Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • Do 20.11. 20:00
    die naTo
  • So 23.11. 20:00
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  • Mo 24.11. 20:00
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  • Di 25.11. 20:00
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  • Mi 26.11. 20:00
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Sieben Brüder

Leipzig-Premiere

BRD 2003, 85 min, Regie: Sebastian Winkels

Sieben Brüder, geboren in Mülheim an der Ruhr zwischen 1929 und1945. In der strengen Stille eines dunkel ausgeschlagenen Filmstudios - Drehzeit sieben aufeinanderfolgende Tage - verweben sich ihre Erzählungen zum Familien-Universum. Zwischen Geschichte und Eigensinn, kollektiver und persönlicher Erfahrung. In sieben Schicksalen - vergleichsweise unspektakulären und gerade dadurch exemplarischen - spiegelt sich deutsche Vorkriegs- und (west)deutsche Nachkriegshistorie wider.
Erzählkino im besten Sinn: durchweg spannend und unterhaltsam, manchmal witzig, manchmal traurig, obwohl es in dieser Familie (Zufall oder nicht?) offensichtlich keine wirklich unlösbaren Konflikte gegeben hat. Filmemacher Sebastian Winkels verläßt sich ganz auf das Charisma seiner Protagonisten, allesamt begnadete Erzähler, und doch aus einer Generation, die selten gehört wird. Am Krieg selbst nicht beteiligt, wird für sie alle 1945 zur entscheidenden Wegmarke (der älteste der Brüder ist 16 Jahre, der jüngste gerade drei Monate alt). Die Spuren dieser Zeit prägen alle sieben Lebenswege - ob Bäcker, Manager, Theatermann oder Lehrer - auf nachhaltige und sehr unterschiedliche Weise.
Wohltuend ausgespart werden Rückfragen oder Wertungen von außen. Der Zuschauer bleibt einfach seinen eigenen Schlüssen und Assoziationen überlassen, sieben Gesichter bewahren fulminant ihre Individualität. Beglückwünscht seien übringens jene heute zwischen 30- und 40jährigen, deren Eltern solche offene, unneurotische Selbstreflexion gelingt.

Lief zuletzt im November 2003