Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

Rechercheanfragen können uns gern auch per Email erreichen.

Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

Yellow + The Chocolate Case Yellow + The Chocolate Case
  • 2.11.2016
    die naTo

Yellow + The Chocolate Case

DOK Leipzig 2016

OmeU, Dok, 94 min

Yellow
R: Ana Pérez López, ES/USA 2016, Animation, 4 min, OV without subtitles

Diese Frucht ist seit über hundert Jahren Teil unserer Kulturgeschichte und droht, aufgrund von Monokultur und einer sich anbahnenden Epidemie auszusterben. Ana Pérez López lässt uns an ihrer Internetexpedition teilhaben, die das Schicksal der Bananensorte Gros Michel mit wachem Humor erkundet. Eine Chronik in feinen Strichen, die auch aus Relikten der Medien- und Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts nachzeichnet, wie telegen die Industriebanane ist und bleibt. Auch wenn es sie bald nicht mehr gibt.

This fruit has been part of our cultural history for centuries and is now threatened by extinction through monocropping and a looming epidemic. Ana Pérez López lets us take part in her internet expedition to explore the fate of the Gros Michel banana with alert humour. A finely drawn chronicle which also uses relics of the media and everyday history of the 20th century to retrace how telegenic the industry banana is and will remain. Even if it will soon cease to exist.

Nadja Rademacher

The Chocolate Case
R: Benthe Forrer, NL 2016, 90 min, OV with English subtitles

Die niederländischen Journalisten Teun van de Keuken, Maurice Dekkers und Roland Duong stolpern im Jahr 2002 über eine kurze Zeitungsmeldung, die von Kindersklaven bei der Kakaoernte berichtet. Bestürzt über die Beiläufigkeit, mit der eine solche Nachricht erscheint, beschließen sie, das Thema aufzugreifen. Ihre Recherchen ergeben recht schnell, dass in jedem Schokoprodukt – ob mit oder ohne Fairtrade-Siegel – Kinderarbeit steckt und dass große Konzerne wie Nestlé dies weder bestreiten noch ändern wollen. Um dafür mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, hat Teun van de Keuken die Idee, sich selbst als Schokokonsument für seine Mitschuld an der Kindersklaverei anzuklagen. Der Fall landet tatsächlich vor Gericht und drei Jahre später wird ein Urteil gefällt. In der Zwischenzeit nehmen die Journalisten die Sache jedoch selbst in die Hand und gehen unter die Süßwarenproduzenten, um die weltweit erste zu hundert Prozent sklavenfreie Schokolade – Tony’s Chocolonely – auf den Markt zu bringen. Benthe Forrers so bewegender wie unterhaltsamer Film besticht durch viel Archivmaterial, angehäuft in einem Zeitraum von über einem Jahrzehnt, das Recherche, Gerichtsprozess und Firmengründung lückenlos dokumentiert. Und die gute Nachricht am Schluss: Ja, man kann etwas verändern, wenn man will. Und ja, es ist hart. Aber das kommt später. Erstmal muss man anfangen.

In 2002 the Dutch journalists Teun van de Keuken, Maurice Dekkers and Roland Duong came across a short newspaper item about child slavery in the cocoa harvest. Shocked at the casualness with which such news were reported, they decided to address the issue. Their research revealed fairly quickly that there’s child labour in every chocolate product – with or without a Fairtrade seal – and that big corporations like Nestlé neither wish to deny it nor do anything about it. In order to get more attention, Teun van de Keuken hit upon the idea of suing himself, as a consumer of chocolate, for complicity in child slavery. The case really made it to court and three years later a verdict was passed. In the meantime, however, the journalists took matters into their own hands and became confectionery producers who launched the world’s first 100% slave-free chocolate – Tony’s Chocolonely – on the market. Benthe Forrers equally moving and entertaining film is captivating through the sheer volume of archive material, compiled over more than a decade, documenting the research, trial and founding of the company down to the smallest detail. And the good news last: yes, we can change things if we want to. And yes, it’s tough. But that’s for later. You have to start somewhere, after all.

Lina Dinkla

Kartenreservierung können ausschließlich über die Ticketkassen in allen DOK-Kinos und im Museum der bildenden Künste vorgenommen werden. Telefonische Reservierungen oder Reservierungen über unsere Homepage sind nicht möglich. Reservierte Tickets verfallen 1,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn automatisch.

Weitere Informationen zu Yellow + The Chocolate Case

Lief zuletzt im November 2016