Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Die Abenteuer des Prinzen Achmed Die Abenteuer des Prinzen Achmed
  • Sa 27.12. 18:00
    Grassi

Die Abenteuer des Prinzen Achmed

Kinoorgel live

Weimarer Republik 1926, Animation, 65 min, Regie: Lotte Reiniger

Format:16 mm

Das atemberaubend schöne Märchen DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED nach Motiven aus Tausendundeine Nacht ist der erste abendfüllende Animationsfilm der Filmgeschichte. Seine Poesie und seine bezaubernden Figuren machen ihn noch immer zu einem Erlebnis. In den Jahren 1923 bis 1926 entstanden etwa 250.000 Einzelaufnahmen auf einem Tricktisch, fast filigrane 96.000 Frames fanden für den Film endgültig Verwendung. Lotte Reiniger schnitt ihre vorgezeichneten Figuren aus schwarzem Photokarton mit einer Schere aus und verband die einzelnen Glieder mit Draht, um sie für die Aufnahmen zu animieren. Als Hintergründe verwendete sie transparente Lagen aus Butterbrotpapier, mit der Schere gestaltete sie kunstvolle Landschaften, Städte oder orientalische Interieurs. Mit dem Silhouettenfilm "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" gestaltete Lotte Reiniger von 1923-1926 - also noch zehn Jahre vor Disneys erstem Langfilm "Schneewittchen" (1937) - den ersten langen Trickfilm der Filmgeschichte und entwickelte Technik sowie Ästhetik dieses Genres bereits in den 20er Jahren zur künstlerischen Perfektion. Dennoch ist ihr Werk einem großen Publikum lange Zeit unbekannt geblieben.

Lotte Reiniger, geb. am 2. Juni 1899 in Berlin-Charlottenburg, wächst in einer gutbürgerlichen Umgebung auf. Schon als Kind ist sie künstlerisch interessiert und erzählt über diese Zeit: "Mein Vater nahm mich oft mit zu seinen Freunden in deren Ateliers in der Kunstakademie und so erwachte mein Interesse an den optischen Künsten sehr früh. ... Mein Enthusiasmus für Shakespeare veranlasste mich, ein einfaches Schattentheater zu konstruieren, um Szenen aus den Stücken daraus zu spielen." Damit tritt sie vor der Schulklasse auf. Aber auch für den Film, die damals neue "siebte Kunst", begeistert sie sich und als Fünfzehnjährige hat sie ein Erlebnis, das ihren Lebensweg prägen sollte: "Am Ostersonntag 1915 hörte ich in der Singakademie einen Vortrag von Paul Wegener, dessen Filme Der Student von Prag und Der Golem mich aufs Äußerste begeistert hatten. Dieser Vortrag, in dem Wegener die fantastischen Möglichkeiten des Trickfilms hervorhob, entschied meine Zukunft. Ich war entschlossen, an diesen großen Mann heranzukommen. "

Die Cinémathèque zeigt den Film in Kooperation mit dem Museum für Musikinstrumente im Großen Vortragssaal des GRASSImuseums mit Einführungen von Claudia Cornelius und Veit Heller. An der Welte-Orgel spielt Prof. Dr. Wolf-Günter Leidel.

Im Kampf mit dem Berge - 1. Teil In Sturm und Eis Im Kampf mit dem Berge - 1. Teil In Sturm und Eis
  • Sa 25.10. 16:00
    Grassi

Im Kampf mit dem Berge - 1. Teil In Sturm und EisEine Alpensymphonie in Bildern

Kinoorgel live

Weimarer Republik 1921, deutsche Zwisch, Dok, 54 min, Regie: Arnold Fanck
mit Ilse Rohde, Hannes Schneider
Format:MPEG 4

