Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Di 30.04. 22:00
    die naTo

Thundercrack!Thundercrack

American Outlaw Cinema II: Music, Sex & War

USA 1976, OF, 100 min, Regie: Curt McDowell (Drehbuch: George Kuchar)
mit George Kuchar, Marion Eaton, Melinda McDowell

„Prairie Blossom" ist ein einsames Haus irgendwo im Mittelwesten. Draußen heult ein Gewittersturm während sich drin die einsame Frau des Hauses, Gert Hammond (Marion Eaton), den Whiskey schmecken läßt.
Doch auf der nahen Landstraße stranden so einige Autofahrer und alle suchen Zuflucht in Gert Hammonds Haus - wo sie bald nicht nur soziale sondern insbesondere sexuelle Beziehungn zueinander aufnehmen - gern beobachtet von der Herrin des Hauses. Die letztere sieht die Bemühungen der Gäste, die finsteren Geheimnisse des Anwesens zu lüften allerdings weniger gern...
Ein Produkt der San Francisco Underground Szene der Mitt-1970er, der Zeit als San Francisco noch als Amerikas Open Air Sodom und Gomorrha galt, mischt Thundercrack! nicht nur Elemente des Horrorfilms mit Hardcore-Pornographie sondern zeigt auch gleich noch exliziten Sex der verschiedensten Orientierungen - hetero, schwul, lesbisch und Drehbuchschreiber George Kuchar schrieb sich selbst noch einen Part als Liebhaber einer (Fake-) Gorilla-Dame ins Script.
Viel Sex, viele bizarre Ideen - und viele Dialoge. Nicht nur gucken sondern auch Ohren spitzen heißt es da - wer will schon Dialogzeilen wie diese verpassen: „Wenn es zwischen uns nicht klappt, kann ich ja immer noch eine Beziehung mit deinem Ehemann anfangen." (sagt ein Mann zur neu kennengelernten Frau).
Regisseur McDowell waar zwar schwul, wollte nie nur Schwulenfilmer sein - er behauptete immer: „Gott hat mich auf diese Erde geschickt damit ich Pornographie produziere." Da gab nichts, was ihn stoppen konnte. Selbst seine eigene Schwester hat er eingespannt und sie spielt eine der Hauptrollen hier.Als der Film seine offizielle Erstaufführung in San Franciscos Roxy Theater hatte, war McDowell dort als Hausmeister angestellt. Er machte nie Geld mit seinen zugegebenermaßen recht radikalen Werken und starb 1987 an AIDS.
Johannes Schönherr

Lief zuletzt im April 2002