffenen in den Mittelpunkt stellt und bei dem diese gemeinsam mit vielen solidarischen Menschen und Initiativen aus ganz Deutschland ihre Stimme erheben, eigene Erfahrungen schildern. Eine Gesellschaft der Vielen klagt an!“