Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • 1.04.2002
    die naTo
  • 2.04.2002
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  • 3.04.2002
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  • 4.04.2002
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  • 6.04.2002
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  • 7.04.2002
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  • 8.04.2002
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  • 9.04.2002
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Beijing BicycleBejing Bicycle

Leipzig-Premiere

China 2001, dtF, 113 min, Regie: Wang Xiaoshuai
mit Cui Lin, Gao Yuanyuan, Li Bin, Li Shuang, Zhou Xun

Peking heute. Voller Erwartungen hat der junge, schüchterne Guei seinem Heimatdorf den Rücken gekehrt. Verheißungsvoll scheint der Job bei einem Kurierdienst: Mit sechzig Tagessätzen können die Express-Biker das blitzende Zweirad - zunächst nur von der Firma geliehen - als ihr stolzes Eigentum erarbeiten. Mit harten Waden strampelt der Junge auf dieses Ziel zu, ohne dass ihn übellaunige Kunden aus der Bahn werfen können. Doch kurz vor dem ersehnten Tag ist sein Rad - Sinnbild für Autonomie, Geschwindigkeit und Status - schlicht geklaut worden. Guei sucht die halbe Stadt ab und heftet sich schließlich an die Fersen des entdeckten neuen Besitzers, der in seinem Alter ist - und in seiner Biker-Gang auf der Großbaustelle an der Ecke nun mit coolen Stehversuchen Eindruck macht...
BEIJING BICYCLE räumte auf der vorletzten Berlinale den Großen Preis der Jury ab, es ist ein junger, atemloser und kraftvoller Streifen - weniger subversiv und "independent" als die kleinen Video- und 16-mm-Produktionen, die diesen Februar in Berlin auftauchten (immerhin nicht zufällig 2001 als Wettbewerbsbeitrag der Volksrepublik plaziert), doch Regisseur Wang Xiaoshuai (Jahrgang 1966, z.B. SO CLOSE TO PARADISE 1998) erzählt leidenschaftlich und voller Einfühlungsvermögen für seine Protagonisten vom Abenteuer Beijing, das ist viel. Er zitiert ironisch QUI JIU von Zhang Yimou (auch hier sucht eine Frau aus dem Volk ihr Recht), wird natürlich mit de Sicas FAHRADDIEBEN verglichen, auch weil er sozial und psychologisch präzise (doch modern) über Recht und Unrecht und die Verhältnismäßigkeit der Mittel im Kampf darum nachdenkt. Die Geschichte bekommt gegen Ende (zum Glück) eine böse und blutige Kurve, und vor allem ist sie eine Hommage an ihre Stadt - und an die Millionen Leute, die in ihr sozusagen zu Fahrrädern geworden sind, im wahrsten Sinn ein BEIJING-BICYCLE-MOVIE.

Lief zuletzt im April 2002