Cinémathèque Leipzig - Archiv

<< Dezember 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 heute morgen 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 >>
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Mo 22.07. 22:15
    die naTo
  • Di 23.07. 22:15
    die naTo
  • Mi 24.07. 22:15
    die naTo

Taxi: Eine Nacht in Buenos AiresTaxi: un encuentro

Cine Latino

Argentinien 2001, OmU, 93 min, Regie: Gabriela David
mit Diego Peretti, Josefina Viton

Ein Einzelgänger knackt ein Taxi, um in der Nacht mit ein paar Fahrten noch etwas für sich und seinen im Rollstuhl sitzenden Vater zu verdienen. An einer Kreuzung steigt ein Gast ein, ein junges Mädchen, das blutüberströmt auf dem Rücksitz zusammenbricht. Er weiß nicht, was er mit ihr anstellen soll, legt sie an den Straßenrand, ruft den Krankenwagen und verschwindet. Doch das Mädchen will seinen Retter wiedersehen.
Atmosphärisch dichter, melancholischer Großstadtreigen über gestrandete Existenzen in Buenos Aires, deren Wege sich in einer Nacht zufällig kreuzen. Das Regiedebüt von Gabriela David, die auch das Drehbuch schrieb und selbstproduzierte, folgt mit einer bewegten Kamera ihren wortkargen, chronisch traurigen (Anti)-Helden, zeigt nicht die glänzenden Seiten der Stadt, sondern die Hütte neben dem Autobahnring, das Vorstadthäuschen.
cinebiz

Verleih-Text:
Esteban ist ein kleiner Gauner in Buenos Aires. Er hat sich auf Taxidiebstähle spezialisiert. Bevor er sie zu seinem Hehler bringt, spielt er gern für ein paar Stunden den Taxifahrer. Das bringt ihm ein paar Pesos ein und hilft ihm über die Einsamkeit hinweg. Doch in dieser einen Nacht kommt alles anders. Eine junge Frau, Laura, bricht in seinem gestohlenen Taxi mit einer schweren Schußwunde zusammen. Esteban ist hin- und hergerissen zwischen dem Impuls zu helfen und Angst vor Scherereien mit der Polizei. So bringt er die Schwerverletzte nicht ins Krankenhaus, sondern in seine Wohnung, wo er gemeinsam mit seinem Vater die Kugel entfernt und ihr so das Leben rettet. Als ihr Zustand sich nicht zu bessern scheint, gerät Esteban in Panik. Er setzt sie an einer einsamen Straßenecke ab und ruft den Notarzt.
Gegen seinen Willen kann Esteban die rätselhafte Frau nicht vergessen. Er beginnt nach ihr zu suchen. Ein Zeitungsartikel über bringt ihn schließlich auf ihre Spur. Und auch Laura selbst macht sich nach ihrer Genesung auf die Suche nach dem Unbekannten, der ihr das Leben gerettet hat. Der einzige Hinweis, den sie hat, ist die Erinnerung an den Blick aus der Wohnung des Taxifahrers... Zwei Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, die sich in der Einsamkeit der Großstadt durch Zufall finden, verlieren, wiederfinden. Eine scheinbar kleine, intime Geschichte, deren Vielschichtigkeit erst nach und nach sichtbar wird. Auch aufgrund der ungewöhnlichen Erzählstruktur voller Überraschungen und der atmosphärisch dichten Bilder gehört dieser Debutfilm von Regisseurin Gabriela David zu den schönsten Neuentdeckungen aus Lateinamerika.
tip: Eine Nacht in Buenos Aires. Aggression liegt in der Luft. Ein Melancholiker klaut ein Taxi, ein paar Häuser weiter erschießt jemand seine Familie. Ein verwundetes Mädchen wird sich in das Taxi des Diebes retten und ohnmächtig. Wird er es retten oder einfach nur am Straßenrand parken? Eine kleine Geschichte, doch packend bis zur letzten Sekunde. Denn Regisseurin David hat ihr Debüt vielschichtig angelegt, surft mit Zeitsprüngen durch die Schattenwelten der pulsierenden Metropole, will keinen Kitsch und findet Poesie neben den letzten Werten.

Lief zuletzt im Juli 2002