Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

  • 1.01.2003
    die naTo
  • 2.01.2003
    die naTo
  • 3.01.2003
    die naTo

Apocalypse Now (Redux)Apocalypse Now Redux

USA 2001, OmU, 200 min, Regie: Francis Ford Coppola
mit Marlon Brando, Martin Sheen, Robert Duvall

22 Jahre nach seiner Premiere fand Coppolas Epos über den Wahnsinn des Krieges und die animalische Natur des Menschen ins Kino zurück. Mit 49 zusätzlichen Minuten korrigierten der kalifornische Kinopatriarch und sein Cutter Walter Murch die seinerzeit von chaotischen Produktionsbedingungen erzwungenen Kompromisse der Erstfassung. Eine einmalige Chance für Cineasten, eine große Liebe wieder am richtigen Ort zu feiern...
Die Qualitäten dieses surrealen, ästhetisch wunderschönen Alptraums (wohl einer Platz der zehn besten Filmen aller Zeiten) bleiben unverändert, sind als Superlativ im Grunde nicht steigerungsfähig. Der gravierendste Eingriff umfasst die Plantagensequenz, die es dank Eleanor Coppolas Tagebuch und der Dokumentation "Hearts of Darkness" zu legendärem Ruf gebracht hat. Ihre Integration erfolgt nach dem Tod von Larry Fishburnes Jungsoldaten, lässt die Crew von Captain Willard - die nächste Sequenz im Lager von Marlon Brandos Colonel Kurtz vorwegnehmend - auf französische Plantagenbesitzer treffen, die wie Geister aus dem Nebel auftauchen und, von der Zeit überholt, auch wie lebende Tote wirken. Die Konfrontation von Alt- und Neo-Kolonialisten nutzt Coppola für eine Geschichtslektion über die Rolle Amerikas in der Genese des Indochinaproblems, dient aber auch als atmosphärisch perfekte Vorbereitung für die folgende Sequenz, die zu Colonel Kurtz' Armee, den animalischen erwachsenen Kindern des Dschungels führt. Die Playmate-Sequenz, die Willards Crew nun Sex mit zwei Bunnies haben lässt, ist eine weitere Ergänzung zur Erstfassung, funktioniert sowohl als komisches Intermezzo wie auch entlarvender Kommentar, wenn Frauen für Benzin verschachert werden. Ein sehr markanter Eingriff erfolgt schließlich am Abspann, der nun ohne Napalmzerstörung über die Leinwand flimmert und Willards Waffenverzicht nach der Erlösung von Kurtz konsequent weiterführt. Mit unverändertem Staunen begleitet man diese Reise ins Herz der Finsternis, die nun durch den Zusatztitel "Redux" als das markiert ist, was sie cineastisch erst jetzt darstellt, entwicklungsgeschichtlich aber schon immer war: eine Rückkehr zu den Anfängen.

Lief zuletzt im Januar 2003