Der Film IM KAMPF MIT DEM BERGE, eine Bergsportdokumentation, die auch unter dem Titel „In Sturm und Eis. Eine Alpensymphonie in Bildern“ in die Kinos kam, begleitet zwei Bergbegeisterte, die in den 1920er Jahren sehr prominenten Skiläufer Ilse Rohde und Hannes Schneider, wie sie sich durch ein Gletschergebiet im Schweizer Hochgebirge kämpfen, dessen erhabene Schönheit der Film wirkungsvoll in Szene setzt. Die Aufmerksamkeit gilt dabei gleichermaßen der Naturbetrachtung wie dem Bergsport auf seinem damals aktuellsten technischen Stand. Und es geht auch um eine neue Form der Natur-Erfahrung dank der Film- und Kinotechnik, die zum ersten Mal einem breiten Publikum den Blick in damals noch kaum bekannte Gipfelregionen ermöglichte.
Die Filme des Bergfilmpioniers Arnold Fanck begeistern bis heute viele Filmemacher, so zuletzt Olivier Assayas (CARLOS, DIE WILDE ZEIT), der Ausschnitte aus Fancks Stummfilm in seinem neuen Film THE CLOUDS OF SILS MARIA verwendet.

Die Cinémathèque zeigt den Film in Kooperation mit dem Museum für Musikinstrumente im Großen Vortragssaal des GRASSImuseums mit Einführungen von Claudia Cornelius und Veit Heller. An der Welte-Orgel begleitet Prof. Dr. Wolf-Günter Leidel.

La roue La roue
  • Sa 25.01. 15:00
    Grassi

La roue

Kinoorgel live

Frankreich 1923, OmeZT, 273 min, Regie: Abel Gance
mit Séverin-Mars, Ivy Close, Gabriel de Gravone, Pierre Magnier, Max Maxudian
Format:mpeg2

Zwischen einem französischen Bahnhof und dem Mont Blanc angesiedeltes Melodram, welches um einen Lokomotivführer kreist, der das Findelkind Rose zusammen mit seinem eigenen Sohn Elie großzieht. Als sich Norma in Elie verliebt, wird dessen Vater bewusst wie sehr er selbst Norma begehrt.

Abel Gances LA ROUE ist ein visuell bestechender Stummfilm, der mit vielen Elementen des frühen sensationellen Kinos z.B. dem theatralen Spiel vor einer unbeweglichen Kamera, dem voyeuristische Ausreizen von weiblicher Erotik in viragierten, d.h. eingefärbten Bildern aufwarten kann. Zugleich ist dieser Film ein Vertreter des Narrationskinos und Vorläufer der melodramatischen Fernsehserie. Denn die Auffächerung des Plots über mehrere Jahrzehnte mutet wie eine Filmreihe an, wie sie in den 1910er und 1920er Jahren in wöchentlichen Fortsetzungsepisoden in den Ladenkinos bzw. Lichtspielhäusern zu sehen war. Um das Verständnis des leicht verästelten Plots und die Gedächtnisleistung des Publikums zu stützen, integrierte Abel Gance zahlreiche Rückblenden in den Film.

LA ROUE wurde mit unvorstellbarem Aufwand in einem Zeitraum von über drei Jahren an Originalschauplätzen gedreht. Mit seiner innovativen Gestaltung und Montagetechnik gilt LA ROUE als ein Meilenstein der Filmgeschichte, der viele große Filmregisseure beeinflusst hat und dennoch viel zu selten auf der großen Leinwand zu sehen ist. (Claudia Cornelius)

Die Cinémathèque zeigt den Film mit einer Pause und englischen Untertiteln in Kooperation mit dem Museum für Musikinstrumente im Großen Vortragssaal des Grassimuseums.

Mit Einführungen von Claudia Cornelius und Veit Heller. An der Welte-Orgel: Richard Siedhoff.

