Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • 7.03.2002
    die naTo
  • 8.03.2002
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  • 9.03.2002
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  • 11.03.2002
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  • 12.03.2002
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  • 13.03.2002
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Schwarze Tafeln - BlackboardsTakhte Siah

Leipzig-Premiere

Iran/Italien 2000, OmU, 85 min, Regie: Samira Makhmalbaf
mit Bahman Ghobadi, Behnaz Jafari, Said Mahamadi

Nach DER APFEL der zweite Spielfilm der jetzt 22jährigen Makhmalbaf-Tochter Samira.
Mit Wandtafeln auf dem Rücken bricht eine Gruppe von Lehrern auf, der Bevölkerung im kurdischen Berggebiet an der iranisch-irakischen Grenze Lesen und Schreiben beizubringen. Doch die nomadisierenden Bergler zeigen wenig Interesse, zu hart ist der tägliche Überlebenskampf. Zwei Lehrer trennen sich von der Gruppe und durchstreifen die ockerfarbene Gebirgslandschaft auf eigene Faust. Einer stößt auf Kinder, die Waren über die Grenze schmuggeln, der andere schließt sich einer Gruppe alter Kurden an, die es vor ihrem Tod zurück in die im Irak liegende Heimat zieht. Ein vielschichtiger Film, der es versteht, seinem traurigen Thema auch mit Witz zu Leibe zu rücken und uns u.a die absurdeste Trauungszeremonie der Filmgeschichte beschert.
Die Regisseurin im Interview: ..."Der Drehort lag auf der iranischen Seite, nahe dem irakischen Halabcheh, wo während des iranisch-irakischen Krieges der Irak chemische Bomben einsetzte, als Repressionsmaßnahme gegen irakische Kurden... Noch heute ist die Gegend vermint, Landminen haben den Dreh behindert. Was die Lehrer mit den großen schwarzen Tafeln symbolisieren, überlasse ich dem Zuschauer. Manche denken an riesige Vögel, Christen vielleicht an das Kreuz... Für mich sind die Tafeln das einzige Greifbare, was nach dem Krieg gerettet wurde... Ebenso steht die einzige Frau für das, was Frauen ertragen müssen: Sie darf nicht tun, was sie will, sie braucht Liebe - und doch kann sie nur ihren Sohn lieben... Am schwierigsten war es übrigens, hundert alte Männer zusammenzubekommen, zu verpflegen und bei Laune zu halten. Sie verstanden nicht die nötigen Wartezeiten beim Dreh und neigten dazu, auseinanderzulaufen."
U.a. Großer Preis der Jury in Cannes 2001. Kurdische Dialoge, deutsche UT.
Verleih

Der Film erzählt vom Alltag eines Exodus, von der Bevölkerung der kurdischen Dörfer, die auf der Flucht vor Soldaten durch die Berge irrt. Den Flüchtlingen folgt eine Hand voll Lehrer, die mit schwarzen Schiefertafeln versuchen, etwas Bildung in das unwegsame Gelände zu transportieren. Daraus entsteht eine Reflexion über die Grundlagen der Zivilisation: das Wort und die Schrift. Nebenbei erleben die Tafeln ihre eigene Geschichte einer multifunktionalen Zweckentfremdung: Zerstückelt dienen sie einmal zum Schienen eines Beins, dann als Sonnenschutz, schließlich als Mitgift für die Braut eines Lehrers.
tip Berlin

Lief zuletzt im Mrz 2002