Cinémathèque Leipzig - Archiv

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Das Archiv

zeigt alle Filme an, die seit 1998 im Programm der Cinémathèque Leipzig (vormals AG Kommunales Kino) zu sehen waren.

Möglich ist die Suche nach Film- oder Reihentitel.

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Wir bitten um Beachtung des Umstands, dass wir die gelisteten Filme nicht im Besitz haben und demzufolge auch nicht verleihen können.

 

 

I am Here + Cities of Sleep I am Here + Cities of Sleep
  • 1.11.2016
    die naTo

I am Here + Cities of Sleep

DOK Leipzig 2016

Kanada/Indien 2016 / 2015, OmeU, Dok, 79 min, Regie: Eoin Duffy, Shaunak Sen

I am Here
R: Eoin Duffy, Kanada 2016, 5 min, OV with English subtitles

Kosmisches Rauschen, ein bebender Bass. Frank gleitet durch das philosophische Universum seiner Gedanken. Die Emotionen entzünden sich, Bild und Sprache geraten ins Stolpern, alles türmt sich zum Wolkenbruch der Gefühle auf … und legt eine Bruchlandung auf dem Boden der poesiefeindlichen Realität der Norm hin. Mit bestechendem minimalistischen Design zeichnet Eoin Duffy das kraftvolle Porträt einer einsamen, einer besonderen Seele, die „schon Sterne überlebt hat“.

Cosmic noise, a quivering baseline. Frank is gliding through the philosophical universe of his thoughts. Emotions flare up, images and language stumble, everything piles up in a deluge of feelings... and crashes on the anti-poetic ground of the reality of the norm. In stunning and minimalist design, Eoin Duffy paints the powerful portrait of a lonely, special soul who “sometimes outlived the stars”.


André Eckardt

Cities of Sleep
R: Shaunak Sen, Indien 2015, 74 min, OV with English subtitles

In keiner Charta der Welt ist Schlaf als Menschenrecht aufgelistet. Erst recht nicht in Delhi, einer Stadt, wo er ein kostbares Gut ist und Insomnie das Schicksal jener, die sich keinen nächtlichen Unterschlupf leisten können. Dabei geht es um das schlichte Überleben, denn in der Dunkelheit kommen die Moskitos, die das todbringende Denguefieber übertragen. „Cities of Sleep“ handelt von der rastlosen Suche nach einem Schlafplatz, ob unter einem Auto, einer Brücke oder in Baracken, die überfüllt und unsicher sind. Nacht für Nacht. Guter Schlaf hat seinen Preis. Der Film übernimmt in seinen Rhythmus das unruhige Delirium der Schlaflosen, die „Dschinn“ genannt werden, weil sie wie Geister umherirren. Die Kamera folgt ihren endlosen Gängen, begleitet von den Demütigungen, die sie über sich ergehen lassen müssen. Von den Bildern geht etwas Fiebriges und Nervöses aus. Überall kauern Menschen, noch die kleinste Nische wird als Schutzraum genutzt, Lichter flackern, Geschäftigkeit überall. Es gibt keine Orientierung, alles verschmilzt zu einem Inferno aus Lärm und Dreck. Man wähnte sich in einem Science-Fiction-Film, wäre die Dystopie nicht schon längst Gegenwart.

No charter in the world lists sleep as a human right. Least of all in Delhi, a city where it’s a precious commodity and insomnia the fate of those who can’t afford a shelter for the night. This is about survival pure and simple, for the darkness brings the mosquitoes that carry the deadly dengue fever. “Cities of Sleep” is about the restless search for a place to sleep, be it under a car, a bridge or in barracks that are crowded and unsafe. Night after night. Sleeping well has its price. The film’s rhythm adopts the fretful delirium of the sleepless who are called “djinns” because they haunt the streets like ghosts. The camera follows them on their endless walks attended by humiliations they have to endure. The images radiate a feverish, nervous quality. People huddle everywhere; the smallest niche is used for shelter, lights flicker, bustling activity everywhere. There is no orientation; everything merges in an inferno of noise and dirt. It would seem almost like a science fiction film if this dystopia hadn’t long ago become part of contemporary life.


Cornelia Klauß

Kartenreservierung können ausschließlich über die Ticketkassen in allen DOK-Kinos und im Museum der bildenden Künste vorgenommen werden. Telefonische Reservierungen oder Reservierungen über unsere Homepage sind nicht möglich. Reservierte Tickets verfallen 1,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn automatisch.

Weitere Informationen zu I am Here + Cities of Sleep

Lief zuletzt im November 2016