Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Do 18.11. 22:15
    die naTo
  • So 21.11. 20:00
    die naTo
  • Di 23.11. 22:15
    die naTo

Stupeur et Tremblements

Französische Filmtage 2004

Frankreich/Japan 2003, OmeU, 107 min, Regie: Alain Corneau
mit Kaori Tsuji, Sylvie Testud, Taro Suwa

„Herr Haneda war Herrn Omochis Vorgesetzter, der Herrn Saitos Vorgesetzter war, der Fräulein Moris Vorgesetzter war, die meine Vorgesetzte war. Was mich anging, so war ich niemandes Vorgesetzte. Man könnte die Dinge auch anders ausdrücken. Ich stand unter Fräulein Moris Befehl, die unter Herrn Saitos Befehl stand und so weiter, wobei zu ergänzen ist, dass die Befehle auf ihrem Weg von oben nach unten die hierarchischen Ebenen überspringen konnten. Kurz, in der Firma Yumimoto stand ich unter jedermanns Befehl." (Auszug aus dem Roman)
Nach dem Uni-Abschluss ergreift Amélie die Chance, eine andere Kultur kennen zu lernen und nimmt für die Dauer eines Jahres eine Stelle in einer großen japanischen Firma an...
Wer glaubt, dass die japanische Geschäftswelt eine für uns völlig fremde Realität ist, bekommt in diesem Film Recht. Wer glaubt, dass Japaner und Japanerinnen in dieser Arbeitswelt vollständig konform sind und in einer strengen Hierarchie Opfer ihrer eigenen Arbeitswut werden, bekommt dies bestätigt. Wer glaubt, dass sich dies in einer feinfühligen Satire nicht bis ins Groteske steigern lässt, wird bitter enttäuscht. Die Erzählung von Nothomb über die asiatische Grundhaltung gegenüber den Vorgesetzten vermittelt der Film von Corneau mit einer bewundernswerten Schauspielführung. Getragen wird die Geschichte von den beiden Frauen Amélie (Sylvie Testud) und Fubuki (Kaori Tsuji), die eine aus Belgien mit Wurzeln in Kyoto, die andere eine Schönheit aus der Geschäftswelt von Tokio, die pflichtbewusst ihre Aufgabe in der Finanzkontrolle erfüllt, doch als Vorgesetzte in ungewollte Konflikte mit der europäischen Angestellten gerät.
Den feinsinnigen Humor, der durch den Roman strahlt, nimmt der Film in der Alltagsrealität des Großraumbüros auf, überzeichnet Ereignisse, verleiht kulturellen Missverständnissen sogar die Aura des Grotesken. Amélie sinkt immer weiter in der Hierarchie und erweist sich auch noch in der Rolle der Klofrau als Heldin des japanischen Alltags.

Lief zuletzt im November 2004