Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • 8.03.2001
    die naTo
  • 9.03.2001
    die naTo
  • 10.03.2001
    die naTo
  • 11.03.2001
    die naTo
  • 12.03.2001
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  • 13.03.2001
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  • 14.03.2001
    die naTo

Ratcatcher

Leipzig-Premiere

GB 1999, OmU, 93 min, Regie: Lynne Ramsay
mit Mandy Matthews, Michelle Stewart, Tommy Flanagan, William Eadie

Glasgow Ende der70er Jahre: Abfall droht das Reihenhaus-Viertel im Schatten der Wohnsilos zuzuwuchern, viele Fenster sind mit Brettern vernagelt. Wer sich von den hier lebenden Sozialhilfeempfängern nicht schon endgültig mit seinem Dasein als Provisorium abgefunden hat, will nur noch weg. So auch der 12jährige Außenseiter James, ein Träumer. Sein Vater ist Alkoholiker, die halbwüchsige Schwester streunt aufgedonnert durch die Gegend und die kleine Schwester intrigiert, wo sie nur kann. James trägt schwer an einem Schuldkomplex und seine Freundschaft zum Nachbarsmädchen endet in einer herben Enttäuschung. Er fühlt sich getrieben von der Sehnsucht nach einem Ort, wo "die Welt wieder in Ordnung" ist. Aber es gibt Hoffnung. Die Familie soll in eines der neuen Häuser am Stadtrand umziehen. Als er mit dem Bus schon mal in die Neubausiedlung fährt, findet er sich unversehens auf freiem Feld wieder, für ihn ein Ort der Träume...
Mit bewundernswerter Sicherheit und psychologischem Feingefühl gelingt es Regisseurin Lynne Ramsay in ihrer ersten Regiearbeit, genaue soziale Beobachtung mit Momenten magischer Poesie und einem ungewöhnlichen visuellen Stil zu verbinden. Der eigenwillige Beitrag zum sozialen Realismus des neueren britischen Kinos erzählt ernsthaft und streng mit Bildern, die weniger die Realität abbilden als die Phantasiewelt der jungen Helden. Soziale Genauigkeit ohne Welterlösungspathos, glaubhafte Charaktere aus Fleisch und Blut, die nie ins Allgemeingültige, Allegorische abdriften machen die Geschichte ebenso nachvollziehbar wie überraschend. Ein weiterer Beweis für das britische Filmwunder.

Lief zuletzt im Mrz 2001