Metropolis (restaurierte Fassung von 2010) Metropolis (restaurierte Fassung von 2010)
  • Fr 16.05. 18:00
    Grassi

Metropolis (restaurierte Fassung von 2010)

Kinoorgel live

Deutschland 2010, stumm, 146 min, Regie: Fritz Lang
mit Heinrich George, Rudolf Klein-Rogge, Brigitte Helm, Gustav Frölich

Hoch über METROPOLIS thront Joh Fredersen (Alfred Abel), der die Stadt der Zukunft kontrolliert und alle politische und wirtschaftliche Macht besitzt. Unter der Erde müssen die Arbeiter wie Sklaven für ihn schuften. Doch ausgerechnet sein Sohn Freder (Gustav Fröhlich) verliebt sich in Arbeiterführerin Maria (Brigitte Helm). Gleichzeitig arbeitet der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge) an einem stählernen Roboter, dem er auf Fredersens Anweisung das Aussehen von Maria gibt. Als der Roboter die Arbeiter aufwiegelt und diese ihre Maschinen verlassen und Metropolis überfluten, steht die Stadt der Zukunft vor dem Untergang…

METROPOLIS ist einer der einflussreichsten Stummfilme aller Zeiten und gilt als stilbildend für das Genre des Science-Fiction-Films. So findet man in zahlreichen Filmen oder Musikvideos bis heute immer wieder METROPOLIS-Zitate. Das hatte auch die Folge, dass dies der erste und bislang einzige Film ist, der es schaffte, von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt zu werden. Dabei ist METROPOLIS von Fritz Lang nach seiner Premiere auf der Berlinale im Jahr 1927 nie komplett zu sehen gewesen. Er floppte an der Kinokasse, woraufhin die Ufa ihn rigoros umschnitt - wegen des ausbleibenden Erfolgs der millionenschweren Produktion stand sie am Rande einer Pleite. Auch in Amerika wurde das Werk massiv verändert. Eine halbe Stunde der Originalversion schien für immer verloren - bis 2008 in Argentinien, im Museo del Cine Pablo C. Ducros Hicken, Buenos Aires verschollene Teilstücke gefunden wurden. Diese wurden 2010 von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in eine restaurierte Fassung des Films integriert und METROPOLIS ist im GRASSI Museum in eben dieser Fassung zu sehen.

Die Cinémathèque zeigt den Film in Kooperation mit dem Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig im Großen Vortragssaal des GRASSI Museums mit Einführungen von Claudia Cornelius und Veit Heller. An der Welte-Orgel spielt Otto Krämer.

The Cat and the Canary The Cat and the Canary
  • So 28.12. 18:00
    Grassi

The Cat and the CanarySpuk im Schloss

Kinoorgel live

USA 1927, 16 mm, 85 min, Regie: Paul Leni
mit Laura La Plante, Creighton Hale, Forrest Stanley, Gertrude Astor, Flora Finch

Spukt es im Schloss? In seinem Testament hat der alte Exzentriker Cyrus West festgelegt, dass sein großes Vermögen erst 20 Jahre nach seinem Tod an die Verwandtschaft verteilt werden darf. Kaum ist der Tag gekommen, treffen die erwartungsvollen Erben in seinem Haus ein, doch zu ihrer großen Enttäuschung hat West seinen ganzen Reichtum der jungen Annabelle West vermacht - es sei denn, ihr könne nachgewiesen werden, sie sei verrückt. Schon geschehen die merkwürdigsten Begebenheiten auf Wests Anwesen, die selbst das stärkste Gemüt aus der Fassung bringen könnten. Als der Notar der Familie, Mr. Crosby, plötzlich mitten in der Bibliothek des Hauses verschwindet, ist dies nur der Anfang einer ganzen Reihe schauriger Ereignisse.

Der in Baden-Württemberg geborene Regisseur Paul Leni (1885 - 1929) ging nach einer Ausbildung als Kunstschlosser an die Akademie der Bildenden Künste in Berlin und arbeitete dort als Kunstmaler, Bühnenbildner, Karikaturist und Grafiker und gestaltete Plakate und Anzeigen für Filmfirmen. Nach langjähriger Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Produzenten Joe May inszenierte er 1916 - zum Militär eingezogen - für das Bild- und Film-Amt den Film Der Feldarzt. Neben Entwürfen für Ernst Lubitsch und Joe May machte er vor allem als Regisseur und Ausstatter eigene Filme: Das Melodram Prima Vera (1917), den Abenteuerfilm Das Rätsel von Bangalor (1917), den Märchenfilm Dornröschen (1917), Prinz Kuckuck (1919) sowie das Drama Patience (1920). Es folgte eine sehr produktive Zeit in Hollywood mit einigen sowohl kommerziell als auch künstlerisch erfolgreichen Filmen wie THE CAT AND THE CANARY - SPUK IM SCHLOSS (1927) und THE MAN WHO LAUGHS – DER MANN, DER LACHT (1928), die Leni zum Wegbereiter des Horrorfilms machten.

