Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Alphabet Alphabet
  • 14.04.2014
    die naTo

Alphabet

Personalie: Monika Schindler

BRD/Österreich 2013, OmU, Dok, 113 min, Regie: Erwin Wagenhofer

Format:DCP

Unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem wird durch krisenhafte Entwicklungen zunehmend in Frage gestellt, und eine Antwort ist nicht in Sicht. Die politisch und wirtschaftlich Mächtigen wurden zum Großteil an den besten Schulen und Universitäten ausgebildet. Ihre Ratlosigkeit ist deutlich zu spüren, und an die Stelle einer langfristigen Perspektive ist kurzatmiger Aktionismus getreten. Mit erschreckender Deutlichkeit wird nun sichtbar, dass uns die Grenzen unseres Denkens von Kindheit an zu eng gesteckt wurden. Egal welche Schule wir besucht haben, wir bewegen uns in Denkmustern, die aus der Frühzeit der Industrialisierung stammen, als es darum ging, die Menschen zu gut funktionierenden Rädchen einer arbeitsteiligen Produktionsgesellschaft auszubilden. Die Lehrinhalte haben sich seither stark verändert und die Schule ist auch kein Ort des autoritären Drills mehr. Doch die Fixierung auf normierte Standards beherrscht den Unterricht mehr denn je. Erwin Wagenhofer begreift das Thema "Bildung" sehr viel umfassender und radikaler als dies üblicherweise geschieht. Fast alle Bildungsdiskussionen sind darauf verkürzt, in einem von Konkurrenzdenken geprägten Umfeld jene Schulform zu propagieren, in der die Schüler die beste Performance erbringen. Wagenhofer hingegen begibt sich auf die Suche nach den Denkstrukturen, die dahinter stecken. Was wir lernen, prägt unseren Wissensvorrat, aber wie wir lernen prägt unser Denken. (Pandora Verleih)

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Aus dem Leben eines Taugenichts Aus dem Leben eines Taugenichts
  • 13.04.2014
    die naTo

Aus dem Leben eines Taugenichts

Personalie: Monika Schindler

DDR 1973, deutsch, 95 min, Regie: Celino Bleiweiß
mit Dean Reed, Hannelore Elsner, Gerry Wolff, Christel Bodenstein, Gudrun Jochmann
Format:35 mm

Schöne Frauen umschwirren ihn wie Motten das Licht. Die Taschen leer, den Kopf voller Lieder, eine Violine im Arm, der Natur und allem Schönen zugetan – zwar wird er Taugenichts gerufen, die weibliche Welt hingegen weiß seine charmanten Qualitäten durchaus zu schätzen. Durch zwei hübsche Damen gelangt Taugenichts auf ein Schloss, wo er als Gärtner dienen soll. Als die Zofe nächtens an seinem Fenster erscheint, ist Taugenichts nicht abgeneigt: "Du bist hübsch, wenn du willst, habe ich viel Zeit für dich“. Aber sein Herz wird wirklich berührt von einer anderen Schönen, die ihm unerreichbar erscheint. So versucht Taugenichtsmit seinem treuen Hund Bam vor der Ausweglosigkeit zu fliehen. Weit kommt er nicht, da ihm die Schlossherrschaft den vakanten Posten einer Zolleinnehmerstelle zugedacht hat. Für einen Augenblick glaubt Taugenichts sein Glück gefunden zu haben, um sich im nächsten Moment wieder für das freie Wanderleben und die Flucht vor seinem Herzensschmerz zu entscheiden. Auf abenteuerliche Weise gelangt er nach Italien zur Räuberbande Rinaldo Rinaldinis. Aber auch hier will ihm seine heimliche Liebe nicht aus dem Kopf gehen… Eine überzeugende, romantische Literaturverfilmung der Novelle von Joseph Freiherr von Eichendorff, in der Dean Reed als Frauenliebling und Sänger besticht.

