Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Casa Casa
  • 10.02.2014
    die naTo
  • 11.02.2014
    die naTo

Casa

DOK Leipzig Nachlese

Frankreich 2013, OmeU, Animadok, 54 min, Regie: Daniela De Felice

Format:DCP

Das Haus ist vollgestopft mit Gegenständen, deren materieller Wert sich als gering erweist. Jahre nach dem Tod des Vaters beräumt die Regisseurin mit Mutter und Bruder das Familiendomizil, das einmal sozialen Aufstieg verhieß und in dem nun keiner mehr wohnen möchte. Die Erinnerungen sitzen in Alltagsresten und im Gerümpel zahlloser Kisten voller verstaubter entomologischer Exemplare. In einem ausufernden Sammeldrang hat die Mutter versucht, das Vergehen der Zeit anzuhalten. Und so umkreisen die Zwiegespräche der Familienmitglieder die Vergänglichkeit als großes Thema. Kann man Erinnerungen teilen? Was bleibt von einem Leben, wenn die nächste Generation den Dingen einen anderen Wert beimisst? Wenn die Erinnerungen zerfallen wie die Flügel der Schmetterlinge in den Vitrinen?

De Felice konzentriert sich ganz auf den Prozess des Erinnerns und die Frage, was unser Gedächtnis bewahrt. So geht es nicht um die Gesichter auf den Fotos, sondern um den Vorgang des In-die-Kamera-Haltens, Abfilmens und Kommentierens. Um die Momente des Schweigens, wenn die Kamera noch läuft. Und vor allem um die Gestalt, die unsere Erinnerungen annehmen. Hier sind es von der Regisseurin gezeichnete Tuscheaquarelle. Ganz reduziert und zart, mitunter sparsam animiert, machen sie, was nur Kunst vermag: Sie führt uns in innere Räume, wo unsere Familien weiterleben, wenn alle Artefakte längst Staub geworden sind. (Grit Lemke)

CASA ist der Gewinner der Goldenen Taube Leipzig 2013 für animierte Dokfilme.

Die Cinémathèque zeigt den Film im Rahmen von DOK Leipzig Nachlese auf Französisch und Italienisch mit englischen Untertiteln.

Weitere Informationen zu Casa

Meine Tante aus Fukushima Meine Tante aus Fukushima
  • 9.03.2014
    die naTo
  • 11.03.2014
    die naTo

Meine Tante aus FukushimaBeyond the Wave

DOK Leipzig Nachlese

Deutschland 2013, OmU, Dok, 83 min, Regie: Kyoko Miyake

Format:MPEG4

Eingestürzte Hausdächer, zerbrochene Fensterscheiben, vertrocknete Pflanzen, tote Tiere – ein ausgestorbener Ort. In einem Lebensmittelladen findet man beinahe alles noch so vor, wie an einem Tag im März 2011. Die wenigen Menschen, die zu sehen sind, tragen weiße Papieranzüge mit Mundschutz. Es sind jene, die an diesem Tag im März ihren Lebensraum verloren haben. Eine von ihnen ist Tante Kuniko. „Es ist nur natürlich, neue Energiequellen zu suchen.“ Mit diesen Worten wurde einst der Bau des Atomkraftwerkes in der mittlerweile toten Gegend beworben. Dass dieser Satz nach der Katastrophe von Fukushima zum Leitmotiv unserer Zukunft werden sollte, demonstriert uns BEYOND THE WAVE auf eine sehr besondere Weise. Zwischen der Trauer um den Verlust der Vergangenheit und der Hoffnung auf eine persönliche Perspektive müssen sich die Protagonisten in der zerstörten Heimat, diesem Niemandsland, das viele längst verlassen haben, neu definieren. Kyoko Miyake zeigt uns nicht zuletzt durch ihren persönlichen Kommentar, wie unter den verbleibenden Japanern ein eher untypisches, wenn auch zornfreies Aufbegehren entsteht, und wie nicht nur ihre geschäftstüchtige Tante den unablässigen Versuch unternimmt, sich gegen alle Vorurteile und frei nach dem Motto „I cannot let this disaster ruin all my efforts“ den Sinn ihres Lebens zurückzuerobern. (Claudia Lehmann)

Das sehr persönliche Portrait gewährt Einblicke in eine traumatisierte Gesellschaft, die sich zwischen Hoffnung und Depression bewegt: Der Film wird anlässlich des Jahrestages des Nuklearkatastrophe im Rahmen der hauseigenen Reihe DOK LEIPZIG NACHLESE gezeigt; auf dem Festival DOK Leipzig 2013 lief der Film unter dem Titel BEYOND THE WAVE.

Am Sonntag den 9. März erwarten wir den Produzenten Gregor Streiber zum Filmgespräch.

Weitere Informationen zu Meine Tante aus Fukushima

Schnee von gestern Schnee von gestern
  • 26.05.2014
    die naTo
  • 27.05.2014
    die naTo
  • 28.05.2014
    die naTo

Schnee von gesternFarewell, Herr Schwarz

DOK Leipzig Nachlese

Deutschland/Israel 2014, OmU, Dok, 96 min, Regie: Yael Reuveny

Format:DCP

Eine junge Israelin zieht nach Deutschland. „In die Diaspora!“, befinden ihre entsetzten Eltern, dorthin, wo ein Großteil der Verwandten im Holocaust umkam. Aber Yael Reuveny beharrt als Vertreterin der dritten Generation auf ihrem Recht, unvoreingenommen in eine Stadt zu gehen, die gerade nicht nur bei Israelis angesagt ist. Doch sie irrt. Die Vergangenheit folgt ihr auf dem Fuße. In Schlieben, einer unscheinbaren Kleinstadt in Brandenburg, stößt sie auf Spuren, die zum lange verschollen geglaubten Bruder der Großmutter führen. In einer nachdenklichen, komplex verwobenen und immer wieder um die wunden Punkte der Familiengeschichte kreisenden Montage, erzählt Reuveny, wie aus Feiv’ke erst Feiwusch und zu guter Letzt Peter Schwarz wurde. Tastend befragt die Regisseurin drei Generationen jeweils im Land der Täter und im Land der Opfer. So schafft sie es, den schwierigen Umgang mit Versöhnung aus den verschiedenen Perspektiven durchzudeklinieren. Ist Verdrängung möglicherweise unabdingliche Voraussetzung für Versöhnung? Feiv’ke ging nach dem Krieg nicht nach Israel, sondern entschied sich, ausgerechnet in jenem Ort zu leben, wo er im Konzentrationslager untergebracht war. Die Baracken werden kurzerhand umgebaut und aus den ehemaligen Aufsehern werden Nachbarn, ja sogar Fußballfreunde, wie ein Foto zeigt. Über Vergangenes reden sie nicht mehr, stattdessen krempelt man die Ärmel hoch für ein „besseres Deutschland“. Viele Fragen bleiben, aber vielleicht ist es auch gut, dass sie erst jetzt gestellt werden. (Cornelia Klauß)

SCHNEE VON GESTERN hat 2014 den Publikumspreis des Internationalen Frauenfilmfestivals Köln Dortmund gewonnen.