Die Cinémathèque zeigt den Film in Kooperation mit dem Museum für Musikinstrumente im Großen Vortragssaal des GRASSImuseums mit Einführungen von Claudia Cornelius und Veit Heller. An der Welte-Orgel spielt Prof. Dr. Wolf-Günter Leidel.

Vom Grand Café zu Griffith Vom Grand Café zu Griffith
  • Sa 8.11. 16:00
    Grassi

Vom Grand Café zu Griffith

Kinoorgel live

Weimarer Republik , 16mm, 90 min, Regie: Kurzfilmprogramm
mit Emil Janings, Conrad Veidt, Werner Krauss, Olga Belajeff, William Dieterle u.a.

Am Nachmittag des 8. November bieten das Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig und der Cinémathèque Leipzig e.V. ein ganz besonderes Filmprogramm an. Unter dem Titel : Vom „Grand Café“ zu „Griffith“ werden die wichtigsten Kurzfilme der Stummfilmzeit im Großen Vortragssaal des Grassimusems von Rolle, das heißt im Zelluloid-16-mm-Filmmaterial, gezeigt. Vom „Grand Café“ zu „Griffith“ bietet eine filmische Reise zu den Ursprüngen des Kinos, ja sogar in die Wiege der Kinematographie, da in diesem Programm Filme der Brüder Lumière vorgeführt werden, die bereits Bestandteil der allerersten öffentlichen Kinovorführung waren, die am 28.12.1895 im Pariser Grand Café stattgefunden hat. So werden neben dem Klassiker des frühen Films „Die Ankunft des Zuges im Bahnhof von La Ciotat“ die Kurzfilme „Der begossene Rasensprenger“, „Arbeiter verlassen die Fabrik Lumière“ und „Babys Frühstück“ von Auguste und Louis Lumière gezeigt.

Ebenfalls im Kurzfilmprogramm enthalten sind Georges Méliès’ „Die Reise zum Mond“ und Edwin S. Porters „Onkel Josh im Kino“, beide Kurzfilme stammen aus dem Jahr 1902. Zudem kann man sowohl die erste überlieferte Großaufnahme „Der Kuss“ (Thomas A. Edison, 1896), als auch den ersten Western der Filmgeschichte „Der große Eisenbahnraub“ (Edwin S, Porter, 1903) sehen.

Das Programm vollzieht den Bogen von den ersten kurzen Filmschnipseln, die dokumentarischen Charakter hatten, zu den Filmen von David W. Griffith, etwa „Die einsame Villa“ aus dem Jahr 1909, dem man bereits ein narratives Potential zusprechen kann. Der Aufbau des Stummfilmprogramms folgt zudem der Chronologie früher Filmprogramme, wie sie in den 1910er Jahren weltweit üblich waren, indem Erklärer den Filminhalt vermitteln, Kurzfilme musikalisch begleitet werden und die anwesenden Damen zu Beginn der Vorstellung per Dia darauf hingewiesen werden, dass sie zur Kinovorstellung ihre Hüte abzunehmen haben. Also, sehr verehrte Damen und Herren, Hut und Zylinder aufgesetzt und herzlich willkommen zu einer Reise in das Kino der Frühzeit des Films.

Die Cinémathèque zeigt das Kurzfilmprogramm in Kooperation mit dem Museum für Musikinstrumente im Großen Vortragssaal des GRASSImuseums mit Einführungen von Claudia Cornelius und Veit Heller. An der einzigen in Mitteldeutschland noch erhaltenen Welte-Orgel begleitet der Organist Daniel Beilschmidt das Programm.