Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • 3.10.2001
    die naTo

The Psychedelic Satanism of Kenneth Anger

American Outlaw Cinema

USA 1954-66, OF, 75 min, Regie: Kenneth Anger
mit 3 Kurzfilme zusammengestellt und eingeführt von Johannes Schönherr

Kenneth Anger begann sein Leben als Filmstar: er wurde in Hollywood geboren und spielte bereits als 4-jähriger einen Prinzen in Max Reinhardts A Midsummer Night's Dream. Doch seine spätere Entwicklung war alles andere als Hollywood: 1947 drehte er in Frankreich den exzessiven Schwulen-Film Fireworks und wurde damit über Nacht als Outlaw-Filmer entdeckt. Doch es brauchte noch das intensive Studium von Aleister Crowley's sex-bessener Satanismus-Version um den Kenneth Anger zu schaffen wie man ihn kennt: den ironischen Hexenmeister des Underground-Kinos.
Inauguration of a Pleasure Dome (1954 - später mehrmals verändert) visualisiert eine satanistische Messe als dionysisches Freudenritual - mit Anais Nin als einer der Hauptdarstellerinnen. Ein satanistischer Orgien-Trip.
Scorpio Rising (1963), der zweite Film im Programm, etablierte Anger endgültig als transgressiven Provokateur. Erstmals wird hier Rock'n'Roll als Film-Soundtrack eingesetzt - zu Bildern von stilisierten Bikern, die sich cool in ihre Lederanzüge überstreifen und mit christlicher, satanistischer und vor allem faschistischer Ästhetik spielen - bis sie der Bestatter vom Asphalt kratzt.
Scorpio Rising wurde jahrelang verboten und verfolgt - aber er prägte das moderne Kino mehr als irgendein anderer Film aus dem Underground. Sein Gebrauch von Bildern und Musik ist heute Standard in Hollywood und im Rest der Welt - in entschärfter Version, natürlich.
Im "Vorprogramm" ein weiteres wichtiges Beispiel des American Underground: BEHIND EVERY GOOD MAN Nikolai Ursin, 1966, 8 min

Lief zuletzt im Oktober 2001