Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • 7.08.2003
    die naTo
  • 8.08.2003
    die naTo
  • 9.08.2003
    die naTo
  • 10.08.2003
    die naTo
  • 11.08.2003
    die naTo
  • 12.08.2003
    die naTo
  • 13.08.2003
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  • 14.08.2003
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  • Fr 15.08. 22:15
    die naTo
  • Sa 16.08. 22:15
    die naTo
  • So 17.08. 22:15
    die naTo
  • Mo 18.08. 22:15
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  • Di 19.08. 22:15
    die naTo
  • Mi 20.08. 22:15
    die naTo

Ten

Leipzig-Premiere

Frankreich/Iran 2002, OmU, 94 min, Regie: Abbas Kiarostami
mit Amin Maher, Mania Akbari, Roya Arabashi

Einen ganzen Film (bzw. eben ZEHN Episoden) lang schlüpft man als Zuschauer dieses neuen Abbas Kiarostami („Quer durch den Olivenhain") in die Rolle eines unsichtbaren Beifahrers kreuz und quer durch Teheran - und nimmt auf diese Weise teil an sehr persönlichen und emotionalen Gesprächen einer iranischen Frau mit ihrem Sohn und fünf anderen Frauen. Im Laufe der anderthalb minimalistisch gestalteten Stunden ergibt sich dadurch ein komplexes Bild der heutigen iranischen Metropole.
Bis die Kamera die selbstbewußte Chauffeurin zum ersten Mal am Steuer zeigt, weiß man aufgrund des Gesprächs mit ihrem halbwüchsigen Sohn bereits eine Menge über ihre familiäre Situation. Sie ist geschieden, lebt mit einem anderen Mann zusammen, der Sohn folgt in Mutters Beurteilung dem Vater, kann oder will deren Entscheidung nicht akzeptieren und beschimpft sie als „arme Irre".
Nur ganz selten, und wenn, dann auch nur für eine kurze Besorgung, verläßt Film das Wageninnere. Ansonsten fokussiert die Kamera frontal die Beifahrer - und bleibt doch wie nicht anwesend oder "diskret". Nur beiläufige Blicke aus dem Fenster gehören der Stadt. Die Trotzigkeit des Jungen, die Tränen der unterm Kopftuch kahl rasierten Schwester, die Worte der zum Beten ins Mausoleum fahrenden Alten oder der über die Vorzüge ihres Berufs sprechenden Prostituierten - all das Momentaufnahmen von exemplarischen Lebenssituationen. Wenn die Fahrerin aber sagt, sich als Ehefrau ohne Rechte als „lebendige Tote" zu fühlen, so ist dies eine deutliche Äußerung gegen einen noch immer erzkonservativen Staat.
Nicht dokumentarischen, andererseits ohne vorgegebenes Drehbuch liefert TEN eine Reise ins Ungewisse, ein Abenteuer nach raffiniert-simplem Kino-Prinzip.

Lief zuletzt im August 2003