Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Beschreibung einer Insel I mit Filmgespräch Beschreibung einer Insel I mit Filmgespräch
  • 2.11.2019
    die naTo

Beschreibung einer Insel I mit Filmgespräch

paradoks

BRD 1979, 192 min, Regie: Rudolf Thome, Cynthia Beatt
mit Cynthia Beatt, Gabrielle Baur, Susanne Christmann, Edda Köchl, Otto Kayser, Brian Beatt

Sprache: Deutsch
Language: German

Sprache: Deutsch
Language: German


Aus der Filmreihe: paradoks

Dokumentarfilme und Spielfilme teilen sich die Wirklichkeit – wenn auch eine verschiedene und von verschiedenen Standpunkten aus. Während erstere ihren Anspruch in der Regel durch sorgfältiges Vermeiden oder Kaschieren jeglicher Inszenierung zu erwerben versuchen, schafft im Spielfilm gerade die Inszenierung und mit ihr das Erzeugen eines künstlichen Raums die Voraussetzung dafür, dass das Publikum das filmische Erlebnis als ein wirkliches wahrnimmt.
Doch was geschieht, wenn die Werkzeuge und Voraussetzungen des dokumentarischen Filmens auf den Spielfilm übertragen werden? Was geschieht, wenn der Spielfilm die Kontrolle über seine Inszenierung nicht nur aus der Hand, sondern aufgibt? Und was, wenn er sich dokumentarische Bilder zugunsten einer fiktiven Narration einverleibt?


Fünf europäische Forscher*innen erreichen die abgelegene Vulkaninsel Ureparapara im Norden der Neuen Hebriden. Ihr Ziel ist es, Flora, Fauna und die geografischen Gegebenheiten der Insel zu studieren, aber auch Lebensweise, Sprache und Gebräuche der Bewohner*innen. So will es die Fiktion. In Wirklichkeit sind es Rudolf Thome, eine Handvoll Darsteller*innen und die Filmcrew, die sich für ein halbes Jahr auf eine Expedition ins Ungewisse begeben. Ebenso allmählich wie die Forschenden (oder die Spielenden?) erfahren auch die Zuschauenden vom Leben auf der Insel. Doch je stärker die Befindlichkeiten, die Konflikte und die Zweifel der Ankömmlinge in den Vordergrund rücken, desto mehr wird der Film zu einer Betrachtung der Betrachtenden.

Rudolf Thome hat seinen Film als "ethnografischen Spielfilm aus der Südsee" bezeichnet. Wo die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit darin verlaufen, bleibt ungewiss. So viel aber ist klar: "Man kann in BESCHREIBUNG EINER INSEL viel lernen und viel begreifen, indem man sich sowohl der Realität wie dem Spiel aussetzt, indem man teilnimmt an dem Anverwandlungsprozess, den Thome inszeniert/erlebt" (Martin Schaub, Tages-Anzeiger).

Im Anschluss: Filmgespräch mit Rudolf Thome via Video-Telefonat

Lief zuletzt im November 2019