Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

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People who came to Power + Oleg´s choice People who came to Power + Oleg´s choice
  • 5.11.2016
    die naTo

People who came to Power + Oleg´s choice

DOK Leipzig 2016

Ukraine/Frankreich 2015/2016, OmeU, Dok, 92 min, Regie: Oleksiy Radynski, Tomáš Rafa, Elena Volochine, James Keogh

Sprache: Russisch mit englischen Untertiteln
Language: Russian with english subtitles

People Who Came to Power
R: Oleksiy Radynski, Tomáš Rafa, Ukraine 2015, 17 min, OV with English subtitles, International Premiere

Lagerfeuer, Zelte, Barrikaden, Panzerfahrzeuge, maskierte Soldaten, aufgebrachte Massen, Losungen skandierend, an den Wänden Bilder der Gefallenen, aus einem Auto lädt man Särge. Die ruhelose Kamera fängt Flaggen ein, vorzugsweise die russische, die der Volksrepublik Donbass, selten nur (auf der gegnerischen Seite) die ukrainische. Überall redet man von Frieden, aber die Fakten sagen: Krieg. Die beunruhigende Momentaufnahme eines anarchischen Chaos, das einmal Freiheit sein wollte.

Campfires, tents, barricades, armoured vehicles, masked soldiers, enraged crowds chanting slogans, pictures of the fallen on the walls, coffins being unloaded from a car. The restless camera captures flags, preferably Russian ones or the flag of the Donbass People’s Republic, rarely the Ukrainian one (and only on the enemy’s side). People everywhere talk of peace, but the facts say war. The disturbing snapshot of an anarchic chaos that once wanted to be freedom.

Grit Lemke

Oleg’s Choice
R: Elena Volochine, James Keogh, France 2016, 75 min, OV with English subtitles, German Premiere

Eigentlich wollte er nur drei Tage bleiben, mehr ein Urlaubsabstecher. Aber nun ist Oleg, ein Russe aus Westsibirien, schon ein Jahr dabei – mittlerweile Kommandant eines Bataillons aus Freiwilligen, die keiner gerufen hat, scheinbar niemand kontrolliert und die in keiner offiziellen Armee dienen. Des Geldes wegen sind sie nicht gekommen, sondern aus Patriotismus, für Russland, das es im ukrainischen Donbass zu verteidigen gilt. Warum sie ihr Leben dort, fern der Heimat riskieren, wollen die Journalistin Elena Volochine und der Fotoreporter James Keogh wissen.

Sie interessieren sich jenseits von Propaganda und dem schnellen Blick der Westmedien für die Innenansichten Olegs – ohne zu fraternisieren. Sie protokollieren, aus welchem Vokabular sich die Selbstermächtigung zum Retter der russischen Sache speist. „Einer muss es doch machen“ oder „Wir wollen nur helfen“ lauten die Formeln, untermalt vom süßlichen Schlager-Soundtrack vaterlandstreuer Musik, die an das einstige Heldenpathos der Roten Armee anknüpft. Auch wenn die Kampfhandlungen ausgespart bleiben, gebührt den Filmemachern Respekt, wie konsequent sie an Oleg dranbleiben, um nachzuvollziehen, wie er seine Erfahrungen reflektiert. Im Mittelpunkt steht, von ihm befehligt, ein Einsatz. Danach ist alles anders. Einmal vom Krieg infiziert, wird man den Virus so leicht nicht wieder los.

He had originally planned to stay only for three days, more of a short break. But now Oleg, a Russian from West Siberia, has been here for a year and is the commander of a battalion of volunteers whom no one called, no one seems to control and who serve in no official army. They didn’t come for money but out of patriotism, for Russia, which must be defended in the Ukrainian Donbass. Journalist Elena Volochine and photo reporter James Keogh want to know why they risk their lives there, far away from home.

They are interested in what Oleg thinks, regardless of propaganda and the quick looks taken by Western media – without fraternising with him. They take down the vocabulary that feeds his self-empowerment as the saviour of the Russian cause. “Someone has to do it”, or “We just want to help” are the catchphrases, accompanied by a soundtrack of cloying patriotic pop songs that draw on the former heroic pathos of the Red Army. Even if combat operations are left out of the film, respect is due to the filmmakers for the persistence with which they stay close to Oleg to comprehend how he reflects his experience. The film revolves around an operation commanded by him which will change everything. Once you’re infected with war you don’t get rid of the virus so easily.

Cornelia Klauß

Kartenreservierung können ausschließlich über die Ticketkassen in allen DOK-Kinos und im Museum der bildenden Künste vorgenommen werden. Telefonische Reservierungen oder Reservierungen über unsere Homepage sind nicht möglich. Reservierte Tickets verfallen 1,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn automatisch.

Weitere Informationen zu People who came to Power + Oleg´s choice

Lief zuletzt im November 2016