Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Sa 19.04. 22:15
    die naTo
  • So 20.04. 22:15
    die naTo

Tokyo Shameless Paradise – Good-bye BluesTokyo harenchi tengoku – Sayonara no burusu

NIPPON CONNECTION ON TOUR - 2. Japanische Filmtage

Japan 2001, OmeU, 80 min, Regie: Ryuichi HONDA
mit Fumiyasu Otoguro, Hiroshi Yamamoto, Takashi Motoki

Der Film spielt in einem schrägen 60s-Design-Tokyo und Hiroshi Yamamoto (NO ONE'S ARK) ist der berüchtigte Killer 1ETetsu - the Reckless Shooter" - immer in Schlips und Anzug natürlich. Ein sich in spastischen Krämpfen wälzender; porno-produzierender Mafiaboss (Tomoro Taguchi- der Hauptdarsteller aus Shinya Tsukamotos TETSUO-Filmen!) ordert einen Mord und die anschließende Zerstückelung der Leiche. Der Mord ist kein Problem für Tetsu, die Leichenentsorgung aber schon. Vor allem, da ihm der Kopf der Leiche verloren geht - und das auch noch in einer Tasche, die genauso aussieht, wie eine Tasche, in der sich ein größerer Drogentransport desselben Mafiabosses befindet und die ebenfalls verschwindet. Verwirrt verbringt Tetsu einen Abend in einer Bar, in der eine 60s Kapelle namens 1EThe Donkeys" auftritt. Sowenig der Killer und die hoffnungslos erfolglosen Musiker zuammenpassen, sie freunden sich an und nach einigen Bieren wird Tetsu in die Band aufgenommen... irgendwo muß er sich ja vor dem rachesüchtigen Mafiaboss verstecken...
Ryuichi Honda inszeniert den Film mit viel Witz, Rasanz und vor allem unglaublicher Trashiness. Und immer, wenn man denkt, 1Each, den Gag kenn ich ja", nimmt der Film eine neue, überraschende Wendung. Unweigerlich fühlt man hier an frühe John Waters Filme erinnert... Trotz aller schrägen Gags überrascht das Ende aber doch: eine derart wilde Slapstick-Splatter-Einlage gab es im japanischen Kino schon lange nicht. Ein trashiges midnight movie vom Besten!
Johannes Schönherr

Good-bye Blues The Donkeys sind eine erfolglose Sixties Cover Band, die dringend einen neuen Frontman braucht -- und in dem Yakuza-Killer Tetsu gefunden hat. Tetsu hatte keine Lust, für den Boß irgend so 'ne arme Sau zu zerstückeln, das widersprach seiner Berufsbeschreibung: und in jenem Augenblick der Verweigerung hatte er eine Vision von sich als Pop(per)-Ikone. Nur: Wer zersägt da grad die Leute, deren Teile dieser Tage überall in Tokyo auftauchen? Ähnlich "Teenage Hooker Became Killing Machine in Daehakro" ist auch Honda Ryuichis Uni-Abschlußfilm "Tokyo Shameless Paradise - Goodbye Blues" eine Camp-Ode - und was ist hier alles zu hören... - an alle brillant schlechten Filme, und überhaupt die besseren Zeiten, als wir noch gar nicht geboren waren, von denen wir aber wissen, daß sie besser gewesen sein müssen, weil die Filme damals einfach besser, inspirierter, wüster, durchlässiger, cooler, spießiger, echter waren.

Lief zuletzt im April 2003