Die Alleinseglerin Die Alleinseglerin
  • 14.04.2014
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Die Alleinseglerin

Personalie: Monika Schindler

DDR 1987, deutsch, 90 min, Regie: Herrmann Zschoche
mit Christina Powileit, Johanna Schall, Manfred Gorr, Monika Lennartz, Fred Delmare, Barbara Dittus
Format:35 mm

Ein nachdenklicher, stiller Film, der mit leisem Witz und pointenreichen Dialogen die Selbstfindung einer jungen Frau beschreibt. Immer wieder muss Christine, eine junge Literaturwissenschaftlerin, sich gegen wohlmeinende männliche Autorität abgrenzen. Oft hilft ihr das geerbte Segelboot – das nicht mehr Regattaklasse ist – die nötige Distanz herzustellen. Abstand braucht sie zu Vaters Hand, die selbstverständlich das Ruder übernimmt, zu dem ehemaligen Geliebten und seiner Unbeherrschtheit, dem allwissenden Professor, der die entscheidenden Impulse setzen will und dem charmanten Musiker, der in der Partnerschaft vor allem seine Interessen im Blick behält. Keiner der Männer ist wirklich bösartig, aber von ihren Erwartungen und Ansprüchen fühlt sich Christine bedrängt. Zusätzlich rührt sich ihr schlechtes Gewissen, weil sie ihrem kleinen Sohn nicht so viel Aufmerksamkeit widmet, wie sie möchte. In ihrem Bemühen, sich einen Freiraum zu schaffen, in dem sie sich entfalten kann, der ihr allein gehört und ihr den Platz gibt, sich zu entwickeln, verprellt sie liebe Menschen, verbaut sich berufliche Chancen und kommt letztlich zu keinem für sie selbst beglückenden Ergebnis. Wer allein durchs Leben segelt, kann kaum vermeiden, gute Vorhaben in den Sand zu setzen.

Eine zerbrechliche Christina Powileit spielt einfühlsam und nachdenklich eine Frau auf der Suche. Leider bleibt "Die Alleinseglerin“ der einzige Auftritt der Mona Lise-Drummerin als Schauspielerin. Herrmann Zschoche inszeniert sehr zurückhaltend und mit großer Sensibilität, was ursprünglich eine Alltagsbeobachtung der Frauenemanzipation in der DDR werden sollte. Entstanden ist eine Selbstfindungsgeschichte um Mehrfachbelastung und unbefriedigende Beziehungen, wie sie heute noch tausendmal passieren. So oder anders: Das Ziel der Suche, die Grundstimmung werden immer ähnlich sein.

Wir erwarten die Schnittmeisterin Monika Schindler für ein Filmgespräch.

Die Polizistin Die Polizistin
  • 20.04.2014
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Die Polizistin

Personalie: Monika Schindler

Deutschland 2000, deutsch, 98 min, Regie: Andreas Dresen
mit Gabriela Maria Schmeide, Axel Prahl, Katrin Saß, Horst Krause, Ursula Werner, Frederick Lau
Format:mpeg2

Rostock-Lütten-Klein: Der Polizeialltag zwischen minimalen Blechschäden und autoerotischem Unfall. Anne ist neu in der Stadt und im Dienst; zudem die einzige Frau auf dem Revier. Mit Mike fährt sie Streife, vielleicht ist er sogar der Mann ihrer Träume. Doch dann ist da noch der 10-jährige Benny, der von seinen Eltern vernachlässigt wird. Andreas Dresen drehte seinen Film fürs Fernsehen und doch gehört er auch ins Kino. Die feinen Details der vielen kleinen Geschichten, die er erzählt, finden ihre Entsprechung in der dokumentarischen Form. Die Bilder sind grobkörnig, die Handkamera stets nah an den Akteuren, Filmmusik gibt es keine. Monika Schindlers Montage katapultiert den Zuschauer von einer Situation mitten in die nächste. Dazwischen bleibt kaum Zeit, sich neu zu orientieren und das Gesehene einzuordnen. Dieser Polizeialltag kennt nur wenig Ruhe. (Florian Galbarz)

Die Spur des Bernsteinzimmers Die Spur des Bernsteinzimmers
  • 15.04.2014
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Die Spur des Bernsteinzimmers

Personalie: Monika Schindler

Deutschland 1991/92, deutsch, 105 min, Regie: Roland Gräf
mit Corinna Harfouch, Kurt Böwe, Uwe Kockisch, Michael Gwisdek
Format:35mm

Nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters, der in die Jagd nach dem legendären Bernsteinzimmer verstrickt war, begibt sich Lisa auf die Suche nach dem Mörder ihres Vaters. Sie glaubt nicht an die offiziell festgestellte Todesursache „plötzliches Herzversagen“. Dabei stoßen sie und ihr Verlobter Ludwig auf eine heiße Spur zum legendären Bernsteinzimmer.

