Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Di 16.07. 20:00
    die naTo
  • Mi 17.07. 20:00
    die naTo

Sowjetmacht plus ElektrifizierungLes soviets plus l'électricité

Zur Französischen Sommeruniversität 02

Frankreich 2001, OmU, 170 min, Regie: Nicolas Rey
mit Dok-Essay

Eine Kinoreise in drei Etappen quer durch Russland bis nach Magadan (Sibirien), jener fernen, legendären Stadt in der ehemaligen Sowjetunion, die 1941 gegründet wurde, damit Arbeitskräfte des Gulags von hier die Goldminen der Region ausbeuten konnten. Ausgehend von Fragmenten seines akustistischen Tagebuchs, dokumentarischen Aufnahmen und einigen unterwegs gewonnenen autobiografischen Erkenntnissen, versucht Nicolas Rey (Jahrgang 1968), seiner imaginierten Herkunft auf den Grund zu gehen: „Für den größten Teil der Reise ist die Zeit des Films 'aus den Fugen', wie Shakespeare sagt, und der Zuschauer kommt, genau wie der Filmreisende, nur im Wechselschritt voran. Es liegt an ihm, die Leerstellen oder vielmehr die Tunnel auszufüllen, ich verschanze mich hinter der Rolle des Regisseurs. Warum ihm also nicht einen Großteil der Arbeit anvertrauen? Umso besser, wenn das den Film irritierend macht… Vom Zeitpunkt der Abreise an fordert mein Film vom Zuschauer, mit mir bis ans Ende der Welt zu fahren. Das ist viel verlangt: Immerhin weiß man nicht, was kommt. Ich bin mir dessen bewusst und will wohl glauben, dass mehr als einer sich davon abschrecken lassen wird. Aber jene, die das Spiel des Films mitspielen wollen, die Hartnäckigsten, werden durch Wahrnehmungen belohnt, die, so hoffe ich, neu für sie sind. Dafür werden keine wirklichen Vorkenntnisse vorausgesetzt, sondern nur der Wunsch, Augen und Ohren ohne jegliche Vorurteile zu benutzen."
tip: Ein Reiseessay, der die Trümmer des sozialistischen Imperiums besichtigt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchquert der französische Experimentalfilmer die ehemalige Sowjetunion, die Amateurkamera zeichnet die materiellen Spuren der zerbrochenen Ideen auf: Das Reiseziel ist Magadan am Pazifik, Synonym für den sowjetischen Gulag. Seine wenigen Sviemacolor-Filmrollen dehnt Nicolas Rey auf 175 Minuten, verlangsamt die Bilder, setzt Schwarzfilm dazwischen, Tonbandtagebücher, Texttafeln und Vladimir Vissotzkis bitteres "Magadan"-Lied. Eine radikale, spröde, sperrige Expedition in Dokumentation, Fotografie und Avantgardekino.

Lief zuletzt im Juli 2002