Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • 16.05.2004
    die naTo

Pupendo

Novinky - Tschechische Filmtage 04

Tschechien 2003, OmeU, 114 min, Regie: Jan Hrebejk
mit Boleslav Polivka, Jaroslav Dusek, Vilma Cibulkowá

Schon mit seinen letzten beiden bittersüßen Komödien - zuletzt WIR MÜSSEN ZUSAMMENHALTEN, 2002 auch in der BRD ins Kino gekommen - bewies Hrebejk sicheres Gespür für die alltägliche Tragikomik totalitärer Regime und den Geschmack des tschechischen Kinopublikums. PUPENDO, seinen jüngsten Hit über den böhmischen Sozialismus, sahen seit dem Frühjahr 2003 über 1,5 Millionen tschechische Besucher. Ein Retro-Blick in die 80er: Fast zwei Jahrzehnte nach dem Einmarsch der Roten Armee schwanken viele Tschechen zwischen Konformismus und innerer Emigration. So auch Bedrich Mára, Ex-Leiter der Kunstakademie. Nach 1968 wollte er keine Kompromisse mit dem Regime eingehen. Weil er deshalb seinen Job verlor, begann er, lackierte Porzellanschweinchen zu verkaufen. Sein Freund Mila dagegen wurde Genosse, nicht aus Überzeugung, sondern aus Kalkül. Nachdem er Bedrich überredet hat, einen lukrativen Staatsauftrag anzunehmen, wird er im Suff zum Dissidenten...
Hrebejk, 1967 geboren, war schon Oscar-nominiert und schafft immer wieder ein subtiles, präzises Kino der Erinnerung skurriler Momente - irgendwo zwischen Konrad Wolfs NACKTEM MANN AUF DEM SPORTPLATZ und GOODBYE LENIN. Übrigens ist PUPENDO ein in Tschechien beliebtes Spiel mit einer Münze, die man über den Körper rollen läßt. Es beginnt verheißungsvoll, endet überraschend - und ein wenig schmerzhaft.

Lief zuletzt im Mai 2004