Doch Lisa und Ludwig sind nicht allein. Auch Siegfried, den ein persönliches Motiv treibt und ein pensionierter Kommissar sind auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer. Ein Intrigenspiel beginnt.
Aus den Jägern werden schließlich Gejagte, denn ein engagierter Killer ist den Schatzsuchern auf den Fersen.

Ein Lord am Alexanderplatz Ein Lord am Alexanderplatz
  • 13.04.2014
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Ein Lord am Alexanderplatz

Personalie: Monika Schindler

DDR 1966/67, deutsch, 112 min, Regie: Günter Reisch
mit Erwin Geschonneck, Angelica Domröse, Armin Mueller-Stahl, Monika Gabriel
Format:35 mm

Ewald Honig ist ein Heiratsschwindler alter Schule – galant und charmant hat er zeitlebens wohlsituierten Damen das Geld aus der Tasche gezogen. Nun will der "Westler" sich bei seiner Tochter Ina in Ostberlin zur Ruhe setzen. Die kommt ganz nach dem Papa und bestreitet ihren Lebensunterhalt, indem sie ältere Herren ausnimmt. Ewald ist von dieser "Karriere" alles andere als begeistert und versucht, seiner Tochter die Geschäfte zu verderben, indem er die Ehen ihrer Opfer rettet. Zugleich wird der charmante Ewald von eleganten Damen selbst wieder in Versuchung geführt. Als wären das nicht genug Sorgen, tauchen auch die ungarische Kriminalbeamtin Johanna und der Polizeipsychologe Dr. Engelhardt in Berlin auf – während Johanna auf der Suche nach Ewald ist, hat Engelhardt es auf Ina abgesehen. Durch eine Verkettung von Zufällen aber hält Engelhardt seine "Kollegin" Johanna für die Gesuchte – so nimmt ein turbulentes Verwechslungsspiel seinen Lauf.

Einführung: Claudia Cornelius

Fallada - Letztes Kapitel Fallada - Letztes Kapitel
  • 15.04.2014
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Fallada - Letztes Kapitel

Personalie: Monika Schindler

DDR 1988, deutsch, 100 min, Regie: Roland Gräf
mit Jutta Wachowiak, Jörg Gudzuhn, Katrin Saß, Corinna Harfouch, Carl Heinz Choynski, Ulrike Krumbiegel
Format:35mm

Hans Fallada ist einer der wenigen bedeutenden zeitkritischen Autoren, die nach 1933 in Deutschland bleiben. Mit zunehmender Macht der Nationalsozialisten wächst der Druck auf den Schriftsteller. Zwischen seinem Gewissen und seiner Kompromissbereitschaft hin- und hergerissen, gerät Fallada psychisch und physisch aus den Fugen. Das Schreiben gelingt immer seltener, er flüchtet sich in Tabletten- und Alkoholabhängigkeit. Nach Kriegsende setzt die Rote Armee Fallada als Bürgermeister ein. Er müht sich mit dem ungewohnten Amt, doch die Wendung zum Guten bleibt aus. Der Versuch, in Berlin der Schwäche und Depression, dem Alkohol und Morphium zu trotzen, gelingt ihm nicht. "Jeder stirbt für sich allein“ – sein erster Nachkriegsroman - kostet Fallada buchstäblich die letzten Kräfte.

Hervorragende Schauspieler und zutiefst menschliche Dramatik tragen den Film weit über die Schriftstellerbiographie hinaus. Corinna Harfouch spielt als kühle und schöne Nazispionin den Konterpart zu dem cholerischen und lebensgierigen Fallada.

Wir erwarten die Schnittmeisterin Monika Schindler für ein Filmgespräch.

Freier Fall Freier Fall
  • 20.04.2014
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Freier Fall

Personalie: Monika Schindler

Deutschland 2013, deutsch, 100 min, Regie: Stephan Lacant
mit Max Riemelt, Hanno Koffler, Katharina Schüttler, Maren Kroymann, Stephanie Schönfeld
Format:MPEG 4

Polizei, Armee, Fußball. Ein Terrain, auf dem man über Homosexualität schweigt, will man nicht seine Karriere vorschnell beenden. Mannsein heißt heterosexuell sein. So ist auch Marcs Leben gut eingerichtet. Er hofft auf baldige Beförderung bei der Bereitschaftspolizei, der Nachwuchs ist unterwegs, die Liebe zu seiner Frau unerschütterlich und die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert. Alles ist im grünen Bereich bis er bei einer Fortbildung einen netten Kollegen kennenlernt und ihm näher kommt, sich Knall auf Fall in ihn verliebt und bald nicht mehr weiß, was er wirklich will. Alles, was ihm Sicherheit gab, bricht weg.

