Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

    Wesh Wesh, qu est-ce qui se passe

    Französische Filmtage 2002

    Frankreich 2001, OmU, 83 min, Regie: Rabah Ameur-Zaimeche
    mit Brahim Ameur-Saimeche, Rabah Ameur-Saimeche

    Nachdem er die doppelte Strafe von Gefängnis und Ausweisung verbüßt hat, kehrt Kamel heimlich nach Frankreich zurück, zu seiner Familie, in die Stadt seiner Kindheit. Er bemüht sich nach Kräften, Ordnung in sein Leben zu bringen. Als all seine Versuche, Arbeit zu finden und Papiere zu bekommen, ergebnislos bleiben, beschließt er, sein Pech geduldig zu ertragen. Da bringt sein jüngerer Bruder Mousse, der Haschisch schmuggelt, die Familie in Gefahr. Qu'est-ce qui se passe - Was geht hier ab? Integration - wenn jeder kleine Einwanderer verdächtig ist? Pflichten - wenn die Rechte nicht mehr respektiert werden, wenn der, der in diesem Land geboren wurde, nicht anerkannt wird, wenn der, der schon mit dem Gefängnis bezahlt hat, ausgewiesen und quasi "verleugnet" wird? Staatstreue - wenn das Elend eine ganze Generation zwingt, nach jedem Mittel zu greifen, um zu überleben? Respekt - wenn die Flics ungestraft Cowboy spielen dürfen, von ihren Hierarchien geschützt? Gerechtigkeit - wenn Sozialarbeit zum Synonym wird für Unterwerfung unter die Mächtigen, für das Sich-Einrichten in der Misere?
    Ein filmisches Protokoll, das Fragen stellt. Ein Zeugnis von großer Authentizität, das mit großer Genauigkeit und viel Zartgefühl, aber ganz unspektakulär die ungeheure Rat- und Orientierungslosigkeit jener zeigt, die in Frankreich Zuflucht suchen oder einfach Ausländer sind.
    Detlef Kuhlbrodt in seinem taz-Berlinale-Rückblick 2002: "Am Ende kamen die schönsten Filme, z.B. der engagierte Debütfilm von Rabah Ameur-Zaimeche (Forum), der halbdokumentarisch von haschdealenden Algeriern in der Banlieue erzählt und dafür den Wolfgang-Staudte-Preis erhielt..." Der Regisseur ist Jahrgang 1966.