Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Di 15.03. 19:30
    die naTo
  • Mi 23.03. 22:00
    die naTo

Südostpassage (I)Teil I - Wroclaw - Varna

Leipzig-Premiere

BRD 2002, OmU, 128 min, Regie: Ulrike Ottinger

Der in drei Teile gegliederte Film hält kulturelle Begegnungen mit der Kamera fest: eine Reise von Berlin nach Osteuropa sowie zwei Stadtexpeditionen, eine durch Odessa und eine durch Istanbul. Mit eindrucksvollem Blick fürs Detail und Respekt vor den Menschen, denen sie begegnet, präsentiert Ulrike Ottinger ein Porträt der Menschen am Rande Europas, denen es nicht gelungen ist, vom Ende des Kalten Kriegs zu profitieren.
Das bewegte Bild des Films folgt der Reisebewegung, dem geographischen Faden durch Südosteuropa von Berlin über Polen, Tschechien und die Slowakei, über Rumänien und Bulgarien ans Schwarze Meer; weiter per Frachtschiff nach Odessa in die Ukraine und von dort aus an der Küste entlang zu seinem südöstlichsten Punkt, Istanbul. Gezeigt werden Straßen, Märkte, Dörfer, Städte und Architekturen. Aus der Begegnung mit Menschen und ihren Orten entstehen filmische Miniaturen. Das Alte geht nicht mehr, das Neue noch nicht...
Nach der Perestroika und dem Fall der Mauer sind die Grenzen offener, in ihrer realen Auswirkung jedoch unüberwindlicher geworden. Und sie sind unsichtbar. Riesige Territorien wurden zu weißen Flecken auf der politischen Landkarte, verwahrloste Gegenden, von der Umstrukturierung ins wirtschaftliche Chaos geworfen. Hier entstanden, von aussen unbemerkt oder verleugnet, undurchsichtige Machtstrukturen, die den Menschen ihre Existenzsicherung zusätzlich erschweren.
Nicht mehr von den alten "Helden der Arbeit", sondern von den "neuen Heldinnen und Helden" im Überlebenskampf ist hier zu sprechen, ihrem Mut, ihrer Fantasie. Sie sind es auch, die die unsichtbaren Grenzen immer wieder durchlässig machen. Wir begegnen diesen neuen Nomaden (sie waren früher Lehrer, Anwälte, Bauern, Handwerker) handeltreibend an den Schlagbäumen der vielen Landesgrenzen, an den Rändern der mittleren und kleinen Straßen, in den fast verlassenen Gespensterdörfern der ländlichen Gegenden, auf Märkten und Busbahnhöfen und in den brodelnden Städten.
Eine Mammut-Doku, ohne Antworten, voller Fragen, dick beladen mit Reflexionen, Gedanken, kleinen inszenierten Passagen von Frau Ottinger. Wer sich darauf einläßt, kann einfach mitreisen, schauen und schauen.

Lief zuletzt im Mrz 2005