Stephan Lacant geht das Thema und die unvorhergesehenen Ereignisse sehr subtil an. Wenn Marc nach der Geburt seines Kindes dem Lover sagt "ich bin nicht schwul, das war ein Ausrutscher", wirkt das glaubhaft, wie auch die ganze fast zufällige Entwicklung. Man(n) pinkelt und läuft zusammen, schubst sich spielerisch wie kleine Jungs und plötzlich ist es da, dieses rauschhafte und unbekannte Gefühl, aber auch das Schuldbewusstsein, die Desorientierung. Marc befindet sich im "freien Fall". Die fein erzählte Geschichte zwischen den Männern stützt sich auf großartige Schauspieler. Die psychologische Konstellation stimmt, nichts wirkt gekünstelt. Max Riemelt spielt ohne falsche Schamhaftigkeit den Verführer und Hanno Koffler den in sich Zerrissenen, der bald weder seiner Frau (Katharina Schüttler) noch dem Geliebten genügen kann. (Margret Köhler)

Einführung: Claudia Cornelius

Sushi in Suhl Sushi in Suhl
  • 20.04.2014
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Sushi in Suhl

Personalie: Monika Schindler

Deutschland 2012, deutsch, 107 min, Regie: Carsten Fiebeler
mit Uwe Steimle, Julia Richter, Ina Paule Klink, Gen Seto, Michael Kind, Thomas Koch, Angelika Böttiger, Mark Pohl
Format:MPEG 4

Wer glaubt, das sei ein Märchen irrt. Der Film erzählt die fast unglaubliche Geschichte des Rolf Anschütz, der sich seinen Traum verwirklichte und sogar von Kaiser Hirohito persönlich empfangen wird. Uwe Steimle spielt diesen Mann, der erst im fremden Land merkt, wie verwurzelt er zu Hause ist, angenehm unprätentiös. Und Carsten Fiebeler gelingt ohne Übertreibung eine gefühlvolle aber nie kitschige Heimat-Komödie ganz ohne Ostalgie, die sich angenehm von anderen lauten Regional-Komödien abhebt. Kein bisschen Klamauk, sondern Warmherzigkeit und Sympathie für die Protagonisten prägen diese persönliche Geschichte, gleichzeitig ein Stück unbekannter DDR-Wirklichkeit. Die Funktionäre kriegen ihr Fett ab, liebevoll dagegen ist der Blick auf die sangesfreudigen Japaner, die ihren "Koch für den Weltfrieden" mit dem Lied vom "Heideröslein" in Tokio empfangen. Komisch, kurios und einfach köstlich ist dieses thüringisch-japanische Filmmenu, angerichtet mit einer wohl dosierten Prise Humor. Die Mischung sollte dem Zuschauer munden. (Margret Köhler)

Einführung: Claudia Cornelius

Und nächstes Jahr am Balaton Und nächstes Jahr am Balaton
  • 14.04.2014
    die naTo

Und nächstes Jahr am Balaton

Personalie: Monika Schindler

DDR 1979/80, deutsch, 89 min, Regie: Herrmann Zschoche
mit Gudrun Ritter, Peter Bause, Fred Delmare, Günter Schubert, Kareen Schröter
Format:35 mm

Überraschung! Mutter Irene hat eine wunderbare Idee: Ein Strandurlaub in Bulgarien für die ganze Familie inklusive Tochter Ines’ neuem Freund Jonas alias "Johnny“. Doch zunächst fällt das Echo bei den anderen verhalten aus und Überzeugungsarbeit muss geleistet werden. Das junge Pärchen hatte eigentlich eigene Reisepläne. Als endlich alle gemeinsam im Zug Richtung Nessebar sitzen, reagiert "Johnny“ sehr verschreckt über die offerierten Verlobungsringe und nimmt als erster Reißaus. Nur Ines schafft die geplante Bahnreise. Für die anderen gilt: Viele Wege führen nach Nessebar und es sind nicht die schlechtesten.

UND NÄCHSTES JAHR AM BALATON ist ein Roadmovie und komödiantischer Sommerfilm über jugendliche Liebe, Fernweh und ehemalige Grenzen des Reisens.