Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

    Aufstand der FischerWostanje rybakow

    Leipzig-Premiere

    UdSSR 1934, OmU, 85 min, Regie: Erwin Piscator, nach Anna Seghers
    mit Alexej Diki, D. Konsowski, N. Gladkow

    Die Fischer von Santa Barbara streiken gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen. Deshalb rufen die Unternehmer Soldaten auf die Insel und versuchen, die Einheitsfront durch Teilversprechen zu zerschlagen. Das gelingt bei den meisten der Arbeiter, weil sie den Hunger ihrer Familien nicht ertragen. Einzig der Fischer Kedennek bleibt standhaft - doch seine flammende Rede zwischen den Fronten unterbricht ein tödlicher Schuß. Dann trifft sein langer Trauerzug auf die Gruppe von Streikbrechern, die wieder aufs Meer hinaus will...
    Der linke Theater-Pionier Piscator (1893-1966) nutzte nicht nur auf Bühnen der 20er Jahre die Kraft des Kinos als dramaturgisches Element, sondern war nach seiner Deutschland-Flucht 1933 der erste deutsche Exil-Regisseur für die Filmgesellschaft MESHRABPOM (Internationale Arbeiterhilfe). Dieses Engagement rettete ihm vermutlich in Stalins Moskau das Leben. WOSTANIJE RYBAKOW war ursprünglich mit deutschen Theater-Größen wie Lotte Lenya und Paul Wegener geplant, was an Vertragsproblemen und Verzögerungen scheiterte. Während Eisenstein übrigens ausgerufen hatte: "Die Kamera muß stehen!", filmte Piscator seine Laienscharen auch von einem LKW herab, "eigentlich nur vier Räder, von denen eines so platt war, daß wir schaukelten wie auf einem Schiff".