Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Mädchen in Uniform I mit Einführung Mädchen in Uniform I mit Einführung
  • 7.04.2020
    die naTo
  • Fr 17.04. 19:00
    die naTo

Mädchen in Uniform I mit Einführung

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BRD/Frankreich 1958, 95 min, Regie: Géza von Radványi
mit Lilli Palmer, Romy Schneider, Therese Giehse
Format:DCP

Sprache: Deutsch
Language: German

Unser Programm setzt bis auf Weiteres aus.
Bleibt gesund!

mit Einführung am 16.4.


Mit eiserner Hand werden junge, aus "höheren Familien" stammende Frauen um 1910 in einem preußischen Internat auf ihre KKK-Rolle vorbereitet. Aber das Prinzip „Kinder, Küche, Kirche“ gerät in Konflikt mit dem wirklichen Leben. Heute als Skandalfilm aus der prüden Adenauer-Zeit bekannt, vermisste damals selbst die katholische Filmkommission den Biss der Vorlage. Trotzdem setzen die von Romy Schneider und Lilly Palmer großartig verkörperten Rollen einen spannenden Kontrapunkt: Im Unterschied zur Vorlage besteht zwischen den Darstellerinnen der Schülerin und der von ihr begehrten Lehrerin tatsächlich ein beträchtlicher Altersunterschied.

Lesbische Liebe, preußische Erziehung, die prüde Adenauer-Zeit. In dieser Paarung von COPY>PASTE spielt die vielschichtige Interpretation eines erotischen Stoffes und ihr Bezug zu den jeweiligen zeitlichen und gesellschaftlichen Umständen eine Rolle: Wo der Film von 1931 die Konflikte nicht auflöst, bietet die weniger konfliktträchtige Verfilmung von 1958 zumindest eine individuelle Lösungsmöglichkeit. Und die Verschiebung der Beziehung der Hauptfiguren hin zu einem Mutter-Tochter-ähnlichen Verhältnis lässt vor dem Hintergrund des zeitlichen Abstandes zu 1945 eine weitere Lesart zu: die der gesellschaftlichen Verantwortung der Elterngeneration in der jungen BRD.


Aus der Reihe copy>paste:

Die Geschichte des Films beginnt mit einem Remake: Immer wieder fährt der Zug in den Bahnhof ein – als erstes bei den Gebrüdern Lumière in La Ciotat (1895), danach in New York (1896) oder im Lehigh Valley in Pennsylvania (1896). Seitdem hat sich das Verwerten erfolgreicher Stoffe nicht zuletzt kommerziell bewährt. Dabei hat das Remake mehr zu bieten als das Aufgießen alter Teebeutel. Das Remake ist selten Kopie, aber oftmals Zitat, Kommentar, Modernisierung – kein stumpfes „copy“, sondern kreatives „paste“ in einen anders gearteten Zusammenhang.
Das ganze Jahr über zeigen wir monatlich einen Film und sein Remake, begleitet von Einführungen.

Lief zuletzt im April 2020

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